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01.06.2010
Bundesentwicklungsminister
Dirk Niebel beginnt zweite Afghanistanreise in Kundus

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel in Afghanistan. Urheberrecht: Photothek.netDirk Niebel be­such­te heute zu Beginn seiner zweiten Afgha­nistanreise als Bundes­ent­wick­lungsminister das nordafghanische Kundus. Zum Auftakt legte er im Gedenken an die im Einsatz gefallenen Soldaten im Lager des von Deutschland geführten Wiederaufbau­teams (PRT) einen Kranz nieder.

Gemeinsam mit der afghanischen Arbeitsministerin Afzali und in Anwesenheit von weiteren Amts- und Würdenträgern der Provinz Kundus weihte Minister Niebel das neugebaute Ausbildungs­zentrum für angehende Kraftfahrzeugmechaniker ein. In seiner Rede unterstrich Minister Niebel die Bedeutung einer soliden Ausbildung: "Eine gute Ausbildung schafft Perspektiven, gerade für junge Leute. Sie legt einen wichtigen Grundstein für wirt­schaftliche Entwicklung, Wohlstand und eine bessere und sichere Zukunft für die Menschen Afghanistans." Seit 2002 hat Deutsch­land für Maßnahmen im Bereich der Grund- und Berufs­bil­dung bislang Mittel in Höhe von annähernd 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

In Kundus informierte sich Minister Niebel zudem über den von der Bundesregierung finanzierten Ausbau der städtischen Was­serversorgung. Mit Hilfe von deutscher Technik und Expertise werden inzwischen ein Fünftel der Bewohner der Stadt über Hausanschlüsse mit Trinkwasser in guter Qualität versorgt. Minister Niebel zeigte sich beeindruckt von den engagierten internationalen und afghanischen Mitarbeitern des Projekts, das den Aufbau funktionsfähiger Betreiberstrukturen und die Aus­weitung des Wassernetzes zum Ziel hat.

Bei einem Treffen mit deutschen Entwicklungsexperten im Deutschen Haus in Kundus sprach Minister Niebel den zivilen Helfern seinen Dank für ihre Arbeit unter schwierigsten Be­dingungen aus. Bundesminister Niebel verwies auf die bisherigen Erfolge der deutsch-afghanischen Entwicklungs­zusammenarbeit und kündigte die Bereitschaft der Bundesregierung an, die afghanische Regierung bei ihren Reformanstrengungen noch stärker zu unterstützen. Gleichzeitig machte Minister Niebel deutlich, dass der Mittelzuwachs für den zivilen Wiederaufbau an eine energische Umsetzung der Reformen gebunden sei, zu der sich die afghanische Regierung auf der Afghanistan-Konferenz in London im Januar 2010 verpflichtet hatte. Besondere Bedeutung hätten hier schnelle Schritte zur Eindämmung der Korruption, zur Stärkung der lokalen staatlichen Verwaltungsstrukturen und zur Verbesserung der Menschenrechte. Diese Punkte nahm Minister Niebel auch in seinem Gespräch mit Vertretern der Provinz­ver­waltung von Kundus auf.

Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch eines im Rahmen einer Privatinitiative von deutsch-afghanischen Frauen geför­derten Waisenhauses von Kundus. Minister Niebel sicherte dem Projekt eine Unterstützung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zu.

In Gesprächen mit Soldaten des PRT Kundus versicherte Niebel seine persönliche Anerkennung und die der Bundesregierung für deren gefährlichen Dienst in Afghanistan.

Auf seiner Reise wird Minister Niebel begleitet von zwei Abge­ordneten des Deutschen Bundestages, einer Vertreterin einer deutschen Nichtregierungsorganisation und Vertretern der Medien.

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