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Burkina Faso

Situation und Zusammenarbeit


Kinder in Burkina Faso

Die politischen Rah­men­be­din­gun­gen in Burkina Faso haben sich seit Beginn der 1990er Jahre kontinuierlich verbessert. Das Land verfügt heute über eine parlamentarische Demokratie und eine an west­lichen Vorbildern ausgerichtete Verfassung. Die Ge­sell­schaft ist ethnisch und religiös tolerant. Kommunal- und Parlamentswahlen fanden zuletzt 2012 statt.

Das Kernproblem Burkina Fasos ist seine strukturelle Armut: Deut­lich mehr als vierzig Prozent der etwa 16,9 Millionen Ein­woh­ner leben unter der absoluten Armuts­schwelle. Im Index der menschlichen Ent­wick­lung der Vereinten Nationen liegt Burkina Faso auf dem 183. Platz von 188 bewerteten Staaten (HDI 2014).

Der geringe Bildungsstand, ein ungenügendes Gesundheitswesen, eine qualitativ und quantitativ nicht ausreichende Wasserversorgung und die unzureichende Nutzung der vorhandenen Potenziale in der Landwirtschaft hemmen die Entwicklung Burkina Fasos. Hinzu kommen ungünstige Produktionsfaktoren. Die durch die Binnenlage des Landes entstehenden Kosten für Transport und Energie sind sehr hoch. Außerdem ist das Ausbildungs- und Produktivitätsniveau gering. Etwa 70 Prozent der Bevölkerung können nicht lesen und schreiben.

Die Absenkung der HIV-Infektionsrate von 2,1 Prozent (2001) auf 0,9 Prozent (2013) kann als großer Erfolg betrachtet werden, wobei beim Zugang zu antiretroviralen Medikamenten noch Defizite bestehen; lediglich 35 Prozent der HIV-Infizierten hatten 2007 Zugang zu einer solchen Behandlung.

Langsame Fortschritte weist Burkina Faso im Bereich der Senkung der Kindersterblichkeit auf. Die Sterberate der Kinder unter fünf Jahren sinkt seit 1994 kontinuierlich, von 201,8 pro 1.000 Lebendgeburten auf zuletzt 98 (2013), bleibt damit aber noch immer auf relativ hohem Niveau. Ein Rückgang der Kindersterblichkeit um zwei Drittel bis 2015 kann voraussichtlich nicht erreicht werden. Fast die Hälfte der Einwohner ist unter 15 Jahre alt. Die Lebenserwartung liegt bei nur 55 Jahren.


Kinder üben lesen und rechnen in Ouagadougou. Universitätsstudenten arbeiten als Freiwillige, um Tuareg-Kinder bei ihren Schulaufgaben zu helfen.

Das starke Bevölkerungswachstum erschwert die Situation: Obwohl gutes Ackerland sehr knapp ist, müssen immer mehr Menschen ernährt werden. Die Bevölkerung weicht darum in Gebiete aus, die noch fruchtbar sind. Viele dieser neu erschlossenen Flächen werden so intensiv genutzt, dass die Böden dadurch auf Dauer unbrauchbar werden. Wenn die Bevölkerung weiter so stark wächst, wird Burkina Faso schon in wenigen Jahrzehnten an die Grenzen seiner eigenen Ernährungsmöglichkeiten stoßen. Dies wird voraussichtlich zu einer zunehmenden Verstädterung führen. Derzeit liegt der Anteil der Stadtbewohner an der Gesamtbevölkerung bei etwa 28 Prozent.

Burkina Faso hat jedoch auch bedeutende Entwicklungsfortschritte gemacht. Wichtige Indikatoren zur Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele haben sich in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert. So sank der Anteil unterernährter Kinder innerhalb eines Jahrzehnts um mehr als ein Drittel auf knapp 26 Prozent (2010). Die Zahl der eingeschulten Kinder wurde mehr als verdoppelt – von 30 Prozent (1990) auf über 66 Prozent (2012). Deutliche Verbesserungen gab es ebenso beim Zugang zu sauberem Trinkwasser (1990: 41 Prozent, 2012: 82 Prozent).


