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Deutscher Beitrag

Umsetzung der Agenda 2030 in Zusammenarbeit mit den Partnerländern

In einem Armenviertel von Dhaka (Bangladesch) überquert eine Frau den Buriganga-Fluss über eine Behelfsbrücke.

Die Welt hat mit der Agenda 2030 ein neues Verständnis der internationalen Zusammenarbeit definiert. Sie überwindet das klassische Nord-Süd-Denken, da alle Länder unmittelbar in die Pflicht genommen werden. Das BMZ unterstützt seine Partnerländer dabei, Verantwortung für die nationale Umsetzung der Agenda 2030 zu übernehmen und hat dafür das Initiativprogramm Agenda 2030 ins Leben gerufen.

Das Initiativprogramm Agenda 2030

Durch das Initiativprogramm hat das BMZ Mittel bereitgestellt, um die nachhaltige Entwicklung der Partnerländer im Sinne der Agenda 2030 zu fördern. Zentral für die erfolgreiche Umsetzung der Agenda sind neben einer effektiven Nachhaltigkeitsarchitektur die Mobilisierung von Mitteln zur Finanzierung von Maßnahmen sowie ein starker Überprüfungsmechanismus. Hier setzt das BMZ an und unterstützt das Engagement von Vorreiterstaaten.

30 Millionen Euro wurden alleine 2016 für das Initiativprogramm bereitgestellt. Damit werden insgesamt 14 Maßnahmen weltweit durchgeführt. Bislang konzentriert sich das Programm auf Bangladesch, Benin, Brasilien, Indonesien, Kirgisistan, Myanmar, Ghana, Georgien, Mexiko, Namibia, Serbien und Vietnam.

Erste wichtige Schritte auf dem Weg zur Umsetzung der Agenda 2030 wurden bereits gemacht. Diese gilt es nun weiterhin konsequent fortzusetzen. 2017 werden weitere Länder vom BMZ bei der Ausgestaltung und Umsetzung ihrer Strategien für nachhaltige Entwicklung unterstützt.


Politische Schwerpunkte der Zusammenarbeit mit den Partnerländern

In der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit werden die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit nun noch bewusster berücksichtigt: In den Vorhaben werden ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte enger miteinander verknüpft. Nur so können die Ursachen von Armut wirksam bekämpft werden.

Gemäß dem Leitmotiv der Agenda 2030 "leave no one behind" ("niemanden zurücklassen") stellt die deutsche Zusammenarbeit den Menschen in den Mittelpunkt. Ein besonderes Anliegen ist es, mit der Arbeit vor Ort die Ärmsten und Schwächsten zu erreichen.

Dabei orientiert sich das BMZ an den Weichenstellungen der Agenda 2030: den Planeten schützen, Wohlstand für alle erreichen und Frieden partnerschaftlich sichern.

Zu diesen ehrgeizigen und unausweichlichen Vorgaben wird Deutschland gemeinsam mit seinen Partnern in einer neuen globalen Partnerschaft beitragen. Durch das vom BMZ initiierte transnationale Partners-for-Review-(P4R)-Netzwerk wird das gegenseitige Lernen und der Erfahrungsaustausch der UN-Mitgliedsstaaten unterstützt. Im Vordergrund stehen dabei die Förderung der nationalen Berichterstattung beim Hochrangigen Politischen Forum für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (HLPF) sowie die Entwicklung nationaler Review-Mechanismen zur Umsetzung der Agenda 2030. Dadurch will das BMZ dazu beitragen, dass auch weitere Länder das HLPF durch eine zeitnahe Berichterstattung und nationale Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung unterstützen.


Menschen: Eine Welt ohne Hunger und Armut ist möglich

Jeder neunte Mensch auf der Welt hungert, weltweit sind das fast 800 Millionen Menschen. Die strukturelle Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung sind Kernanliegen deutscher Entwicklungspolitik.

Die BMZ-Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" hat das Ziel, Hunger und Mangelernährung der heute lebenden Menschen zu überwinden und Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sich auch zukünftige Generationen ausreichend ernähren können – trotz wachsender Weltbevölkerung. Insgesamt investierte das BMZ im Jahr 2015 1,4 Milliarden Euro in ländliche Entwicklung und Ernährungssicherung.


Planet: Klima schützen, natürliche Lebensgrundlagen bewahren

Auf dem Hedan-Brunnenfeld in Jordanien sprießen Pflanzen aus dem trockenen Boden.

