Hauptinhalt

Meldungen

05.05.2010
Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel: Entwicklungsoffensive in Afghanistan

BMZ-Abteilungsleiter Friedel Eggelmeyer und der stellvertretende afghanische Finanzminister Mohammad Mustafa Mastoor während der afghanisch-deutschen Regierungsverhandlungen. Urheberrecht: BMZMit dem erfolg­reichen Abschluss der diesjährigen afghanisch-deut­schen Re­gie­rungs­verhand­lungen hat das BMZ heute weitere 224,5 Millionen Euro für zivilen Wieder­aufbau und Entwicklung in Afghanistan zugesagt. Die zusätzlichen Mittel sollen überwiegend im Norden Afghanistans eingesetzt werden. Im Gegenzug kündigte die afghanische Regierung eine schnelle und nachprüfbare Umsetzung zentraler Reformen an.

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel: "Wir werden die afghanische Regierung weiter bei der Umsetzung zentraler Reformvorhaben unterstützen und beraten. Im Mittelpunkt stehen Korruptionsbekämpfung, die Steigerung der Eigen­ein­nahmen und die nachhaltige Förderung von Rohstoffen. Zudem werden wir mit der Einrichtung von zwei flexiblen Fonds im Norden künftig zentrale Beiträge zur Stärkung der Leistungs­fähigkeit von Provinz- und Distriktverwaltungen erbringen. Dabei stellen wir auch Mittel für Infrastrukturvorhaben zur Verfügung. Wir verbinden diese Zusage aber mit sehr konkreten Erwartungen. Wichtig sind insbesondere größere Eigenanstrengungen der afghanischen Seite bei Reformen, die wir sehr genau beobachten werden."

Die zusätzlichen Mittel dienen unter anderem der Förderung guter Regierungsführung, insbesondere der Stärkung von Provinz- und Distriktverwaltungen und der Korruptionsbekämpfung, der Energie- und Wasserversorgung, der Wirtschaftsentwicklung und Schaffung von Einkommen im ländlichen Raum sowie der Bildung, besonders der Beruflichen Bildung. Allein die zusätzlichen Investitionen in die Energieversorgung werden rund 500.000 Einwohnern verlässlichen Zugang zu Elektrizität verschaffen und somit eine produktive Nutzung ermöglichen. Bis zu rund 100.000 neue Kredite und Mikrokredite werden zur Schaffung und Unterstützung von kleineren und mittleren Unternehmen vergeben. Arbeitsintensive Vorhaben zur Verbesserung von Infrastruktur sorgen für deutlich mehr Beschäftigung und Einkommen vor allem zugunsten der Bevölkerung in ländlichen Regionen.

Mit der neuen Zusage erhöht sich der Gesamtbetrag der Bundesrepublik, der im Zeitraum 2001-2010 für zivilen Wiederaufbau und Entwicklung in Afghanistan zur Verfügung gestellt wurde, auf insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro.

Service-Links & Inhaltsverzeichnis

Lexikon der Entwicklungspolitik
Fenster schließen