Entwicklungspotenziale

Frauen bei der Feldarbeit in einem Dorf in der Region Fada N’Gourma, Burkina Faso

Die Wirtschaftsleistung von Burkina Faso ist im regionalen Vergleich gut. Trotz Herausforderungen wie der internationalen Finanzkrise und der Ernährungskrise in der Sahelzone konnte Burkina Faso sein makroökonomisches Gleichgewicht halten. Die Inflation ist seit mehreren Jahren relativ niedrig (2013: 0,5 Prozent), das Wirtschaftswachstum erreichte 2014 ungefähr 5,7 Prozent, das Haushaltsdefizit liegt bei rund 3,2 Prozent. Der Internationale Währungsfonds prognostiziert eine Steigerung der Eigeneinnahmen von 15,8 Prozent (2011) auf 17,4 Prozent (2016). Im Jahr 2013 lag die Eigeneinnahmenquote mit 17,8 Prozent erstmals innerhalb des Konvergenzziels der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA) (17 Prozent).

Die Land­wirt­schaft und die ihr nach­ge­la­ger­ten Wirt­schafts­zweige ber­gen das größte Ent­wick­lungs­po­ten­zial für die Wirt­schaft des Landes. Vier Fünf­tel der Be­völ­ke­rung arbeiten in der Land­wirt­schaft, annähernd vierzig Prozent der volks­wirt­schaft­lichen Leistung werden hier erbracht. Industrie gibt es hin­ge­gen fast nicht. Ansätze zur Diversifizierung der Wirtschaft durch Gemüse­anbau und Rind­fleisch­produktion haben bisher nur einen bescheidenen Umfang.

Das Land hat erhebliche Standort­nachteile: Weil Burkina Faso keinen Zugang zum Meer hat, sind die Transportkosten für die Exportwirtschaft hoch. Auch die wachsenden Kosten für Energie, die schlecht ausgebaute Infra­struk­tur und ein geringes Aus­bil­dungs­niveau behindern die Ent­wick­lung.

Die Deviseneinnahmen des Landes stammten bislang zum größten Teil aus dem Export von wenigen Produkten: Baumwolle, Lebendvieh, Erdnüsse und Gold. Unfaire Welt­handels­be­din­gun­gen wirken sich jedoch extrem negativ auf die Wett­bewerbs­fähigkeit des wichtigen Export­produkts Baumwolle aus.

Durch eine Abschaffung der Subventionen für Baum­woll­pro­du­zen­ten in wohlhabenden Ländern könnte Baumwolle aus Burkina Faso wett­bewerbs­fähig werden. Dadurch könnte die Wirtschaft entscheidende Impulse bekommen. Im Rahmen der Baumwoll­initiative kämpft Burkina Faso deshalb gemeinsam mit Mali, Tschad und Benin gegen die Subventionspolitik der USA, der EU und der Volksrepublik China.

Mit besseren Rah­men­be­din­gun­gen ist auch die Steigerung der Produktivität in kleinen und mittleren Unternehmen für die Ver­arbeitung von anderen landwirtschaftlichen Produkten als Baum­wolle möglich. Dies könnte auch Impulse für kleine Hand­werks­betriebe geben.

In den vergangenen Jahren gewinnt außerdem der Berg­bau­sektor zunehmend an wirt­schaft­licher Bedeutung, der Abbau von Gold hat sich im Zeitraum von 2008 bis 2011 versechsfacht. Inzwischen erzielt Burkina Faso mit Gold sogar höhere Export­ein­nah­men als durch die Baumwollproduktion.

Für eine weitere positive Ent­wick­lung muss das Land die Rechts­sicher­heit für In­ves­ti­tio­nen im Privatsektor verbessern und die Steuereinnahmen erhöhen. Zudem müssen leistungsfähige Banken, vor allem Mikrofinanzinstitute, aufgebaut werden.


