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Grußwort von Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
ein bekanntes südafrikanisches Sprichwort sagt: "Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Antlitz dieser Welt verändern." Und ein vermeintlich "kleines Ding" haben Sie gerade getan: Sie interessieren sich für unseren Appell und wollen wissen, was sich dahinter verbirgt.
Wir sind in der Entwicklungszusammenarbeit auf Ihre Neugier und Ihre Bereitschaft zum Handeln dringend angewiesen. Denn Entwicklungszusammenarbeit ist nicht allein Sache der Politik, im Gegenteil: Armut, Krieg, Umweltzerstörung und Klimawandel betreffen uns alle in unserem Alltag. Diese Aufgaben fordern die ganze Gesellschaft: Jede und jeden Einzelnen.
"Aber was kann einer alleine tun?", fragen Sie sich vielleicht. Ich bin überzeugt: Wenn Sie sich mit Armut in der Welt, dem Klimawandel, mit Kriegen und Ressourcenschutz befassen, und mit anderen darüber sprechen, geben Sie bereits Denkanstöße für eine gerechtere Welt.
Veränderungen fangen bei uns selbst an: Was wir in Deutschland einkaufen, was wir essen, was wir anziehen, wie wir zur Arbeit fahren und verreisen. All das hat Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der Menschen in Entwicklungsländern. In unserem Alltag können wir ganz konkret diese Lebensbedingungen, die von Armut und Mangel geprägt sind, verbessern: Durch den bewussten und sparsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen wie Wasser und Energie, durch den Kauf von fair gehandelten Waren, durch eine lokal nachhaltige Politik oder durch die zahlreichen Eine-Welt-Initiativen in Deutschland. Kurzum: Die "Eine Welt" gestaltet jede und jeder von uns mit. Wenn sich viele unterschiedliche Menschen zusammentun, um gemeinsam etwas zu bewegen – dann wird plötzlich vieles möglich, was für die/den Einzelnen allein vielleicht noch unmöglich erschien.
Daher mein ganz persönlicher Wunsch an Sie:
Helfen Sie mit, der Vision von der Einen, friedlichen und freien Welt für alle Menschen ein Stück näher zu kommen! Engagieren Sie sich, informieren Sie sich über die vielen spannenden Initiativen, die auch in Ihrer unmittelbaren Umgebung, an Ihrem Wohnort, von Kirchen, Schulen, Gemeinden oder Vereinen organisiert werden. Der Eine-Welt-Laden in Ihrer Stadt oder Gemeinde, die Schul- oder Städtepartnerschaft, der Freundschaftsverein wird mit Ihrem Engagement noch mehr erreichen können.
Werden Sie Mitglied in einem Verein vor Ort und setzen Sie sich ein für Entwicklung, Menschenrechte, Frieden, Umweltschutz, weniger Armut und eine faire Globalisierung, für ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Deutschland. Informieren Sie sich und sprechen Sie mit Ihren Mitmenschen über Entwicklungspolitik, um dieses so wichtige Thema weiter zu tragen.
"Mensch sein heißt, Verantwortung fühlen, sich schämen beim Anblick einer Not, auch wenn man offenbar keine Mitschuld an ihr hat, (…) seinen Stein beitragen im Bewusstsein, mitzuwirken am Bau der Welt."
(Antoine de Saint-Exupéry)
In diesem Sinn hoffe ich, ich konnte Sie überzeugen.
Herzlichen Dank für Ihr Engagement!
Ihr
Dirk Niebel
Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung





