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MDG 5

Verbesserung der Gesundheit von Müttern

Die Müttersterblichkeit ist welt­weit zwischen 1990 und 2013 um 45 Prozent gesunken. Angesichts der kurzen noch ver­blei­ben­den Zeit­spanne bis 2015 ist die Er­rei­chung des Ziels, die Mütter­sterb­lich­keits­rate um drei Viertel zu senken, nicht zu erwarten. Auch bei der fach­li­chen Be­treu­ung von Schwan­ge­ren und Geburten und im Bereich Familien­planung bestehen noch große He­raus­for­de­run­gen, denen in den kom­men­den Jahren be­geg­net werden muss.


Krankenschwestern und Hebammen in Juba, Südsudan, bei einer Parade anlässlich des Internationalen Tages der Krankenpflege am 12. Mai 2012.

Zielvorgaben und Indikatoren auf einen Blick

ZielvorgabenIndikatoren
5.A: Zwischen 1990 und 2015 die Müttersterblichkeitsrate um drei Viertel senken

5.1 Müttersterblichkeitsrate (Anzahl der Frauen pro 100.000 Lebendgeburten, die während der Schwangerschaft oder Geburt sterben)

5.2 Anteil der von medizinischem Fachpersonal betreuten Geburten

5.B: Bis 2015 den allgemeinen Zugang zu Leistungen der Reproduktionsmedizin verwirklichen

5.3 Verwendungsrate von Verhütungsmitteln

5.4 Geburtenrate bei Jugendlichen

5.5 Zugang zur Schwangerenvorsorge (mindestens ein Besuch und mindestens vier Besuche)

5.6 Ungedeckter Bedarf an Familienplanungsdiensten

Was wurde wo erreicht?

1. Unterziel: Zwischen 1990 und 2015 die Müttersterblichkeitsrate um drei Viertel senken

Indikator: Müttersterblichkeitsrate

Die Müttersterblichkeit ist welt­weit von 1990 bis 2013 um 45 Prozent gesunken. Im Jahr 2013 starben schät­zungs­weise 289.000 Frauen während der Schwan­ger­schaft, der Geburt oder innerhalb von 42 Tagen nach Ende der Schwan­ger­schaft an Ur­sachen, die mit der Schwan­ger­schaft oder deren Verlauf zu­sam­men­hingen oder dadurch ver­schärft wurden. Fortschritte konnten in allen Welt­regionen erzielt werden. Die höchste Mütter­sterb­lich­keit hatte 2013 Afrika südlich der Sahara mit 510 Sterbe­fällen je 100.000 Lebend­geburten, gefolgt von Südasien, Ozeanien und der Karibik mit je 190 Sterbefällen.

Zur Erreichung der Millenniums-Zielvorgabe einer Senkung um drei Viertel müssen Maßnahmen wie der bessere Zugang zu geburts­hilf­licher Not­fall­ver­sor­gung, die Ge­bur­ten­begleitung durch medi­zi­ni­sches Fach­per­so­nal und die Bereit­stellung anti­re­tro­vi­ra­ler The­ra­pie für alle Schwangeren, die sie be­nö­ti­gen, rascher um­ge­setzt werden. Das Ziel, die Mütter­sterb­lich­keit bis 2015 um drei Viertel zu re­du­zie­ren, scheint zum jetzigen Zeit­punkt trotz der erzielten Erfolge nicht mehr er­reich­bar zu sein.

Viel mehr muss noch getan werden, um die Müttersterblichkeit zu senken


Indikator: Durch medizinisches Fachpersonal betreute Geburten

Der Einsatz von medizinischem Fach­per­so­nal bei Ent­bin­dun­gen, der ent­schei­dend zur Senkung der Mütter­sterb­lich­keit beiträgt, stieg in den Ent­wick­lungs­regionen zwischen 1990 und 2012 insgesamt von 56 auf 68 Prozent. Dennoch waren im Jahr 2012 bei rund 40 Millionen Geburten die Frauen auf sich selbst gestellt und hatten keine fach­kundige Hilfe.

Fachkundiger Beistand bei der Entbindung variiert erheblich nach Region und reicht von einer fast flächen­deckenden Ver­sor­gung mit 100 Prozent in Ostasien und 98 Prozent im Kaukasus und in Zentral­asien bis hin zu nur etwa 51 Prozent in Südasien und 53 Prozent in Afrika südlich der Sahara, den Regionen mit der höchsten Mütter­sterb­lich­keit.

Schwangere Frauen in ländlichen Gebieten sind bei der Betreuung nach wie vor im Nachteil. Zudem ist das Stadt-Land-Gefälle weiter­hin sehr hoch: Von den 40 Millionen Geburten, die 2012 nicht von medi­zi­ni­schem Fach­per­so­nal betreut wurden, fanden 32 Millionen in länd­lichen Gebieten statt.