Regionale Integration und Stabilität

Afrikanische Mädchen

Burkina Faso en­ga­giert sich für die po­li­tis­che und wirt­schaft­liche In­te­gra­tion Afrikas. Das Land ist Mit­glied in ver­schie­de­nen Re­gio­nal­or­ga­ni­sa­tio­nen, unter anderem in der West­afri­ka­ni­schen Wirtschafts- und Währungs­ge­mein­schaft (UEMOA) sowie der West­afri­ka­ni­schen Wirt­schafts­ge­mein­schaft (ECOWAS). Der Ausbau der Beziehungen zu den Nachbarländern sowie die Vertiefung der Beziehungen zu den wichtigsten Geberländern (EU-Mit­glieds­staaten, Schweiz, Kanada, Taiwan sowie die USA) haben für die Regierung Priorität.

Das Land war und ist an verschiedenen Friedensmissionen der Afrikanischen Union und der Vereinten Nationen beteiligt, unter anderem in Burundi, Liberia, Haiti, der Demokratischen Republik Kongo und dem Sudan. Burkina Faso spielt dank seiner relativen politischen Stabilität eine positive Rolle in der Region. So hat sich der ehemalige Präsident Blaise Compaoré 2010 als Mediator in Guinea und Côte d’Ivoire für die Sicherung eines stabilen Friedens und die Durch­führung von freien Wahlen eingesetzt.

In Burkina Faso gab es Anfang 2011 mehrfach gewalttätige Unruhen mit Toten und Verletzten. Die Proteste richteten sich unter anderem gegen gestiegene Lebenshaltungskosten, universitäre Missstände oder willkürliche staatliche Abgaben. In der Hauptstadt Ouagadougou sowie in anderen Städten und Gemeinden kam es dabei zu Schießereien und zu Plünderungen von Geschäften und Hotels. Die Regierung reagierte mit gezielten Maßnahmen zur Abmilderung der Krise, etwa durch Einführung von Preissubventionen für bestimmte Grundnahrungsmittel, die Senkung oder Aussetzung von Steuern und Abgaben, der Entschädigung für Plünderungen sowie Gehaltserhöhungen für Staatsbedienstete.

Am 30. Oktober 2014 sollte das burkinische Parlament über eine Änderung der Verfassung abstimmen, die dem seit 27 Jahren amtierenden Staatspräsidenten Compaoré eine weitere Amtszeit ermöglicht hätte. In Folge von Massenprotesten in der Hauptstadt Ouagadougou und der zweitgrößten Stadt Bobo-Dioulasso gab Compaoré am 31. Oktober 2014 seinen Rücktritt bekannt. Das Militär übernahm kurzzeitig die Macht und gab sie dann an eine zivile Übergangsregierung unter dem Diplomaten Michel Kafando ab. Neuwahlen von Parlament und Präsident werden voraussichtlich im November 2015 stattfinden.


Men­schen­rech­te

Eine Gesundheitshelferin spricht über Mütter- und Kindergesundheit und Hygiene in Djomga, Burkina Faso

Die Lage der Men­schen­rech­te hat sich verbessert. Die Regierung hat in den vergangenen Jahren verschiedene Maßnahmen zum Schutz der Men­schen­rech­te ergriffen. Unter anderem wurde ein Fonds für die Opfer politischer Gewalt gegründet und es wurden Reformen im Justizwesen eingeleitet. Die Men­schen­rech­te sind nun dem Justizressort zugeordnet.

Doch auf dem Land werden die Grund­rechte – und besonders die Frauen­rechte – noch wenig res­pek­tiert; Frauen sind kaum an poli­ti­schen Ent­scheidungs­prozessen beteiligt. Seit 2009 ist deshalb bei allgemeinen Wahlen eine Frauen­quote von 30 Prozent vor­ge­schrie­ben. Die burkinische Armuts­be­kämp­fungs­strategie baut auf der Gleich­berechtigung von Männern und Frauen auf. 2009 wurde erstmals eine nationale Genderstrategie verabschiedet.

Die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) ist gesetzlich verboten, jedoch weiterhin landesweit üblich: Rund 75 Prozent aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren un­ab­hän­gig von ihrer regionalen, ethnischen oder religiösen Herkunft sind hiervon betroffen. Studien zufolge ist die Zahl der Ver­stüm­me­lungen jedoch rückläufig (Rate für die Altersgruppe 0 bis 14 Jahre 2010: 13,3 Prozent). Im regionalen Vergleich hat das politische En­gage­ment Burkina Fasos zur Überwindung von FGM Modell­charakter.

