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Stimmen aus dem Projekt

"Die Bienenzucht hat mich weit gebracht. Wir haben jetzt einen anderen Status."


Bienenzüchter Bishnu Prasad Dangaura

Bishnu Prasad Dangaura lebt im Distrikt Kailali im Tiefland im Westen Nepals. Der 33-Jährige ist einer von mehr als hundert Bienenzüchtern einer Genossenschaft, die vom deutschen Entwicklungsprogramm INCLUDE gefördert wird.

20 Jahre lang hat seine Familie auf dem Hof eines Grundbesitzers in Schuldknechtschaft gelebt. Er erinnert sich: „Um vier Uhr in der Frühe musste ich zum Haus des Grundherren kommen. Wenn ich um fünf Uhr kam, war eine Strafe fällig. Einige Grundherren wurden dabei auch tätlich. Sie sagten: Warum bist du so spät? Du hast ein sauki (Familiendarlehen) bekommen! Wir haben dir vier-, fünftausend Rupien geliehen. Denkst du, du kannst hier nichts tun?“

Im Jahr 2000 wurde die Schuldknechtschaft in Nepal aufgehoben. Obwohl die Familie nun befreit war, hielt das Elend an. Denn nachdem sie den Hof des Grundbesitzers verlassen mussten, hatten sie kein Haus mehr und nichts zu essen. Bishnus Vater starb in jenem Jahr.

Ein neues Leben

Doch dann änderte sich alles, weil Bishnu mit der Bienenzucht begann. Zunächst mit zwei Bienenvölkern, die er nach einem Training bei einer Genossenschaft bekam: "Ich verdiente zwischen 20.000 und 30.000 Rupien im Jahr (umgerechnet 165 bis 250 Euro) und merkte: Das ist eine gute Sache."

Inzwischen, nach sieben Jahren, hat er 32 Bienenvölker und kann zwischen 80.000 und 100.000 Rupien (etwa 660 bis 830 Euro) pro Jahr damit verdienen. Er betreibt die Bienenzucht professionell und hat den Gewinn gut investiert: Bishnu besitzt nun ein eigenes, bescheidenes Haus und ein Ochsenfuhrwerk. "Von dem Geld, das der Honig einbrachte, konnten wir uns vieles leisten. Wir brauchten eine Milchkuh und haben sie gekauft. Und wir haben nun auch zwei Ziegen. Die Bienenzucht hat mich so weit gebracht. Wir haben jetzt einen anderen Status."


Lexikon der Entwicklungspolitik

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