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Hintergrund

Grundsätze von Evaluierungen


Entwicklungszusammenarbeit wirksam zu gestalten, ist eine komplexe Herausforderung. Vor diesem Hintergrund müssen effektive Methoden der Evaluierung angewandt und ständig weiterentwickelt werden.

Die Evaluierungen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit basieren auf internationalen Grundsätzen und Leitlinien, insbesondere den Prinzipien und Standards für Evaluierungen des Entwicklungshilfeausschusses der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD-DAC).

Die Qualitätsstandards des Entwicklungshilfeausschusses liefern einen Leitfaden für eine gute Praxis der Entwicklungsevaluierung. Die Orientierung an diesen Standards fördert die Qualität der Evaluierungsprozesse und der Evaluierungsergebnisse. Und sie stellt sicher, dass die verschiedenen Akteure bei der Evaluierung von entwicklungspolitischen Maßnahmen einheitlich vorgehen und dadurch vergleichbare Ergebnisse erzielen.

Die allgemeinen Prinzipien für die Evaluierung von Entwicklungshilfemaßnahmen des Entwicklungshilfeausschusses, an denen sich alle OECD-DAC-Mitgliedsländer im Rahmen ihrer Evaluierungen orientieren, sind:

  • Unparteilichkeit und Unabhängigkeit
  • Glaubwürdigkeit, zum Beispiel durch Transparenz des Evaluierungsprozesses, zu den gewählten Methoden und der Evaluierungsergebnisse
  • Nützlichkeit, zum Beispiel durch Umsetzung der Empfehlungen
  • Partizipation aller relevanten Interessengruppen einer Evaluierung

Auch die Standards der deutschen Gesellschaft für Evaluation e.V. (DeGEval) bieten eine methodische Grundlage für Evaluierungen. Sie fordern von Evaluierungen vier grundlegende Eigenschaften: Nützlichkeit, Durchführbarkeit, Fairness und Genauigkeit.

Der Entwicklungshilfeausschuss der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD-DAC) hat darüber hinaus wichtige Kriterien aufgestellt, anhand derer die zu prüfenden Entwicklungsmaßnahmen im Rahmen von Evaluierungen immer bewertet werden müssen. Diese, auch für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit geltenden Kriterien sind:

  • Relevanz (zum Beispiel: Wie bedeutend ist das Programm für die arme Bevölkerung im Partnerland?)
  • Effektivität (zum Beispiel: Wurden die definierten Programmziele erreicht?)
  • Effizienz (zum Beispiel: War das Verhältnis von Nutzen und Kosten angemessen?)
  • Wirkung (zum Beispiel: Welchen Nutzen haben die Menschen von dem untersuchten Programm?)
  • Nachhaltigkeit (zum Beispiel: Hat das Bewirkte auch nach dem Ende der Förderung Bestand?)
  • Koordination, Komplementarität und Kohärenz (zum Beispiel: Sind die Entwicklungsmaßnahmen mit anderen Gebern und innerhalb der deutschen Entwicklungszusammenarbeit gut abgestimmt?)

Wichtig in jeder Phase einer Evaluierung ist die enge Einbeziehung aller am Untersuchungsgegenstand Beteiligten, aller sogenannten Stakeholder. Sie ist ausschlaggebend für das Gelingen und die Qualität einer Evaluierung sowie deren nachhaltigen Erfolg.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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