Burkina Faso war eines der ersten afrikanischen Länder, das 1996 ein Gesetz gegen FGM erlassen hat. Doch der Einsatz für die Überwindung von FGM begann bereits Mitte der 1970er Jahre mit einem breiten zivil­gesell­schaft­lichen En­gage­ment. 1990 wurde das Nationale Komitee zur Über­win­dung von FGM (CNLPE) ge­grün­det, dessen Vorsitzende die Frau des ehemaligen Staats­prä­si­den­ten Compaoré war. 2011 wurde das Komitee durch die Regierung in einen Nationalrat umgewandelt, um der Über­win­dung von FGM zu­sätz­liche Dynamik zu verleihen. Der Tatbestand von FGM wird mit Gefängnis­strafen zwischen sechs Monaten bis zu drei Jahren geahndet. Bei FGM mit Todesfolge wird eine Gefängnisstrafe von fünf bis zehn Jahren verhängt.

Trotz gesetzlich festgeschriebener Kinder- und Jugendrechte sind die Lebens­be­din­gungen dieser Bevölkerungsgruppe schwierig: So werden 36 Prozent aller Kinder nach der Geburt nicht regis­triert und leben ohne Aus­weis­papiere und Alters­nachweis. Kinderarbeit und Kinderhandel sind nach wie vor verbreitet; 40 Prozent der Kinder arbeiten, davon der überwiegende Teil in so­genannten "schädlichen und gefährlichen Beschäftigungen" (zum Beispiel in Goldminen). Der Anteil der Kinder, die aus Arbeits­gründen von ihren Eltern getrennt leben (zum Beispiel als illegale Migranten in Nachbarstaaten), wird auf 5 Prozent geschätzt.


Armutsbekämpfung

Burkina Faso hat im Jahr 2000 seine erste Armuts­be­kämp­fungs­strategie (Cadre Stratégique de Lutte contre la Pauvreté, CSLP) erstellt und 2003 komplett überarbeitet. Die dritte Fassung wurde seit 2009 in einem partizipativen Prozess erarbeitet und im Dezember 2010 verabschiedet. Die neue Strategie (Stratégie de Croissance Accélérée et de Développement Durable, SCADD) orientiert sich stärker am Wirt­schafts­wachs­tum, bezieht aber auch die bisherigen Ziele Zugang zu sozialen Grunddiensten für Arme, Arbeit und Einkommen schaffende Maßnahmen sowie gute Regie­rungs­führung mit ein. Bei der Überprüfung der Armuts­be­kämp­fungs­strategie ist die Zivil­ge­sell­schaft beteiligt, sie hat jedoch keine Entscheidungskompetenz.

Der burkinischen Regierung fällt es schwer, die vorgesehenen Reformen umzusetzen. Gründe dafür sind unter anderem die Finanzschwäche des Landes, ein Mangel an qualifiziertem Personal und funktionsfähigen Verwaltungsstrukturen sowie die unzureichende Infra­struk­tur. Die De­zen­tra­li­sie­rung der Ver­wal­tungs­struk­turen und die Übertragung von mehr Planungs- und Entscheidungs­kompetenzen auf die Kommunen könnte die Um­setzung einiger Reformen fördern. Die He­raus­for­de­rung besteht nun darin, den Ge­mein­den zu ermöglichen, ihre neuen Aufgaben zu erfüllen.


Schwerpunkte der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit

Die Un­ter­stüt­zung durch Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit ist für Burkina Faso existenziell wichtig. Zuschüsse und Auslandskredite machen über 50 Prozent der Staatseinnahmen aus.

Bei Re­gie­rungs­ver­hand­lungen erhielt das Land im Dezember 2011 von Deutsch­land eine Zusage über 82 Millionen Euro für einen Zeit­raum von drei Jahren.

