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28.04.2010
Niebel beim G8-Entwicklungsministertreffen in Halifax
Vom 27. bis 28. April fand das G8-Entwicklungsministertreffen in Halifax, Kanada, auf Einladung der kanadischen Entwicklungsministerin Beverley J. Oda statt. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel beriet mit seinen G8-Kolleginnen und -Kollegen über zentrale Herausforderungen im Kampf gegen weltweite Armut.
Ausdrücklich begrüßte Dirk Niebel den kanadischen Vorschlag, die Verbesserung der Mütter- und Kindergesundheit zu einem zentralen Thema beim diesjährigen G8-Gipfel der Staats- und Regierungschefs Ende Juni in Muskoka zu machen. Hierzu erklärte Niebel:
"Wenn in Afrika immer noch jede 26. Frau an den Folgen von Schwangerschaft oder Geburt stirbt, dann verdeutlicht das die Dringlichkeit einer G8-Initiative. Deutschland setzt sich in diesem Zusammenhang für einen ganzheitlichen Ansatz ein, der die Stärkung der Gesundheitssysteme genauso umfasst wie sexuelle und reproduktive Gesundheit. Außerdem gilt es, den Zugang zu einem modernen Mix von Verhütungsmitteln guter Qualität zu verbessern."
Zweites zentrales Thema der Beratungen war die weltweite Ernährungssicherung. Bundesentwicklungsminister Niebel bestätigte seine Unterstützung für die beim letzten G8-Gipfel in L’Aquila beschlossene Initiative zur Ernährungssicherung und bestätigte die Zusage von Bundeskanzlerin Angela Merkel von 3 Milliarden US-Dollar für deren Umsetzung bis 2013.
Deutschland setzt sich für verantwortliche, nachhaltige Investitionen im Agrarsektor ein. "Wenig nachhaltige ausländische Investitionen haben in den letzten Jahren in Entwicklungsländern zugenommen. Landraub in großem Stil ist eine Gefahr für die Ernährungssicherheit der Menschen in vielen unserer Partnerländer geworden. Wir müssen eine neuartige Form des Kolonialismus verhindern", so Niebel. Als ersten Schritt schlug er vor, mehr Transparenz über Agrarsubventionen herzustellen.
Darüber hinaus wurde über den im September stattfindenden VN-Gipfel zur Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele beraten. Deutschland setzt sich mit Nachdruck für die Erreichung der Ziele bis 2015 ein. "Dabei geht es aber nicht nur um die Frage der öffentlichen Entwicklungsfinanzierung", betonte Niebel, "sondern um die Mobilisierung eigener Ressourcen der Entwicklungsländer. Effizientere Steuersysteme und förderliche Rahmenbedingungen für die Privatwirtschaft in den Partnerländern sind sehr wichtig und werden von uns unterstützt."






