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Internationale Ziele

Die Millenniumsentwicklungsziele

Die acht Millenniumsentwicklungsziele

Im September 2000 kamen Staats- und Regierungschefs aus 189 Ländern zu dem bis dahin größten Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in New York zusammen. Als Ergebnis des Treffens verabschiedeten sie die sogenannte Millenniumserklärung (Generalversammlungsresolution 55/2). Sie beschreibt die Aufgabenstellungen für die internationale Politik im 21. Jahrhundert und definiert vier programmatische, sich wechselseitig beeinflussende Handlungsfelder:

  • Frieden, Sicherheit und Abrüstung
  • Entwicklung und Armutsbekämpfung
  • Schutz der gemeinsamen Umwelt
  • Menschenrechte, Demokratie und gute Regierungsführung

Diese Erklärung diente einer Arbeitsgruppe aus Vertretern der UNO, der Weltbank, der OECD und mehreren Nichtregierungsorganisationen als Grundlage zur Entwicklung der acht Millenniumsentwicklungsziele (Millennium Development Goals, MDGs). Sie lauten:

Die MDGs spiegeln einen bisher einmaligen weltweiten Konsens über globale Entwicklungsziele wider. Sie haben den Entwicklungsbemühungen eine klare Richtung gegeben und die Rechenschaftspflicht der Regierenden verstärkt.

Die internationale Gemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, die MDGs bis zum Jahr 2015 zu erreichen. Sie sind inhaltlich konkret formuliert und leicht verständlich. Durch ihre zeitlichen Vorgaben schaffen sie einen gewissen Umsetzungsdruck. Völkerrechtlich verbindlich sind die Millenniumsziele jedoch nicht – werden sie nicht erreicht, folgen daraus also keine rechtlichen Konsequenzen.

Ein Jahr vor Ablauf der Frist für die Erreichung der MDGs sind zwar wesentliche Fortschritte erzielt worden, jedoch bleiben viele Herausforderungen bestehen. Die Umsetzung der Ziele erweist sich auf nationaler Ebene oftmals als schwierig; die Ausgangssituationen in den verschiedenen Ländern unterschieden sich stark. Besonders schwer erreichbar sind die Ziele für die am wenigsten entwickelten Länder.

Der Millennium+5-Gipfel

Im September 2005 zogen mehr als 150 Staats- und Regierungschefs auf dem Millennium+5-Gipfel in New York eine erste Bilanz. Sie diskutierten den Umsetzungsstand der Verpflichtungen, die die Staatengemeinschaft auf den großen Konferenzen der Vereinten Nationen, insbesondere auf dem Millenniumsgipfel im Jahr 2000, eingegangen war. Zudem sprachen sie über nötige Reformen.

Obwohl im Verlauf des Verhandlungsprozesses die unterschiedlichen Positionen von Nord und Süd klar zutage traten, verabschiedeten die UN-Mitgliedsstaaten ein Abschlussdokument mit bemerkenswerten Aussagen zu Entwicklung, Friedenssicherung und zur Verhinderung von humanitären Katastrophen. Dazu zählen die Bestätigung der MDGs, ein zusätzliches Ziel im Bereich der reproduktiven Gesundheit sowie die Bekräftigung des UN-Ziels, mindestens 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung zu stellen.

Im Jahr 2008 wurde das MDG 1 um eine weitere Zielvorgabe erweitert: Produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle, einschließlich der Frauen und junger Menschen, soll extreme Armut mindern helfen.


Der MDG-Gipfel 2010

Im September 2010 fand in New York ein weiterer MDG-Gipfel statt, auf dem eine Zwischenbilanz über die Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele gezogen wurde. Staats- und Regierungschefs aus fast 150 Mitgliedsstaaten diskutierten über Strategien für das weitere Vorgehen.

Zum Abschluss der Konferenz wurden Erfolge gefeiert, aber auch Niederlagen eingestanden. Anlass zur Freude gaben die deutlichen Fortschritte bei der Armutsminderung in Asien und Nordafrika. Diese Regionen erreichten bereits vor Fristablauf das Ziel, den Anteil der Menschen zu halbieren, deren Einkommen weniger als 1,25 Dollar pro Tag beträgt. Andere Ziele wurden hingegen verfehlt. Beispielsweise die Vorgabe, bis 2010 allen Bedürftigen Zugang zu einer HIV/Aids-Behandlung zu ermöglichen.

Um das Engagement für die MDGs noch effektiver zu machen, wurde eine Erklärung mit einer detaillierten "Aktions-Agenda" verabschiedet. Unter anderem beinhaltet diese:

  • Die Unterstreichung der Notwendigkeit weiterer Reformen und Modernisierungen der internationalen Finanzinstitutionen. So sollen verbesserte Reaktionsmöglichkeiten auf finanzielle und wirtschaftliche Notlagen geschaffen werden.
  • Die Forderung, die Verpflichtungen der entwickelten Länder aus dem Konsens von Monterrey von 2002 und der Konferenz in Doha 2008 zügig zu erfüllen (weitere Informationen dazu finden Sie hier).
  • Die ausdrückliche Hervorhebung der Eigenverantwortung der Entwicklungsländer. Hierzu gehört auch, eigene Mittel zur Entwicklungsfinanzierung zu mobilisieren, etwa durch den Auf- oder Ausbau fairer und effizienter nationaler Steuersysteme.

Die Bundesregierung setzt sich insbesondere für eine verbesserte Koordination der internationalen Entwicklungspolitik, eine verbesserte Arbeitsteilung und eine Erhöhung der Wirksamkeit der eingesetzten Mittel ein.



Weitere Informationen

Publikationen

Acht Ziele für ein besseres Leben weltweit – Die Millenniumsentwicklungsziele

PDF 1,6 MB, barrierefrei

Die Millenniums-Entwicklungsziele | Hintergründe – Ziel­erreichung – Engagement
BMZ-Informationsbroschüre

PDF 3 MB, barrierefrei

Millenniums-Ent­wick­lungs­ziele – Bericht 2015 | Eine Veröffentlichung der Vereinten Nationen

PDF 5,2 MB

Die Deutsche Entwicklungszusammenarbeit | EINEWELT – Unsere Verantwortung

PDF 4,4 MB, barrierefrei

Unsere Ziele für eine lebenswerte Zukunft – Die Post-2015-Agenda für nachhaltige Entwicklung

PDF 2,8 MB, barrierefrei

Lexikon der Entwicklungspolitik

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