Mit der Regierung von Burkina Faso wurden drei Schwerpunkte der Zu­sam­men­ar­beit verabredet. Sie ergänzen das En­gage­ment anderer Geber in Burkina Faso:

  • Land­wirt­schaft und Ressourcenmanagement

  • Dezentralisierung/Kommunalentwicklung

  • Trink­wasser­ver­sorgung und Ab­was­ser­ent­sorgung

Ergänzend zu diesen drei Schwerpunkten beteiligt sich die deut­sche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit gemeinsam mit neun weiteren Geben seit 2005 an allgemeiner Budgethilfe zur Umsetzung der burkinischen Armuts­bekämpfungs- und Wachstums­strategie. Zu­sätzlich wird das burkinische Wirtschafts- und Finanz­minis­te­rium von deutschen Expertinnen und Experten in Fragen der Armuts­bekämpfung beraten.

In weiteren Bereichen engagiert sich Deutsch­land durch so­ge­nann­te Quer­schnitts­programme: Förderung der Menschen-, be­son­ders der Frauenrechte, Ver­bes­se­rung der sexuellen Ge­sund­heit besonders von Jugend­lichen, Bekämpfung von HIV/Aids und En­gage­ment gegen Kinderarbeit.


Land­wirt­schaft und Ressourcenmanagement

Frauen stellen Käse in einer Molkerei in Dori, Burkina Faso, her.

Für die Ernährung der Menschen in Burkina Faso und für die Be­kämp­fung der Armut spielt die Land­wirt­schaft eine wichtige Rolle. Die Regierung hat darum mit deut­scher Un­ter­stüt­zung eine Strategie für die ländliche Ent­wick­lung bis 2015 ent­wickelt. Sie bildet den Rahmen für die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit. Gleichzeitig arbeiten beide Seiten mit weiteren afrikanischen und in­ter­na­ti­o­nalen Partnern daran, die nationale Entwicklungsstrategie sinnvoll einzugliedern in einen neuen umfassenden Ansatz für landwirtschaftliche Ent­wick­lung in Afrika, dem sogenannten "Comprehensive Africa Agriculture De­vel­op­ment Programme" (CAADP) der Neuen Partner­schaft für Afrikas Ent­wick­lung (New Partnership for Africa's De­vel­op­ment, NEPAD).

Deutsch­land unterstützt Burkina Faso außerdem bei der Ein­füh­rung einer markt­orientierten land­wirt­schaft­lichen Produktion und Verarbeitung. Dazu wird ermittelt, welche landwirtschaftlichen Produkte gute Chancen am Markt haben. Im Rahmen der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit werden neue Dienst­leis­tun­gen zur Markt­an­bin­dung, zur Produkt­verarbeitung und zur Ver­bes­se­rung von Qualitäts­standards entwickelt. Dadurch soll das Einkommen der Bauern steigen. Ein weiterer Arbeitsbereich ist die Einführung verbesserter Finanzierungs­mechanismen. Maßnahmen zum Erosions­schutz und zur Nutzung von Tal-Auen sollen helfen, die natürlichen Ressourcen nach­hal­tig zu nutzen.


De­zen­tra­li­sie­rung und Kommunalentwicklung

Die Förderung der Demokratie und der Teilhabe aller gesell­schaft­lichen Gruppen an der Ent­wick­lung von Burkina Faso ist – gerade auch vor dem Hin­ter­grund der Unruhen von 2011 und des Volksaufstands von 2014 – das wich­tig­ste Ziel des Schwer­punkt­bereichs "De­zen­tra­li­sie­rung und Kommunalentwicklung" der burkinisch-deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit. In Burkina Fasos Verfassung von 1991 wurde De­zen­tra­li­sie­rung als Teil des demokratischen Reformprozesses verankert. Auch in der burkinischen Strategie zur Armuts­be­kämp­fung wird die Bedeutung leistungs­fähiger Verwaltungs­strukturen für die Armutsbekämpfung hervorgehoben.

