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BMZ und terre des hommes
Zukunftsperspektiven für Jugendliche

Noch vor wenigen Jahren war Mahubo ein armes Dorf: Die Menschen hatten keine Arbeit, keine Schule und kein Wasser, um ihre Felder zu bewirtschaften. Viele Jugendliche träumten von einem besseren Leben in Südafrika und verließen die kleine Gemeinde im Süden Mosambiks.

Doch häufig gerieten sie an Kinderhändler und endeten in Zwangsarbeit oder Prostitution. Heute blicken die Jugendlichen in Mahubo optimistischer in die Zukunft. Durch ein Projekt der Orga­ni­sa­tion terres des hommes, das vom BMZ unterstützt wird, haben sich die Lebens­be­din­gungen in ihrem Dorf verbessert.

 

Hilferuf
Wie alles begann...

Die Dorfältesten wandten sich im Jahr 2000 an die Organisation Rede CAME (Rede Contra o Abuso de Menores – Netz gegen den Missbrauch von Minderjährigen).

Sie wollten keine Angst mehr um ihre Kinder haben und versprachen sich Hilfe von der Organisation, die Kinderhandel in Mosambik bekämpft.

 

Rede CAME
Aufklärung über die Gefahren des Kinderhandels

Carlos Manjate von der Organisation Rede CAME kam nach Mahubo, um die Dorfbewohner über die Gefahren des Kinderhandels aufzuklären.

Bei seinem Besuch wurde ihm klar, dass Aufklärung allein nicht ausreichte, um den Jugendlichen in Mahubo zu helfen. "Es musste etwas getan werden, um den Familien eine Möglichkeit zu geben, Geld zu verdienen und ihre Ernährung zu sichern", so Manjate.

 

Permakultur
Alternative Methode für die Landwirtschaft

Carlos Manjate brachte die Permakultur nach Mahubo, eine ressourcenschonende alternative Methode für die Landwirtschaft, bei der Pflanzen so miteinander kombiniert werden, dass sie sich gegenseitig schützen und stärken.

Dünger und Pestizide werden dadurch überflüssig. Zur Vermittlung dieser Methode holte er den Permakultur-Experten Ali Ibrahim Sharif (rechts) in das Projekt.

 

Bildungschancen
Ein Gemeinde- und Lernzentrum für Mahubo

In Kooperation mit terre des hommes und dem Bun­des­mi­nis­te­rium für wirt­schaft­liche Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (BMZ) entstand in Mahubo ein Gemeinde- und Lernzentrum.

Kleinbauern lernen hier die Prinzipien der Permakultur kennen. Aber auch Computerkurse werden angeboten. Die 18-jährige Lea nutzt diese Chance. Sie will lernen, wie man Informationen im Internet findet. Ihr Wunsch ist es, einmal Krankenschwester zu werden. "Hier in Mahubo haben wir keine gute medizinische Versorgung", sagt sie. Ihre Großmutter und Mutter sind glücklich, dass sie die Schule besucht und bleiben will. Leas ältere Schwester ist nach Südafrika gegangen. Sie hat einen Sohn bekommen, der heute bei der Familie in Mahubo lebt.

 

Neues Wissen
Frauen im Lehrgarten

Die Bewohner von Mahubo sind Flüchtlinge des Bürgerkrieges, der vor 20 Jahren endete. Sie wurden in das kleine Dorf in der Nähe der mosambikanischen Hauptstadt Maputo umgesiedelt.

Durch die lange Zeit der Flucht und das Leben in Lagern ging in den Familien viel landwirtschaftliches Wissen verloren. Dieses soll ihnen nun wieder vermittelt werden. Im Lehrgarten des Projekts lernen sie anzubauen, was zu einer ausgewogenen Ernährung gehört.

 

Unterricht
Schulkinder bei der Gartenarbeit

In Mahubo gibt es nun auch eine Schule. Gartenarbeit ist Bestandteil des Unterrichts.

Die Kinder lernen, wie man Pflanzen düngt und bewässert und erfahren viel über gesunde Ernährung. Sie freuen sich darüber, in einem fruchtbaren Garten zu stehen und alles über Pflanzenanbau und Ernährung zu lernen.

 

Berufschancen
Jorge will Pilot werden

Der 14-jährige Jorge will Pilot werden. Innerhalb eines Jahres hat der hochbegabte Junge Englisch gelernt.

"Ich bin stolz auf meinen Sohn", sagt die Mutter von Jorge. Sie ist froh, dass er in Mahubo zur Schule gehen kann.

 

Dorfküche
Mittagessen für die Schulkinder

Vor der Dorfküche, die durch das Projekt finanziert wurde, machen einige Männer Pause.

Bald sollen die Schulkinder hier regelmäßig ein Mittagessen mit Produkten aus dem Lehrgarten bekommen. Denn nicht alle Eltern können ihre Kinder ausreichend ernähren.

 

Sauberes Trinkwasser
Neue Wassertanks

In Mahubo ist das Grundwasser versalzen, darum sind die Menschen auf Regenwasser angewiesen.

Im Rahmen des Projekts haben sie gelernt, Wassertanks zu bauen. Jetzt haben sie das ganze Jahr über gesundes Trinkwasser.

 

Tilapis
Fische für den Dorfsee

Mitten in Mahubo liegt ein See. Der Permakultur-Experte Ali Ibrahim Sharif hat ihn ausbauen lassen.

Durch die natürliche Neigung des Bodens fließt Regenwasser hinein. Gerade wurden 25.000 Baby-Tilapis in den See eingesetzt. Das sind robuste Süßwasserfische, die den Bewohnern von Mahubo bald wichtige Proteine liefern.

 

Bewässerung
Vertiefungen stoppen das Wasser bei starkem Regen

Auch auf den Feldern werden die natürlichen Fließeigenschaften des Wassers genutzt.

Kleine Vertiefungen zwischen den Beeten stoppen das Wasser bei starkem Regen. Das verhindert Erosion und das Wasser hat Zeit, in den Boden zu sickern. Mulch aus Stroh verstärkt beide Effekte.

 

Staudamm
Wasser für Mahubo

Das Wasser für Mahubo kommt aus diesem Staudamm, der sich in die geologischen Gegebenheiten einfügt.

Er wurde mit Lehm verstärkt.

 

Wenn kein Regen fällt
Acker für die Trockenzeit

In der Trockenzeit haben die Bewohner von Mahubo bisher oft gehungert.

Diesen Acker können sie jetzt für den Anbau von Pflanzen nutzen, wenn kein Regen fällt.

 

Maria da Silva:
"Vieles hat sich für uns verändert"

Für Maria da Silva, eine der Dorfältesten, ist das Projekt ein Segen:

"Vieles hat sich jetzt für uns verändert. Wir haben neue Anbaumethoden erlernt. Und wir haben genug sauberes Wasser."

 

Ländliche Entwicklung
Regierung will Ideen aus Mahubo aufgreifen

Nach einer Anschubfinanzierung läuft in Mahubo jetzt vieles von selbst. Die Menschen machen mit und auch die Familien, die nicht direkt an dem Projekt teilnehmen, profitieren davon.

Die mosambikanische Regierung will im Rahmen ihres Programms für ländliche Entwicklung Ideen aus Mahubo aufgreifen.