Hauptinhalt

MDG 2

Grundschulbildung für alle Kinder gewährleisten

Weltweit konnten insgesamt er­heb­liche Fort­schritte erzielt werden. Die Zahl der Kinder, die keine Grund­schule be­su­chen, sank zwischen 2000 und 2012 von 100 auf 58 Mil­lio­nen. Das Tempo der Ver­bes­se­rung ist in den ver­gan­ge­nen Jahren aller­dings ge­sun­ken. Darum wird das Ziel, alle Kinder mit Grund­bil­dung zu ver­sor­gen, bis 2015 wahr­schein­lich trotz aller Fort­schritte nicht erreicht.


Ein überfüllter Klassenraum im Flüchtlingslager Shagarab im Osten Sudans: 6.000 der 15.000 Kinder haben keinen Zugang zu Bildung, weil die Schulen keinen Platz haben.

Zielvorgaben und Indikatoren auf einen Blick

ZielvorgabenIndikatoren
2.A: Bis zum Jahr 2015 sicherstellen, dass Kinder in der ganzen Welt, Jungen wie Mädchen, eine Primarschulbildung vollständig abschließen können

2.1 Nettoeinschulungsquote im Grundschulbereich (Anteil der Kinder im schulpflichtigen Alter, die eine Grundschule besuchen)

2.2 Anteil der Grundschulanfänger, die die letzte Klassenstufe der Grundschule erreichen

2.3 Alphabetisierungsquote bei den 15- bis 24-jährigen Frauen und Männern

Was wurde wo erreicht?

1. Unterziel: Bis zum Jahr 2015 sicherstellen, dass Kinder in der ganzen Welt, Jungen wie Mädchen, eine Primar­schul­bildung vollständig abschließen können

Indikator Nettoeinschulungsquote

Beim Zugang zur Grund­schul­bildung konnten in den ver­gan­ge­nen Jahren be­mer­kens­werte Fort­schritte er­zielt werden. Die Netto-Ein­schu­lungs­raten sind in den Ent­wick­lungs­regionen zwischen 2000 und 2012 im Schnitt von 83 auf 90 Prozent gestiegen. Die Gesamt­zahl der Kinder, die keine Schule besuchten, fiel von 100 Millionen im Jahr 2000 auf 58 Millionen 2012.

Eine nähere Betrachtung ergibt jedoch, dass das Fort­schritts­tempo seit der Jahr­tau­send­wende erheblich gesunken ist. Zwischen 2007 und 2012 ging die Zahl der Kinder im Grund­schul­alter, die keine Schule besuchen, nur um zwei Millionen zurück. Ein Rückgang in dieser Geschwindigkeit wird nicht aus­rei­chen, um das Ziel der allgemeinen Grund­schul­bildung für alle Kinder bis 2015 zu erreichen.

Trotzdem konnten in vielen Ländern, die noch vor großen He­raus­for­de­run­gen im Bereich der Grund­schul­bildung stehen, er­heb­liche Ver­bes­se­run­gen erzielt werden: In Afrika südlich der Sahara stieg der Anteil der Schul­kinder zwischen 2000 und 2012 von 60 auf 78 Prozent. Eine bleibende He­raus­for­de­rung stellt in der Region jedoch das rasche Be­völ­ke­rungs­wachs­tum dar: 2012 gab es 35 Prozent mehr Kinder im Grund­schul­alter als noch 2000. Be­deu­ten­de Fort­schritte wurden auch in Süd­asien ver­zeich­net. Dort stieg die Quote der Kinder im Grund­schul­alter, die eine Schule besuchen, von 80 auf 94 Prozent. Auch Ozeanien verzeichnete zwischen 1990 und 2012 er­heb­liche Fort­schritte; hier stieg die Schul­besuchs­quote von 69 auf 89 Prozent.

Trotz beeindruckender Fortschritte zu Beginn des Jahrzehnts sank die Zahl der Kinder, die keine Schule besuchen, deutlich langsamer

Armut, Geschlecht und Wohnort sind die Faktoren, die am stärksten für Unter­schiede beim Schul­besuch von Kindern im Grund­schul- und frühen Se­kun­dar­schul­alter ver­ant­wort­lich sind. Kinder in Konflikt­gebieten, Mädchen aus armen länd­lichen Haus­halten und Kinder mit Be­hin­de­rungen sind besonders häufig von der Grund­schul­bildung aus­ge­schlossen. So leben schät­zungs­weise die Hälfte der 58 Millionen Kinder im Grund­schul­alter, die nicht ein­ge­schult sind, in konflikt­be­trof­fe­nen  Gebieten. In Afrika südlich der Sahara schließen nur 23 Prozent der Mädchen aus armen länd­lichen Haus­halten die Grund­schule ab und für Kinder mit Be­hin­de­run­gen gibt es in vielen Ent­wick­lungs­regionen kaum an­ge­passte und gute Bildungsangebote.

Indikator: Letzte Klassenstufe

Ein großes Problem ist weiterhin, dass viele Kinder den Schulbesuch vor Be­en­di­gung der Grund­schul­zeit abbrechen. Zwischen 2000 und 2011 schlossen in den Ent­wick­lungs­regionen nur 73 Prozent der Grund­schul­an­fänger die letzte Klassen­stufe der Grund­schule erfolg­reich ab. Damit ist die Ab­brecher­quote mit 27 Prozent gegen­über dem Jahr 2000 nahezu un­ver­ändert hoch. In Afrika südlich der Sahara, Südasien und Ozeanien sind die Schul­ab­brecher­quoten welt­weit am höchsten.

Indikator: Alphabetisierungsquote

Sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen haben sich die Lese- und Schreib­fähig­keiten in den ver­gan­ge­nen 20 Jahren kon­ti­nu­ier­lich ver­bes­sert. Bei Jugend­lichen zwischen 15 und 24 Jahren stieg die globale Al­pha­be­ti­sie­rungs­quote zwischen 1990 und 2012 um sechs Prozent­punkte auf 89 Pro­zent. Trotz dieser Fort­schritte ver­füg­ten 2012 welt­weit noch immer 781 Millionen Er­wach­se­ne und 126 Millionen Jugend­liche nicht über grund­le­gen­de Lese- und Schreib­fähig­keiten, zwei Drittel von ihnen waren Frauen.

Mehr erfahren

Wenn Sie mehr über die Fortschritte bei der Erreichung des Mil­len­ni­ums­ent­wick­lungs­ziels 2 "Grund­schul­bildung für alle Kinder gewähr­leisten" erfahren möchten, lesen Sie im aktuellen Mil­len­ni­ums­ent­wick­lungs­ziele-Bericht 2014 die Seiten 16 bis 19 – hier (PDF 2,7 MB).

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen