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Vereinte Nationen

Welternährungsprogramm


Logo: Welternährungsprogramm (WFP)Eine Welt ohne Hunger ist das Ziel des Welternährungsprogramms (World Food Programme, WFP). Nach dem Gründungsbeschluss der Vereinten Nationen im Jahr 1961 nahm es 1963 seine Arbeit auf. Aufgabe des WFP ist, Bedürftige in besonderen Notlagen mit Nahrungsmitteln zu versorgen, beispielsweise Opfer von Dürrekatastrophen oder Flüchtlinge.

Das WFP fördert außerdem Programme in Entwicklungsländern, in denen Nahrungsmittelhilfe als ein Instrument zur Unterstützung der mittelfristigen Ernährungssicherung eingesetzt wird.

2014 unterstützte das WFP mehr als 80 Millionen Menschen in 82 Ländern. Mehr als 11.300 Mitarbeiter sind für das Welternährungsprogramm weltweit im Einsatz – die meisten von ihnen direkt vor Ort.

Beispiele

Food- und Cash-for-Work-Programme:
Bei diesen Programmen arbeiten notleidende Menschen in Projekten mit, die unmittelbar zur Entwicklung ihrer Gemeinden beitragen. Für ihre Arbeit erhalten sie Nahrungsmittel oder Bargeld. Im Rahmen dieser Programme werden zum Beispiel Bewässerungssysteme eingerichtet, Ackerflächen wieder fruchtbar gemacht sowie Straßen oder Schulen gebaut. Auf ähnliche Art und Weise funktionieren Food-for-Training-Programme, die es armen Menschen ermöglichen, ihre Zeit dem Lernen von neuen Fähigkeiten zu widmen, wie etwa Lesen und Schreiben, Bienenzucht oder Nähen. Dadurch können sie in Zukunft ein eigenes Einkommen erwirtschaften.

Schulspeisungen:
Hungernde Familien können sich den Schulbesuch der Kinder oft nicht leisten, weil diese sich ihr Essen selbst erarbeiten oder erbetteln müssen. Das WFP verteilt jedes Jahr Schulmahlzeiten an mehr als 17 Millionen Kinder. Mit den Schulspeisungen steigt die Zahl der Kinder und vor allem der Mädchen, die zur Schule geschickt werden, deutlich an.

Bargeld und Gutscheine:
Wenn Nahrungsmittel auf den lokalen Märkten vorhanden sind, die Menschen sich diese jedoch nicht leisten können, setzt das Welternährungsprogramm Bargeld und Gutscheine ein. Beides fördert die Kaufkraft der Menschen und ermöglicht es ihnen, selbst zu entscheiden, wann sie welche Nahrungsmittel am dringendsten benötigen.

Spezialnahrung für Mütter und Kinder:
Unter- und Mangelernährung können bereits während der Schwangerschaft zu irreparablen physischen und psychischen Schäden beim Kind führen. Das WFP unterstützt schwangere und stillende Mütter sowie Kinder unter zwei Jahren deshalb mit angereicherter Spezialnahrung.

Unterstützung von Kleinbauern:
Das Welternährungsprogramm unterstützt Kleinbauern durch lokale und regionale Ankäufe von Nahrungsmitteln. Diese stimulieren die Märkte und stärken die lokale Wirtschaft.


Finanzierung

Das WFP finanziert sich ausschließlich über freiwillige Beiträge von Regierungen, Unternehmen und Privatpersonen. Die Bundesregierung fördert die Arbeit des Welternährungsprogramms seit Jahrzehnten über einen jährlichen Grundbeitrag in Höhe von 23,008 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Hinzu kommen umfangreiche Mittel, die bei aktuellen Notlagen zur Verfügung gestellt werden.

Finanziell gefördert wird das WFP sowohl vom Auswärtigen Amt als auch vom BMZ, wobei das BMZ federführend ist. Für das Auswärtige Amt ist die Zusammenarbeit mit dem WFP ein maßgebliches Instrument der humanitären Hilfe. Zusätzlich erstreckt sich die Zusammenarbeit auch auf die Stärkung des internationalen humanitären Systems.

Im Jahr 2015 stellte die Bundesregierung dem Welternährungsprogramm bislang 222,17 Millionen Euro zur Verfügung (Stand Oktober 2015); 2013 waren es knapp 173 Millionen Euro. Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre war die Bundesregierung damit der sechstgrößte bilaterale Geber des WFP. Neben den direkten Zuwendungen leistet sie auch indirekt Beiträge über die EU, die seit mehreren Jahren der drittgrößte Geber des WFP ist.


Zusammenarbeit mit dem BMZ

Von Seiten des BMZ wird die Zusammenarbeit mit dem WFP als wichtiger Beitrag zur Ernährungssicherung im Rahmen der entwicklungsfördernden und strukturbildenden Übergangshilfe (ESÜH) betrachtet. In diesem Rahmen konzentriert sich die Kooperation auf drei Bereiche:

  • die Verbesserung des Zugangs zu Nahrungsmitteln durch zeitlich begrenzte soziale Transferleistungen,
  • die Reduzierung von Unter- und Mangelernährung mit besonderem Fokus auf Kleinkinder und deren Mütter und
  • den Wiederanschub landwirtschaftlicher Produktion beziehungsweise die (Wieder-) Herstellung von Lebensgrundlagen.

Weitere Informationen

Kontakt

Welternährungsprogramm (WFP)

Via Cesare Giulio Viola 68
00148 Rom
Italien
Telefon: 00 39 / 06 / 6 51 31
Fax: 00 39 / 06 / 6 59 06 32

WFP-Büro Berlin

Zimmerstraße 79-81
10117 Berlin
Telefon: 030 / 20 61 49-0
Fax: 030 / 20 61 49-16

Lexikon der Entwicklungspolitik

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