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28.01.2010
Zivilen Wiederaufbau in Afghanistan stärken

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel. Urheberrecht: BPAAnlässlich der heutigen Afghanistan-Konferenz kündigt Bundes­ent­wick­lungs­mi­nis­ter Dirk Niebel vor­be­haltlich der Ergebnisse der Kon­ferenz und der Zustimmung der Haus­haltsgremien eine weitere Auf­stockung des Beitrags des Bun­des­ent­wick­lungsministeriums für die Stabilisierung und Entwicklung Afghanistans auf jährlich 250 Mil­lionen Euro bis 2013 an:

"Wir haben in Afghanistan schon viel erreicht und möchten an diese Er­fol­ge anknüpfen, damit bis 2013 in Nordafghanistan 60 Prozent aller Schülerinnen und Schüler in an­ge­mes­se­nen Schulgebäuden von ausgebildeten Lehrern unterrichtet werden statt heute 25 Pro­zent, zwei Millionen Menschen Strom und Wasser haben statt heute 900.000 und drei Millionen Menschen durch die ländliche Entwicklung ein Erwerbseinkommen haben statt heute ca. 1,3 Millionen. Das Engagement muss dafür zukünftig stärker in die Fläche. Dazu werden wir die uns zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von einer Milliarde Euro bis 2013 verwenden. Für den Erfolg unserer Arbeit erwarten wir natürlich auch von der afgha­ni­schen Regierung verstärkte Anstrengungen bei der Korrup­tions­bekämpfung, bei strukturellen Reformen und beim Menschen­rechts­schutz."

Das entwicklungspolitische Engagement der Bundesregierung wird sich in Zukunft auf den Norden Afghanistans konzentrieren, wo Deutschland auch militärische Verantwortung übernommen hat. Zivile und militärische Maßnahmen sind Teil einer Gesamt­strategie der Bundesregierung.

In folgenden Schwerpunkten wird das Bundesentwicklungs­ministerium sein Engagement verstärken: Wirtschaftsförderung, Infrastrukturaufbau, Bildung, ländliche Entwicklung und Land­wirtschaft sowie Programme zur Stärkung rechtsstaatlicher Struk­turen, transparenten Verwaltungshandelns und zum Schutz der Frauenrechte.

Die internationale Afghanistan-Konferenz in London markiert den Beginn einer neuen Phase der Zusammenarbeit zwischen inter­nationaler Staatengemeinschaft und afghanischer Regierung.

Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit in Afghanistan:

Entwicklungspolitisch wurden in Afghanistan enorme Erfolge erzielt. Einige Beispiele:

Bildung:
Fast sieben Millionen Mädchen und Jungen wurden eingeschult. Mehr als 100.000 Lehrer wurden eingestellt – viele befinden sich noch in der Ausbildung. 200.000 Schüler lernen in neugebauten Schulen. Die Provinzen Nordafghanistans – dem Schwerpunkt­gebiet der deutschen Entwicklungszusammenarbeit – weisen die höchsten Einschulungsraten im Land auf.

Gesundheit:
Die Kindersterblichkeit ist deutlich gesunken. Jedes Jahr über­leben zusätzlich 100.000 Kinder mehr.

Trinkwasserversorgung:
900.000 Menschen wurde – zum Teil zum ersten Mal überhaupt – Zugang zu Strom und sicherem Trinkwasser ermöglicht.

Wirtschaft:
Afghanistan beeindruckt durch zweistellige Raten wirtschaftlichen Wachstums; der grenzüberschreitende Handel nimmt kontinu­ier­lich zu. 60.000 Mikrokredite wurden mit Förderung durch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit an kleine und mittlere Unternehmen vergeben.

Verkehrsinfrastruktur:
Insbesondere im ländlichen Raum haben 1,3 Millionen Menschen durch den Bau von Infrastruktur Einkommens- und Beschäfti­gungs­möglichkeiten gefunden.

Zusammenarbeit konkret:
Erst im Oktober 2009 wurde in Faizabad ein vom BMZ finanziertes Lehrerausbildungszentrum eröffnet. In diesem abgelegenen und unwegsamen Distrikt ist die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern besonders wichtig zumal nur etwa ein Prozent der Lehr­kräfte über eine solide Ausbildung verfügen. Das Gesamt­vo­lumen des Vorhabens beläuft sich auf etwa 930.000 Euro. Im Rahmen eines ebenfalls vom BMZ finanzierten Programms zur Förderung der wirtschaftlichen Infrastruktur im Norden Afghanistans werden mit einem Gesamtvolumen von 27 Millionen Euro unter anderem Straßen, Brücken und Märkte gebaut und damit ein Beitrag zur Verbesserung der Verbindung zwischen den Provinzhauptstädten Kundus und Mazar-e Sharif geleistet.

Einer aktuellen Umfrage zufolge glauben 70 Prozent der Afgha­nen, dass sich ihr Land in die richtige Richtung bewegt.

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