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Zusammenarbeit mit der Wirtschaft

Strategische Partnerschaft Digitales Afrika

Die Chancen der Digitalisierung für die Entwicklung Afrikas nutzen


Ein Mann hört Musik von einem digitalen Abspielgerät

Die digitale Revolution schreitet in Afrika mit hoher Geschwindigkeit voran. Rund die Hälfte der afrikanischen Bevölkerung – etwa 600 Millionen Menschen – besitzt ein Mobiltelefon, knapp 30 Prozent nutzen das Internet. Bei einigen Innovationen gehört der Kontinent zur Weltspitze, etwa bei mobilen Bezahlsystemen wie M-Pesa. Laut der Unternehmensberatung McKinsey wird das Internet im Jahr 2025 bis zu 300 Milliarden US-Dollar jährlich zum afrikanischen Bruttoinlandsprodukt beisteuern. Die derzeitige Informations- und Kommunikationsrevolution verspricht mehr Wohlstand sowie eine Steigerung von Effektivität, Effizienz und Transparenz in unterschiedlichsten Bereichen, von der Bürgerbeteiligung per Internet über Landwirtschafts-Apps bis zu Tele-Medizin und E-Learning-Plattformen. Für deutsche und andere europäische Unternehmen birgt die fortschreitende Digitalisierung neue Geschäftschancen.

Strategische Partnerschaft Digitales Afrika

Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Strategische Partnerschaft Digitales Afrika initiiert, ein Netzwerk von BMZ, Unternehmen und Verbänden. Ziel ist es, die Chancen der Digitalisierung für die Entwicklung Afrikas zu nutzen – gemeinsam mit deutschen und europäischen Unternehmen, für die sich in diesem Kontext Geschäftsmöglichkeiten ergeben.

Vorsitzender der Steuerungsgruppe ist Günter Nooke, Persönlicher Afrikabeauftragter der Bundeskanzlerin im BMZ. Bisher umfasst das Netzwerk rund 130 Partner – darunter größere Unternehmen wie SAP, Siemens und KPMG, aber auch viele kleine und mittelständische Firmen. Die Zusammenarbeit fokussiert sich auf sechs Themenfelder, die für die Zukunft Afrikas von besonderer Bedeutung sind: Bildung, Elektrifizierung, Gesundheit, Good Governance, Landwirtschaft und Mobilität.


Projekte und Aktivitäten

Im Rahmen der Strategischen Partnerschaft stoßen die Partner Projekte und Aktivitäten an, die entwicklungspolitische Ziele und privatwirtschaftlichen Gewinn verbinden – etwa eine digitale Lösung zur besseren Besteuerung sambischer Unternehmen, eine E-Commerce-Plattform in Ruanda oder Digitalisierungsansätze in der ugandischen Landwirtschaft.

Die Partner des Netzwerks profitieren von der umfassenden Präsenz der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Afrika, wodurch sich zahlreiche Gelegenheiten für die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft und den effizienten Einsatz von digitalen Lösungen ergeben.


Kooperation zwischen Unternehmen und Entwicklungszusammenarbeit

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten für Unternehmen, mit Akteuren der Entwicklungszusammenarbeit zu kooperieren. Die meisten davon können im Rahmen der Strategischen Partnerschaft Digitales Afrika genutzt werden. 

Die passende Form der Zusammenarbeit ergibt sich immer aus konkreten Projektideen und wird gemeinsam ermittelt.


Entwicklungspartnerschaften

Die Unternehmen und die Akteure der Entwicklungszusammenarbeit können gemeinsame Projekte durchführen, die sowohl den Zielen der Unternehmen als auch denen der Entwicklungszusammenarbeit entsprechen. Hierbei können bis zu 50 Prozent der Kosten aus Mitteln der der Entwicklungszusammenarbeit getragen werden – etwa durch Anträge an das BMZ beispielsweise im Rahmen eines develoPPP.de-Projekts, einer "Strategischen Allianz" oder durch direkte Kooperationen mit deutschen Entwicklungsprojekten in Afrika.


Finanzierung

Ausbildung, Beschäftigung und Unternehmertum kann durch den gezielten Einsatz von IKT auf höchstem Niveau verwirklicht werden und Innovationen hervorbringen.
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Ausbildung, Beschäftigung und Unternehmertum kann durch den gezielten Einsatz von IKT auf höchstem Niveau verwirklicht werden und Innovationen hervorbringen.

