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Im Detail: Der Rio-Prozess seit 1992

Rio+20: Die UN-Konferenz für Nachhaltige Entwicklung 2012


Peloponnes, Griechenland: Sonnenaufgang taucht Berge und Meer in violettes und gelbes Licht.

Anlässlich des 20. Jahrestages des Gipfels von Rio 1992 fand im Juni 2012 die UN-Konferenz für Nachhaltige Entwicklung (Rio+20) erneut in Rio de Janeiro statt. Die Konferenz hat das politische Bekenntnis zur Umsetzung des Nachhaltigkeitsprinzips erneuert: Armutsbekämpfung und Umweltschutz sind keine Gegensätze, sondern eng miteinander verwoben.

Obwohl bei weitem nicht alle Ziele der deutschen Bundesregierung und der EU durchgesetzt werden konnten, wurden auf der Rio+20-Konferenz wichtige Weichenstellungen vorgenommen:

  • In der Abschlusserklärung mit dem Titel "The Future We Want" ("Die Zukunft, die wir wollen") bekennt sich die Staatengemeinschaft erstmals zum Konzept der "Green Economy". Dieses Wirtschaftsmodell berücksichtigt die Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist, wirtschaftliches Wachstum ökologisch und sozialverträglich zu gestalten. Eine Festlegung von konkret messbaren und zeitlichen Zielen blieb allerdings aus.
  • Es wurde beschlossen, Vorschläge für universell gültige Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) auszuarbeiten. Diese wurden im Juli 2014 vorgestellt und anschließend in die 2015 verabschiedete Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung integriert. So wurde gewährleistet, dass alle Dimensionen nachhaltiger Entwicklung (sozial, wirtschaftlich und ökologisch) in den globalen Entwicklungszielen berücksichtigt werden. Mehr Informationen zur Agenda 2030 finden Sie hier.
  • Auch institutionelle Reformen innerhalb der Vereinten Nationen wurden in Rio angestoßen. So wurde beschlossen, das Umweltprogramm der Vereinten Nationen zu stärken und aufzuwerten. Die UN-Nachhaltigkeitskommission (Commission on Sustainable Development, CSD) soll durch ein höherrangiges UN-Nachhaltigkeitsforum ersetzt werden. Der damalige UN-Generalsekretär Ban Ki-moon kündigte zudem an, einen Sonderbeauftragten für künftige Generationen einzusetzen.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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