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Länder und Gemeinden

Die Entwicklungszusammenarbeit der Gemeinden


Rathaus
Unsere Ziele sind global, aber sie können am effektivsten durch das Wirken der kommunalen Ebene erreicht werden.
Kofi Annan, ehemaliger UN-Generalsekretär

Die rund 11.500 Gemeinden sind die kleinsten Verwaltungseinheiten im po­li­ti­schen System Deutsch­lands. Sie sind nicht nur für die Umsetzung von natio­na­len Beschlüssen und Empfehlungen auf lokaler Ebene zuständig, sondern geben auch Impulse für bürger­schaft­liches En­gage­ment. Ihre Bürger­nähe eignet sich daher in besonderer Weise, Menschen für eine nach­hal­tige, umweltverträgliche und gerechte Ent­wick­lung zu sensibilisieren.

Immer mehr deutsche Städte, Gemeinden und Landkreise engagieren sich in der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit. Wesentliche ent­wick­lungs­po­litische Akteure auf Gemeindeebene sind zudem die kommunalen Spitzenverbände (Deutscher Städtetag, Deutscher Städte- und Gemeindebund und Deutscher Landkreistag). Sie bieten Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch und helfen bei der Vermittlung von Partnern in Ent­wick­lungs­ländern.

Da die globalen He­raus­for­de­run­gen – wie der Klimawandel oder die Er­rei­chung der Mil­len­ni­ums­ent­wick­lungs­ziele – Aktivitäten auf allen Ebenen erfordern, ist das ent­wick­lungs­po­litische En­gage­ment auf der sub­na­tio­na­len Ebene sehr zu begrüßen und wird auch in­ter­na­ti­o­nal zunehmend betont.

Ent­wick­lungs­po­litische Potenziale und Ver­ant­wort­lich­keiten von Kommunen

  • Ent­wick­lungs­po­litische Informations- und Bildungsarbeit
    Kommunen tragen erheblich dazu bei, die Sichtbarkeit der deutschen Ent­wick­lungs­po­li­tik im Inland zu verbessern. Wegen ihrer Bürgernähe können gerade sie wesentlich dazu beitragen, das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger für ent­wick­lungs­po­litische Themen zu stärken.
  • Ent­wick­lungs­po­litische Auswirkungen kommunalen Handelns im Inland
    Es gehört zu den kommunalen Verantwortungen, ent­wick­lungs­po­litische Auswirkungen zu berücksichtigen und in die Kommune hinein als Vorbild zu wirken, zum Beispiel bei öffentlichen Beschaffungen oder beim Klimaschutz.
  • Un­ter­stüt­zung der Zivil­ge­sell­schaft
    Kommunen sind durch zahlreiche Kooperationen mit der ent­wick­lungs­po­litisch organisierten Zivil­ge­sell­schaft im In- und Ausland verbunden, zum Beispiel mit lokalen Vereinen und Initiativen oder Nicht­re­gierungs­or­ga­ni­sa­tio­nenn (NROs). Sie tragen dazu bei, das bürgerschaftliche En­gage­ment vor Ort zu stärken.
  • Aufbau von Partnerschaften zu Kommunen in Ent­wick­lungs­ländern
    Durch klassische Städtepartnerschaften oder Zu­sam­men­ar­beit in Projektpartnerschaften entstehen zahlreiche persönliche Bindungen und langfristig tragfähige Beziehungsnetzwerke, zum Beispiel mit In­sti­tu­tionen, Hochschulen, Schulen und NROs
  • Kommunalspezifisches Know-how für die Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit
    Im Bereich der Auslandsaktivitäten verfügen die Kommunal­ver­wal­tun­gen über wertvolle Kennt­nisse in Bereichen wie De­zen­tra­li­sie­rung, Auf­bau und Stärkung von kommunalen Ver­wal­tungs­struk­turen, Daseins­vorsorge oder Infra­struk­tur. Kommunen können ihre Fachleute der staatlichen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit zur Verfügung stellen. Diese Zu­sam­men­ar­beit kann sich für beide Seiten als frucht­bar erweisen, denn die Vertreter der Kom­munen können mit ihren Partnern Ver­än­de­rungs­prozesse auf gleicher Augenhöhe begleiten. Dies erhöht wesent­lich die Akzeptanz.

Grundlagen der kommunalen Ent­wick­lungs­politik

Im Juni 2010 fasste der Bund-Länder-Ausschuss Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit – erstmals auch unter Beteiligung des deutschen Städtetages und Land­kreis­tages – einen Beschluss zur kommunalen Ent­wick­lungs­po­li­tik. Darin wird nicht nur ein gemein­sames Verständ­nis von Rollen und Schwer­punkten der kommunalen Ent­wick­lungs­po­li­tik formuliert. Es wurde auch ein Arbeits­pro­gramm zu der Frage vereinbart, wie im Rahmen des politisch und rechtlich Mach­baren mehr Kommunen zu ent­wick­lungs­po­li­ti­schem En­gage­ment ermutigt be­zie­hungs­weise bestehendes En­gage­ment gestärkt werden kann.

Im Oktober 2008 hat der EU-Ministerrat die "Europäische Charta zur Un­ter­stüt­zung lokalen Regierungshandelns" verabschiedet. Auch diese erkennt Regionen und Kommunen als wichtige Akteure in der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit an und ermutigt sie zu mehr En­gage­ment.

Servicestelle Kommunen in der Einen Welt

Die "Servicestelle Kommunen in der Einen Welt", seit Januar 2012 in Träger­schaft der gemeinnützigen Ge­sell­schaft En­gage­ment Global – Service für Ent­wick­lungs­initiativen, ist das zentrale Instrument des Bundes zur Un­ter­stüt­zung kommunaler ent­wick­lungs­politischer Aktivitäten. Sie berät die Kommu­nen in allen Fragen der kommunalen Ent­wick­lungs­po­li­tik.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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