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Wege der europäischen Zusammenarbeit

Asien und Lateinamerika – nationale und regionale Zusammenarbeit

Hanoi bei Nacht

Seit 1972 arbeitet die EU mit den Entwicklungsländern Asiens und Lateinamerikas zusammen. Neben der direkten Zusammenarbeit mit einzelnen Partnerländern spielt auch die Zusammenarbeit mit regionalen Organisationen wie ASEM (Asia-Europe-Meeting), der Vereinigung Südostasiatischer Länder (Association of Southeast Asian Nations, ASEAN), dem gemeinsamen Südamerikanischen Markt (Mercado Común del Sur, MERCOSUR), der Andengemeinschaft und den SICA-Staaten Mittelamerikas eine wichtige Rolle.

Basis der Entwicklungszusammenarbeit mit Asien und Lateinamerika sind die von der Europäischen Kommission entwickelte "Asien-Strategie" und die "Lateinamerika-Strategie". Um die Eigenverantwortlichkeit der Partner zu stärken, setzt die EU immer mehr auf deren finanzielle Beteiligung, vor allem bei Projekten zur Wirtschaftsförderung. Die Mittel für Asien und Lateinamerika stammen aus dem Instrument für Entwicklungszusammenarbeit (DCI), Für den Zeitraum von 2014 bis 2020 sind in diesem Rahmen für Asien 7,755 Milliarden Euro sowie für Lateinamerika rund 2,5 Milliarden Euro vorgesehen.

Asien – Armutsbekämpfung

Durch die dynamische Wirtschaftsentwicklung in den meisten Ländern Asiens hat die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Europäischen Union an Bedeutung gewonnen. In Asien leben jedoch weiterhin zwei Drittel der Ärmsten der Weltbevölkerung. Die Entwicklungszusammenarbeit der EU konzentriert sich daher auch in Asien auf die Bekämpfung der Armut und die Verbesserung der Lebensbedingungen in den ärmsten Ländern des Kontinents. Auf regionaler Ebene stehen Maßnahmen gegen Klimawandel, Umweltzerstörung und illegalen Handel im Mittelpunkt der Zusammenarbeit.

Die EU-Finanzmittel verteilen sich auf drei thematische Schwerpunkte: Globale Öffentliche Güter und Herausforderungen (darunter fallen: Umwelt und Klimawandel, nachhaltige Energie, menschliche Entwicklung, Nahrungsmittel- und Ernährungssicherheit und nachhaltige Landwirtschaft, Migration und Asyl), Organisation der Zivilgesellschaft und das neue afrikaweite Programm (Pan-African-Programme).


Afghanistan – Wiederaufbau und Entwicklung

Zu den größten Herausforderungen der EU zählt seit 2002 das Engagement in Afghanistan. Die EU unterstützt den Wiederaufbau- und Entwicklungsprozess des Landes. Im Rahmen des Instruments für Entwicklungszusammenarbeit (DCI) wurden für den Zeitraum von 2014 bis 2020 Mittel von 1,4 Milliarden Euro für Afghanistan eingeplant. Damit ist das Land der größte Empfänger von DCI-Unterstützung.


Lateinamerika – strategische Partnerschaft

Slum in Manaus, Brasilien

Beim ersten EU-Lateinamerika-Gipfel in Rio de Janeiro wurde 1999 die strategische Partnerschaft zwischen der EU und den Ländern Lateinamerikas und der Karibik ins Leben gerufen. Seitdem findet alle zwei Jahre ein Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs statt.

Die EU und ihre Mitgliedsstaaten sind nicht nur der größte entwicklungspolitische Geber, sondern auch wichtigster Investor und zweitwichtigster Handelspartner Lateinamerikas. Die bereits engen Beziehungen der beiden Regionen sollen weiter vertieft und zu einer strategischen Partnerschaft ausgebaut werden. Im Strategiepapier "The European Union and Latin America: Global Players in Partnership" (2009) hat die EU-Kommission die Schwerpunkte ihrer "Lateinamerika-Strategie" aktualisiert. Zentrale Themen sind dabei die Wirtschafts- und Finanzpolitik, Umwelt, Klimawandel und Energie, Wissenschaft, Forschung und Technologie, Migration sowie Beschäftigung und soziale Entwicklung.

Für die Ausgestaltung der Zusammenarbeit stehen im Zeitraum 2014 bis 2020 rund 925 Millionen Euro aus dem Instrument für Entwicklungszusammenarbeit (DCI) zur Verfügung. Sie verteilen sich auf Zentralamerika (120 Millionen) und Südamerika (805 Millionen). Die Mittel werden in erster Linie für regionale Programme in den drei Schwerpunkten soziale Kohäsion (vor allem Reduzierung von Armut und Ungleichheit), regionale Integration und wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie Aus- und Weiterbildung und Kulturaustausch eingesetzt.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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