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Wirksamkeit der Zusammenarbeit

Der Aktionsplan von Accra

("Accra Agenda for Action")


Im September 2008 fand in Accra, Ghana, ein drittes hoch­ran­giges Forum zur Wirk­sam­keit der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit statt. Die Teil­neh­mer be­kräf­tigten die auf den vor­an­ge­gan­genen Foren in Rom (2003) und Paris (2005) ver­ein­barten Prin­zi­pien und ana­ly­sierten auf­ge­tretene Hin­der­nisse im bis­herigen Umsetzungsprozess.

Das Abschlussdokument des Forums, der Aktionsplan von Accra, stellt die Effek­ti­vi­tät von Ent­wick­lungs­leistungen in einen brei­teren ent­wick­lungs­po­litischen Zusammenhang. So sind die Men­schen­rech­te, die Gleich­stel­lung der Ge­schlech­ter, der Um­welt­schutz sowie Aspekte guter Regie­rungs­führung im Aktions­plan als zen­trale Fak­toren wirk­samer Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit ver­an­kert. Außer­dem ist im Plan fest­ge­schrieben, wie wirk­same Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit in fra­gilen Staaten orga­ni­siert werden kann. Trans­pa­renz und Rechen­schafts­pflicht sollen durch eine brei­tere Be­tei­li­gung von Zivil­gesell­schaft und Par­la­menten ver­bessert werden.

Kernelemente des Aktionsplans sind:

  • Geber und Ko­ope­ra­tions­länder bekennen sich mit Nachdruck zu mehr Trans­pa­renz und wechselseitiger Überprüfung.

  • Die Arbeit der Geberländer wird ins­be­son­dere durch mehr Arbeitsteilung noch besser abgestimmt.

  • Die Eigenverantwortung der Ent­wick­lungs­länder wird weiter gestärkt.

  • Die Zu­sam­men­ar­beit erfolgt noch stärker über die Struk­turen der Entwicklungsländer.

  • Die Verlässlichkeit der Leistungen wird erhöht.

Im März 2009 verabschiedete die Bun­des­re­gie­rung den deutschen "Opera­tions­plan zur Umsetzung der Pariser Erklärung 2005 und des Accra-Aktions­plans 2008 zur Stei­gerung der Wirk­sam­keit von Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit". Dieser legt sieben Handlungs­felder zur Reform der bilateralen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit fest und beschreibt Maßnahmen zur Umsetzung.

Die Handlungsfelder sind:

  • Eigenverantwortung und Ausrichtung an den Prioritäten der Partner (Alignment) – beispielsweise durch konsequentere Nutzung und Ent­wick­lung der Strukturen im Kooperationsland

  • Arbeitsteilung und Komplementarität – beispielsweise durch Erarbeitung von Standardverfahren, die es ermöglichen, dass sich bei der Umsetzung gemeinsamer Programme ein oder mehrere Geber durch einen anderen Geber vertreten lassen

  • Vorhersehbarkeit und Trans­pa­renz – beispielsweise durch Bereitstellung transparenterer Informationen über Zusagen und tatsächliche Auszahlungen

  • Rechenschaftslegung unter besonderer Beteiligung der Zivilgesellschaft – beispielsweise durch Ein­rich­tung von Dialog­foren zwischen Regierung, Par­la­ment, Zivil­gesell­schaft und Gebern zur gesell­schaft­lichen Debatte über das nationale Budget

  • Zu­sam­men­ar­beit mit Ländern in fra­gilen Situa­tionen von Staat­lich­keit und Konflikt

  • Zu­sam­men­ar­beit mit allen Ent­wick­lungs­akteuren – bei­spiels­weise über "Drei­ecks­kooperationen" mit Schwellenländern

  • Anreize und Monitoring – beispielsweise durch Schaffung von An­reiz­struk­turen, die besonderes En­gage­ment im Bereich der Wirk­sam­keit von Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit honorieren

Lexikon der Entwicklungspolitik

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