2. Unterziel: Bis 2015 den allgemeinen Zugang zu Leistungen der Reproduktionsmedizin verwirklichen

Indikatoren: Verhütungsmittel und Familienplanungsdienste

Um das Ziel des allgemeinen Zu­gangs zu Mög­lich­keiten der Fa­mil­ien­planung zu erreichen, müssen mehr In­for­ma­tio­nen, Be­ra­tungs­an­ge­bo­te und Sach­mittel für ein breites Spektrum von Ver­hü­tungs­me­tho­den bereit­gestellt werden. Im Jahr 2012 wandten in den Ent­wick­lungs­regionen durch­schnitt­lich 63 Prozent der ver­hei­ra­te­ten oder in einer Partner­schaft lebenden Frauen eine Form von Emp­fäng­nis­ver­hü­tung an.

Insgesamt sank der "un­ge­deck­te Bedarf an Familien­planung". Hinter diesem Begriff verbirgt sich der Anteil der ver­hei­ra­te­ten oder in einer Part­ner­schaft lebenden 15- bis 49-jährigen Frauen, die den Wunsch haben, eine Schwan­ger­schaft hinaus­zu­schie­ben oder zu verhindern, jedoch keine Form der Ver­hü­tung anwenden. Der un­ge­deckte Familien­planungs­bedarf ging vor allem auf­grund der Fort­schritte in den Ent­wick­lungs­ländern welt­weit zwischen 1990 und 2012 von 17 auf 12 Prozent zurück, wobei die Spann­breite von vier Prozent in Ostasien bis rund 25 Prozent in Ozeanien und Afrika südlich der Sahara reicht.

Indikator: Geburtenrate bei Jugendlichen

Eine frühe Mutterschaft ist mit einem er­höh­ten Risiko für Mutter und Kind ver­bun­den. Zwischen 1990 und 2011 sank die Geburten­rate bei Jugend­lichen in allen Regionen, am stärksten in Südasien. Die weitaus höchste Geburten­rate bei 15- bis 19-Jährigen ver­zeich­net Afrika südlich der Sahara mit 117 Geburten je 1.000 Mädchen. Dort wurden auch seit 1990 (123 Geburten) die geringsten Fort­schritte erzielt. Auch in Latein­amerika und der Karibik ist die Geburten­rate bei Jugend­lichen nach wie vor hoch und beginnt erst seit Kurzem zu sinken.

Indikator: Schwangerenvorsorge

Eine hochwertige Schwanger­schafts­betreuung ist für die Gesund­heit, das Wohl­er­gehen und das Über­leben von Mutter und Kind von grund­le­gen­der Be­deu­tung. Der Zugang zur Schwan­ge­ren­vor­sor­ge (min­des­tens ein Besuch eines Arztes, einer Pflege­kraft oder einer Hebamme im Schwan­ger­schafts­verlauf) stieg in den Ent­wick­lungs­regionen zwischen 1990 und 2012 von 65 auf 83 Prozent

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) emp­fiehlt zur Sicher­stel­lung des Wohls von Müttern und Neu­ge­bo­re­nen min­des­tens vier Vor­sorge­termine während der Schwan­ger­schaft. Die folgende Tabelle zeigt jedoch, dass in den Ent­wick­lungs­regionen ins­ge­samt nur etwa die Hälfte aller Schwangeren die emp­foh­lene Mindest­zahl von vier Vor­sorge­ter­mi­nen wahr­nimmt. In Regionen wie der Karibik und Süd­os­tasien konnte die flächen­deckende Schwan­ge­ren­vor­sor­ge in den ver­gan­ge­nen zwanzig Jahren ver­bes­sert werden, Süd­asien und Afrika südlich der Sahara blieben aller­dings zurück. Im Jahr 2012 nahmen in Süd­asien nur 36 Prozent und in Afrika süd­lich der Sahara nur 50 Prozent der Frauen während ihrer Schwan­ger­schaft min­des­tens vier Vorsorge­termine wahr.

Anteil der 15- bis 49-jährigen Frauen, die während derSchwangerschaft mindestens viermal von einem Leistungs-erbringer betreut wurden – 1990, 2000 und 2012 (in Prozent)

Mehr erfahren

Wenn Sie mehr über die Fort­schritte zur Erreichung des Mil­len­ni­ums­ent­wick­lungs­ziels 5 "Ver­bes­se­rung der Gesund­heit von Müttern" erfahren möchten, lesen Sie im aktuellen Mil­len­ni­ums­ent­wick­lungs­ziele-Bericht 2014 die Seiten 28 bis 32 – abrufbar hier (PDF 2,7 MB).

Lexikon der Entwicklungspolitik

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