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Der Weg zur Agenda

Die Nachhaltigkeitsagenda und die Rio-Konferenzen


Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Ge­ne­ra­tionen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.
Diese Definition der intergenerativen ökologischen Gerechtigkeit (Generationengerechtigkeit) prägte die Brundtland-Kommission 1987.

Die Veröffentlichung des Brundtland-Berichts gilt als der Beginn des weltweiten Diskurses über Nachhaltigkeit. Verstärkte Diskussionen über dieses Thema hatte bereits der 1972 veröffentlichte Bericht des Club of Rome "Grenzen des Wachstums" ausgelöst.

Im Zuge dieser Debatten luden die Vereinten Nationen im Jahr 1992 zu einer Konferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro ein. Nachfolgekonferenzen zu diesem als "Rio-Konferenz" oder auch als "Erdgipfel" bekannt gewordenem Treffen fanden 1997 in New York ("Rio+5"), 2002 in Johannesburg ("Rio+10") und 2012 wieder in Rio statt ("Rio+20").

Das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung

Mit dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung wurde durch die Rio-Konferenz 1992 erstmals ein ganzheitlicher und globaler Ansatz entwickelt. Im Anschluss an die Konferenz haben praktisch alle entwicklungsrelevanten internationalen Beschlüsse, Verträge und Aktionsprogramme anerkannt, dass wirtschaftliche Entwicklung ohne Rücksichtnahme auf die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit unkalkulierbare Umweltgefährdungen und politische Risiken mit sich bringen. Diese drei Dimensionen sind:

  • soziale Gerechtigkeit
  • wirtschaftliche Leistungsfähigkeit
  • ökologische Tragfähigkeit

Ein wichtiger Bestandteil von nachhaltiger Entwicklung ist also die Änderung sozialer Strukturen, damit auch benachteiligte Bevölkerungsgruppen vom wirtschaftlichen Wachstum profitieren. Dieses wiederum ist eine Grundvoraussetzung für den Fortschritt eines Landes: Um die Armut zu verringern, muss die wirtschaftliche Dynamik in den Entwicklungsländern deutlich zunehmen.

Die Minderung der Armut steht außerdem in einem engen Verhältnis zum ökologischen Gleichgewicht. Gerade ärmere Bevölkerungsschichten in den Entwicklungsländern sind häufig direkt von Umweltleistungen abhängig, zum Beispiel, indem sie Landwirtschaft zur Eigenversorgung betreiben. Sie haben außerdem wenige Möglichkeiten, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen.

Daneben sind auch die Achtung der Menschenrechte und demokratischer Grundprinzipien, die Gleichberechtigung der Geschlechter sowie eine verantwortungsvolle und effiziente Regierungsführung Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung – und damit Erfolgsbedingung und Ziel der Entwicklungszusammenarbeit.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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