In bestimmten Fällen besteht die Möglichkeit, dass die DEG Unternehmensaktivitäten finanziell unterstützt – etwa bei Machbarkeitsstudien, der Förderung von Pionierinvestitionen oder Entwicklungspartnerschaften. Voraussetzung für beispielsweise eine Machbarkeitsstudie ist die Vorbereitung einer Investition im digitalen Sektor. Zudem können in einem Up-Scaling-Projekt innovative Pionierinvestitionen von deutschen sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen in Entwicklungsländern gefördert werden.


Initiieren von Geschäftsmöglichkeiten

Durch ihre umfassende Präsenz in Afrika wissen die Akteure der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, welche digitalen Lösungen afrikanische Länder brauchen. Durch den Austausch über diese Bedarfe mit deutschen und europäischen Unternehmen können sich Business Cases für Unternehmen ergeben. Beispielsweise entstehen in dem Design-Thinking-Workshop lab of tomorrow Ideen zur Produktinnovation und Markterschließung, um mit unternehmerischen Lösungen eine konkrete entwicklungspolitische Herausforderung zu meistern. Dabei entwickeln mehrere Unternehmen, Fachexperten, politische Entscheidungsträger und potenziellen Kunden ein passendes digitales Geschäftsmodell.


Video: lab of tomorrow

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Beim lab of tomorrow entstehen außergewöhnliche Geschäftsmodelle als Lösung für ein Problem eines Entwicklungs- oder Schwellenlandes. Dazu bringt das lab europäische Unternehmen mit potenziellen Kunden und Spezialisten des jeweiligen Landes zusammen. Gemeinsam entwickeln sie erfolgreiche Geschäftsideen als Lösung für das Problem.


Politischer Dialog

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung kann Unternehmen beim Dialog mit politischen Akteuren unterstützen – in Deutschland oder in Afrika, zu unterschiedlichen Themen oder zu bestimmten Projekten. Zudem organisiert die Strategische Partnerschaft Digitales Afrika gemeinsam mit den Unternehmenspartnern Veranstaltungen wie das Sambisch-Deutsche Business Forum oder Beiträge zum Afrikagipfel.


Kontakt zu afrikanischen Tech-Start-ups

Make-IT ist eine gemeinsame Initiative der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und der digitalen Wirtschaft, um Tech-Entrepreneurship in Entwicklungsländern zu stärken. Make-IT baut schrittweise Kooperationen zwischen deutschen und internationalen Unternehmen, Verbänden, Hochschulen, Investoren, Fördereinrichtungen und weiteren Partnern vor Ort auf. Der besondere Mehrwert entsteht durch die Vernetzung von Erfahrung und Praxiswissen erfolgreicher Unternehmen mit den Ideen und der Innovationskraft junger Gründer in afrikanischen Technologie-Start-ups.


Ausschreibungen und Aufträge

Die Durchführungsorganisationen der Entwicklungszusammenarbeit, vor allem KfW und GIZ, vergeben jedes Jahr Aufträge an Unternehmen. Die entsprechenden Ausschreibungen folgen der Vergabeverordnung und dem europäischen Wettbewerbsrecht. Weitere Informationen und aktuelle Ausschreibungen finden Sie zum Beispiel auf der Website der Germany Trade and Invest.




 

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Weitere Informationen

Logo: Strategische Partnerschaft Digitales Afrika

Die Strategische Partnerschaft Digitales Afrika ist ein Netzwerk von BMZ, Unternehmen und Verbänden. Ziel ist es, die Chancen der Digitalisierung für die Entwicklung Afrikas zu nutzen – gemeinsam mit deutschen und europäischen Unternehmen, für die sich in diesem Kontext Geschäftsmöglichkeiten ergeben.

Kontakt

Ansprechpartner für die Strategische Partnerschaft Digitales Afrika im BMZ:
Christian Hagemann
Referat 114 (Zusammenarbeit mit der Wirtschaft; Nachhaltige Wirtschaftspolitik)
Telefon: +49 30 18 535-2017 
E-Mail: Christian.Hagemann@bmz.bund.de


Kontakt für Unternehmen:
Die Strategische Partnerschaft Digitales Afrika steht allen deutschen und europäischen Unternehmen offen. Interessierte Unternehmen können sich wenden an: digitales-afrika@giz.de

Lexikon der Entwicklungspolitik

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