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Afrika südlich der Sahara

Energie


Strommast in Ghana.

Der Energiesektor Afrikas verzeichnete in den vergangenen Jahren bemerkens­werte Erfolge. Dennoch sind allein in Sub­sahara-Afrika weiterhin rund 590 Millionen Menschen ohne Strom­anschluss. Nach Sonnen­untergang versinken ganze Land­striche in Dunkel­heit; mehr als 80 Prozent der Bevölkerung kochen mit Holz oder Holzkohle über offenem Feuer.

Doch auch ein Anschluss an das zentrale Versorgungs­netz ist kein Garant für verlässliche Strom­lieferung. Mehr als die Hälfte der Staaten Afrikas erlitten Energie­krisen oder durch­leben sie gegen­wärtig. Ein Bevölkerungs­wachstum von mehr als zwei Prozent und ein Wirt­schafts­wachs­tum von bis zu sieben Prozent sorgen dafür, dass die Strom­nach­frage schneller wächst als neue Kraft­werke und Strom­leitungen errichtet werden können. Chro­nische Strom­versorgungs­engpässe und dadurch gebremster Fort­schritt bei der Armuts­bekämpfung und in der nach­haltigen Entwicklung sind die Folgen.

Zuverlässige, ausreichende Energie­versorgung ist ein wichtiger Faktor, um die Millenniums­entwicklungs­ziele der Vereinten Nationen zu erreichen. Vor diesem Hin­ter­grund entwickeln die afrikanischen Staaten gemeinsam mit der Afrikanischen Union (AU) eine Strategie, wie afrika­weit nationale und grenz­über­schrei­tende Energie­infrastruktur zukünftig ausgebaut werden soll.

Deutsch­land leistet hierzu einen wichtigen Beitrag und ist zweit­größter bilateraler Geber im Energie­sektor Afrikas. Die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit fördert Energie­vorhaben in 18 Län­dern Subsahara-Afrikas. Davon wurde mit vier Ländern Energie als Schwer­punkt für die Zu­sam­men­ar­beit vereinbart. Neben den afrikanischen Staaten werden auch regionale und pan­afrika­ni­sche Or­ga­ni­sa­ti­on­en unterstützt. Auch im in­ter­na­ti­o­nalen Dialog tritt Deutsch­land ausdrücklich für die Belange der Armen und für nach­hal­tige Energie ein, beispielsweise im Rahmen der Afrika-EU-Energie­partnerschaft (Africa-EU Energy Partnership, AEEP).

Ziel des deutschen Engagements ist es, zusammen mit den Partner­ländern und -organisationen in Subsahara-Afrika mehr Menschen Zugang zu moderner Energie­versorgung zu ermög­li­chen, nach­hal­tige und klima­freundliche Energie­versorgungs­systeme aufzubauen und funktions­fähige regionale Strom­märkte zu schaffen.

Zugang zu moderner Energieversorgung

Die Elektrifizierungsrate in Subsahara-Afrika liegt durch­schnitt­lich bei nur 26 Prozent, im Gegen­satz zu Nord­afrika mit durch­schnitt­lich 95 Prozent. Um den Menschen Zugang zu einer modernen Energie­versorgung zu ermöglichen und dadurch ihre Lebens­be­din­gungen und die wirt­schaft­lichen Potenziale zu verbessern, konzentriert sich die deutsche Zu­sam­men­ar­beit auf die Förderung eines nach­haltigen Biomasse-Energie­managements und auf länd­liche Elektrifizierung.

So werden zum Beispiel gemeinsam mit der betroffenen Be­völ­ke­rung Pläne für die nach­hal­tige Entnahme und Vermarktung von Feuer­holz und für die lokale Herstellung effi­zien­ter Koch­herde entwickelt. Je nach verfügbarer Energie­quelle werden zudem solare Haus­halts­systeme, Wasser­kraft, Dorf­strom­netze oder Anschlüsse an das zentrale Stromnetz unterstützt.

Nachhaltige Energieversorgung

Um eine nach­hal­tige, verlässliche und klima­verträgliche Energie­versorgung aufzubauen, unterstützt Deutsch­land die afri­ka­ni­schen Staaten dabei, einerseits das noch ungenutzte Potenzial erneuerbarer Energien zu erschließen und andererseits die Ener­gie­ef­fi­zienz zu erhöhen. Um förderliche Rah­men­be­din­gun­gen zu schaffen, werden Regierungen beispiels­weise bei der Erarbeitung von Gesetzen zur Ein­speisung von Strom aus erneuerbaren Energien oder bei der Fest­legung von Energie­effizienz­standards für Haushalts­geräte beraten.

Hinzu kommen In­ves­ti­tio­nen in Wasser- oder Geothermie­kraftwerke, Wind- und Solar­anlagen. Die steigende Qualität der Strom­versorgung ist ein wichtiger Faktor für die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie und damit für neue Arbeitsplätze.

Regionale Strommärkte

Energieressourcen sind nicht gleichmäßig geografisch verteilt. Um die günstigsten und klima­freundlichsten zu erschließen, müssen sie über staatliche Grenzen hinweg miteinander verbunden werden. Ein regionaler Strom­markt ermöglicht den Handel mit Elektrizität zwischen afrikanischen Staaten oder perspektivisch auch zwischen Nordafrika und Europa.

Die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit fördert regionale Strom­verbünde und politische Initiativen, um funktions­fähige regionale Strom­märkte zu schaffen. Die Un­ter­stüt­zung umfasst etwa In­ves­ti­tio­nen in das regionale Strom­übertragungs­netz sowie Beratung zu Harmonisierungs- und Koordinierungs­pro­zessen zwischen den beteiligten Staaten.

Die gemeinsame Nutzung des regionalen Potenzials an erneuer­baren Energien erhöht nicht nur die Energie­versorgungs­sicher­heit, sondern senkt auch die Import­abhängigkeit von fossilen Rohstoffen und ermöglicht zusätzliche Einnahmen aus Strom­exporten.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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