Flutkatastrophen, Dürrekrisen und Wasserknappheit treffen die Menschen in den Entwicklungsländern am härtesten. Der Klimawandel bedroht bisherige Entwicklungserfolge und gefährdet die Zukunftsperspektiven vieler Länder. Die deutsche Klimapolitik, die über die Arbeit des BMZ auch im Ausland umgesetzt wird, hat neben der Verringerung des Treibhausgasausstoßes auch die Folgen des Klimawandels im Blick.

Deutschland ist einer der größten Geber im Bereich Klimaschutz. In den Partnerländern begleitet das BMZ unter anderem Prozesse der nationalen Anpassungsplanung. Diese stehen in engem Zusammenhang mit der Partnerschaft zur Umsetzung der nationalen Klimaschutzbeiträge, die das BMZ gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium auf dem Petersberger Klimadialog 2016 vorgestellt hat.

Die Partnerschaft wird Regierungen von Entwicklungsländern dabei unterstützen, ihre im Vorlauf der Pariser Klimakonferenz entwickelten Klimaschutzbeiträge weiterzuentwickeln und umzusetzen. Klima- und Entwicklungsziele sollen auf diese Weise zusammengeführt und die unterschiedlichen Geberprogramme besser aufeinander abgestimmt werden.

Die deutsche Entwicklungspolitik setzt sich außerdem für eine globale Energiewende ein. Mit deutscher Unterstützung werden zurzeit in mehr als 50 Ländern neue Solarkraftwerke, Windkraftparks oder Geothermieanlagen errichtet. Beim Thema Meeresschutz fördert das BMZ den Schutz von Küstenzonen und Meeresgebieten, um die Überfischung zu reduzieren und Fischern in armen Regionen ihre Lebensgrundlage zu bewahren. Ziel ist, nachhaltige Lösungen zu fördern, die Mensch und Natur zugutekommen und faires Wirtschaften sicherstellen.


Frieden: Gute Regierungsführung fördern und fordern, Krisen vorbeugen, Fluchtursachen bekämpfen

Weltweit sind mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht. Ob Krieg und Verfolgung, Hunger oder wirtschaftliche Perspektivlosigkeit – die zahlreichen Fluchtursachen sind auch Ausdruck einer bislang fehlenden nachhaltigen Entwicklung. Die überwältigende Mehrheit der Flüchtlinge findet in Nachbarländern und -regionen Schutz, knapp 90 Prozent in Entwicklungsländern. Sie müssen dort unterstützt werden. Mehr als 12 Milliarden Euro wird das BMZ in der gesamten Legislaturperiode hierfür ausgegeben haben.

Das BMZ unterstützt Krisenländer und -regionen außerdem dabei, ihre politische und wirtschaftliche Situation zu stabilisieren, zerstörte Strukturen wiederaufzubauen und die Bildungs- und Beschäftigungschancen ihrer Bevölkerung zu verbessern.


Wohlstand: Globalisierung gerecht gestalten

Arbeiterinnen einer Textilfabrik in Tongi, Bangladesch

Wirtschaft ist Wohlstandstreiber und Entwicklungsmotor. Mehr als um freien Handel geht es dem BMZ aber um die Förderung eines fairen Handels. Das Entwicklungsministerium fördert und fordert die Einhaltung und Achtung von Kernarbeitsnormen und internationalen Sozial-, Umwelt- und Menschenrechtsstandards entlang globaler Lieferketten.

Das im Herbst 2014 gestartete Bündnis für nachhaltige Textilien trägt dazu bei, die soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit entlang der gesamten Textilproduktionskette kontinuierlich zu verbessern. Seit der Gründung sind mehr als 180 Unternehmen und Organisationen dem Bündnis beigetreten. Damit deckt das Textilbündnis bereits 55 Prozent des deutschen Textileinzelhandels ab.


Eine neue globale Partnerschaft leben

Der Erfolg der Agenda 2030 hängt in großem Maße davon ab, dass alle mitmachen – nicht nur Staaten und Organisationen, sondern jede und jeder Einzelne von uns. Nur so können die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung erreicht werden.

Dazu leistet Deutschland einen fairen Beitrag. So wurde die deutsche Entwicklungshilfe (Official Development Assistance, ODA) in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht und betrug 2016 erstmalig die Zielgröße von 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE).


Weitere Informationen

Lexikon der Entwicklungspolitik

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