Die Bun­des­re­pu­blik unterstützt den Aufbau von demokratisch legitimierten Selbst­ver­wal­tungs­strukturen. Denn regionale In­sti­tu­tionen können in der Regel effizienter arbeiten und sach­ge­rech­ter entscheiden als zentrale Regierungs­behörden in der Haupt­stadt. Für die Zielgruppe der armen Bevölkerung soll dadurch eine Ver­bes­se­rung der Lebens­qualität und eine Ver­min­de­rung ihrer Armut erreicht werden. Schlüssel­bereiche der Zu­sam­men­ar­beit in diesem Sektor sind die Präzisierung und die Abgrenzung kommunaler und zentral­staat­licher Aufgabenbereiche, die Qualifizierung des Personals und die Abschätzung des Finanz­bedarfs für den Betrieb von dezentralen Verwaltungseinheiten. Mit einem Fonds zur Ver­bes­se­rung der kommunalen Infra­struk­tur sollen die finanziellen Möglichkeiten von Selbst­verwaltungs­organen verbessert werden.


Trinkwasserversorgung und Ab­was­ser­ent­sorgung

Ein afrikanisches kleines Mädchen trinkt Wasser an einem Wasserhahn. Urheberrecht Photothek.net, Köhler

Die Wasserversorgungssysteme Burkina Fasos reichen nicht aus, um die Bevölkerung mit sauberem Trink­wasser zu versorgen. In Zukunft wird diese Situation noch durch schwindende Grund- und Ober­flä­chen­wasser­vorräte verschärft.

Im Dezember 2006 hat die Regie­rung ein nationales Programm im Bereich Trink­wasser und Abwasser verabschiedet. Das Programm bildet den Rahmen für Beiträge der Re­gie­rung, der Nicht­re­gierungs­or­ga­ni­sa­tio­nen und der Geber. Die Ver­sor­gung der Be­völ­ke­rung mit hygienisch ein­wand­freiem Trink­wasser hat sich seit Beginn des nationalen Pro­gramms erheblich verbessert.

Gegenwärtig konzentriert sich die burkinisch-deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit auf die Trink­wasser­ver­sorgung und Ab­was­ser­ent­sorgung in Klein- und Mittelstädten. Durch die Zu­wan­de­rung in diese Städte ist ein großer Nachholbedarf entstanden. Aufgrund der De­zen­tra­li­sie­rung müssen die Städte jetzt auch Management­aufgaben übernehmen, für die sie noch nicht ge­rüs­tet sind. Das Programm zielt darauf, die Nutzer der Wasser­ver­sor­gungs­systeme stärker an der Ver­ant­wor­tung für ihren Betrieb zu beteiligen. Dazu werden institutionelle Reformen eingeleitet, die auf kommunaler Ebene verankert sind. Ziel der Zu­sam­men­ar­beit ist es, die Menschen mit hygienisch einwand­freiem Trink­wasser zu versorgen und eine bedarfs­gerechte Ab­was­ser­ent­sorgung aufzubauen.


Weitere Informationen

Publikationen

BMZ-Afrikapolitik: Neue Herausforderungen und Akzente

PDF 1,6 MB, barrierefrei

Neue Akzente in unserer
Afrikapolitik | Zwischenbilanz nach einem Jahr

PDF 5 MB, barrierefrei

Die neue Afrika-Politik des BMZ
Afrika auf dem Weg vom Krisen- zum Chancenkontinent

PDF 1,2 MB, barrierefrei

Entwicklung ländlicher Räume und ihr Beitrag zur Ernährungssicherung
BMZ-Informationsbroschüre

PDF 1,6 MB, barrierefrei

Weibliche Genitalverstümmelung –
Der Beitrag der deutschen Entwicklungspolitik zur Überwindung dieser Menschenrechtsverletzung an Mädchen und Frauen
Positionspapier des BMZ

PDF 1,1 MB, barrierefrei

Dezentralisierung und lokale Selbstverwaltung
Faltblatt

PDF 327 KB, barrierefrei

Bekämpfung der Desertifikation
Faltblatt

PDF 999 KB, barrierefrei

Entwicklungs­zus­ammen­arbeit im Bereich Siedlungs­hygiene und Ab­wassermanagement

PDF 522 KB, barrierefrei

Deutschlands Beitrag zur nach­haltigen Ein­däm­mung von HIV
BMZ-Strategiepapier

PDF 809 KB, barrierefrei

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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