Hauptinhalt

Mitmachen!

Partnerschaften zwischen Gesundheitseinrichtungen – ein Gewinn für alle Beteiligten

Medizinisches Personal versorgt ein Neugeborenes in einem Partnerkrankenhaus in Eritrea

In den vergangenen Jahren wurden in den Entwicklungs- und Schwellenländern beachtliche Entwicklungserfolge in der Gesundheitsversorgung erzielt. Doch noch stellen vermeidbare Infektionen und auch der Anstieg nicht übertragbarer Krankheiten wie Diabetes oder Krebs die Gesundheitssysteme dieser Länder auf eine harte Probe.

Die in der Agenda 2030 formulierten Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) zeigen, dass die internationale Gemeinschaft den aktuellen globalen Herausforderungen gemeinsam begegnen will. SDG 3 lautet: "Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern". Das beste Instrument, um dieses Ziel zu erreichen, sind leistungsfähige Gesundheitssysteme.

Diese aufzubauen, erfordert den Einsatz auf vielen Ebenen. Denn laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fehlen weltweit 17 Millionen Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und Hebammen. Zusätzlich wird die Arbeit in vielen Gesundheitseinrichtungen in Entwicklungsländern durch ineffiziente Verwaltungsabläufe und schlechtes Management erschwert.

Langfristige Partnerschaften zwischen Gesundheitseinrichtungen in Deutschland und in Entwicklungs- und Schwellenländern sind ein ideales Instrument, um Know-how zu teilen und die Gesundheitsversorgung in den Kooperationsländern zu verbessern. Dabei fließt Fachwissen zu Krankheitsbildern, Behandlungsoptionen, Technologien oder Verwaltungsabläufen in beide Richtungen – ein Gewinn für alle Beteiligten.


Video: "Hospital Partnerships - The film" (englisch)

Loading the player...

Fachlicher Austausch zwischen Kolleginnen und Kollegen

Die Initiative "Klinikpartnerschaften – Partner stärken Gesundheit" wurde im September 2016 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gemeinsam mit der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung ins Leben gerufen.

Die Initiative vereint zwei Förderprogramme:

  • Das Programm "Gesundheitspartnerschaften Global" setzt weltweit Projekte in verschiedenen Fachgebieten um. Es unterstützt den Wissenstransfer zwischen medizinischen und technischen Fachkräften, Pflegekräften und Verwaltungsangestellten, um wissenschaftlich fundierte und praxistaugliche Lösungen für bestehende Probleme zu entwickeln. Pro Jahr gibt es zwei Förderrunden. Das BMZ stellt für dieses Programm acht Millionen Euro zur Verfügung. 4,6 Millionen Euro werden über die Else Kröner-Fresenius-Stiftung bereitgestellt.
  • Das Förderprogramm "Hochschul- und Klinikpartnerschaften in Afrika" ist regional aufgestellt und richtet sich vor allem an Hochschulen, Universitätskliniken, Lehrkrankenhäuser und Forschungsinstitute. Einrichtungen in Deutschland und Subsahara-Afrika können sich in der Regel alle drei Jahre zu einem konkreten Thema bewerben. Die Hochschul- und Klinikpartnerschaften in Afrika werden vom BMZ mit vier Millionen Euro unterstützt.

Im Vordergrund der geförderten Projekte steht immer der spezifische Bedarf der Partnerländer – zum Beispiel bei der Ausbildung von Hebammen oder bei der Einführung von Hygienemaßnahmen in Kliniken. Durch die Vernetzung von Gesundheitseinrichtungen in Deutschland mit Einrichtungen vor Ort wird eine nachhaltige Verbesserung des Gesundheitssystems in den Partnerländern angestoßen.


Initiative mit starken Partnern

Zusammenarbeit von Wissenschaftlern in Nairobi, Kenia

Mit der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung hat die deutsche Regierung einen wichtigen Kooperationspartner für die Förderung von Klinikpartnerschaften gefunden. Die Stiftung bringt nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch umfangreiche Erfahrungen aus jahrzehntelanger Förderung humanitärer Gesundheitsprojekte in die Initiative ein.

Inhaltlich wird die Initiative auch vom Bundesgesundheitsministerium und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützt. Zudem sind die Klinikpartnerschaften Teil der europäischen ESTHER-Allianz, deren Qualitätsstandards in den Förderprogrammen der Initiative umgesetzt werden. Die Allianz sammelt Erkenntnisse und Erfahrungen aus Gesundheitspartnerschaften und macht besonders bewährte Verfahren für alle Mitglieder zugänglich.

Seit Beginn der Initiative "Klinikpartnerschaften – Partner stärken Gesundheit" im Herbst 2016 besteht großes Interesse bei der deutschen Öffentlichkeit und Fachvertretern. Insgesamt unterstützt die Initiative bereits fast 100 Partnerschaftsprojekte weltweit in 38 Ländern.

Zusätzlich werden über das Programm "PAGEL – Partnerschaften für den Gesundheitssektor in Entwicklungsländern" des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) weitere Gesundheitspartnerschaften in mehr als 20 Ländern gefördert.


Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen