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Kapitel 4.4

Gesundheit, Bildung und soziale Sicherung


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Wo stehen wir, wo wollen wir hin?

Die Sicherstellung von Angeboten für Gesundheit, Bildung und soziale Sicherung gehört zu den Kernbereichen staatlicher Fürsorge. Die afrikanischen Staaten müssen dieser Verantwortung gerecht werden.

Doch in Afrika mangelt es an Infrastruktur, Ausstattung und vor allem an gut ausgebildetem Fach- und Verwaltungspersonal, um Bildung und Basisgesundheitsversorgung bereitzustellen. Zu viele Kinder können auch nach dem Schulbesuch nicht lesen und schreiben; vor allem Mädchen brechen zu oft die Schule ab. Bildung ist die Voraussetzung für die Entwicklung der Zukunft. Familienplanung, sinkende Kindersterblichkeit und Bildungschancen für Frauen sind unerlässlich zur Senkung des Bevölkerungswachstums.

Diese Sektoren sind auch wichtige Wirtschaftsfaktoren und bieten Arbeitsplätze für Millionen Menschen. Innovative digitale Lösungen bergen wirtschaftliches Potential sowie die Chance, Menschen in entlegenen Gebieten mit Bildungs- und Gesundheitsangeboten zu versorgen (zum Beispiel "E-Health"-Lösungen). Daneben benötigt Afrika leistungsfähige soziale Sicherungssysteme. Diese tragen direkt zur Armutsreduzierung und Verringerung von Ungleichheit bei und setzen produktive Kräfte frei. Noch immer verfügen mehr als drei Viertel der Menschen in Afrika über keinerlei soziale Absicherung.

Unser Ziel ist ein Afrika, das "in punkto Lebensqualität weltweit zur Spitzengruppe gehört", etwa durch die Bereitstellung grundlegender Dienstleistungen in den Bereichen Bildung und Gesundheit, und dessen "Humankapital als seine wichtigste Ressource voll entwickelt" ist. (Agenda 2063)


In vielen Staaten müssen sich die Schülerinnen und Schüler Bücher teilen
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In vielen Staaten müssen sich die Schülerinnen und Schüler Bücher teilen


Was muss passieren?

Afrika

  • Ausreichend Mittel für Bildung (15–­20 Prozent des Haushalts) und Gesundheit (15 Prozent) bereit-­ und Zugang für Frauen und Mädchen sicherstellen – NEPAD­-Vereinbarung zu Bildung und Gesundheit endlich umsetzen.
  • Bildungssysteme verbessern (insbesondere Verwaltung, Lehrkräfteausbildung, Schulbau).
  • Hochschulbildung stärker am Arbeitsmarkt ausrichten.
  • Duale Ausbildungssysteme einführen und Handwerksausbildung aufbauen.
  • Frühzeitige und umfassende Sexualaufklärung sicherstellen.
  • Investitionen in soziale Sicherung erhöhen und umfassende soziale Sicherungssysteme unter Berücksichtigung von Sozialtransfers und Beschäftigungsmaßnahmen aufbauen.

Deutschland

  • Möglichkeiten der Digitalisierung für Bildungsförderung nutzen (zum Beispiel Lern-­ und Lehrmaterialien mit offener Lizenz, E-­Learning, offene Massen­-Onlinekurse).
  • Wissenschaftskooperation mit Afrika und Angebot von Stipendien mit dem Ziel gegenseitigen Lernens massiv ausbauen.
  • BMZ-­Initiativen zur Ausbildung von Gesundheitsfachkräften und zur Familienplanung und Müttergesundheit ausdehnen.
  • 500 Klinikpartnerschaften zusammen mit der Wirtschaft realisieren.
  • Innovative Lösungen für soziale Sicherung mit privater Finanz­ und Versicherungswirtschaft ausbauen.
  • Privatsektor bei Risikoübernahme unterstützen.
  • Rückversicherung für soziale Sicherungssysteme entwickeln und Anschubfinanzierung leisten.
  • Kredite und Eigenmittel der Partnerländer für soziale Sicherung hebeln.

International

  • Die Globale Bildungspartnerschaft für effektive Koordinierung und Fokus auf Grundbildung in den ärmsten Ländern stärken.
  • Digitale Bildung für Frauen und Mädchen und entsprechende Jobchancen fördern und gemeinsam mit G20 (#E­Skills4Girls­-Initiative) voranbringen.
  • Pflichtbeiträge der Mitgliedstaaten für die WHO um mindestens 10 Prozent erhöhen.
  • Faire Preise der internationalen Pharmakonzerne für essentielle Medikamente sicherstellen.
  • Innovative Ansätze für den Gesundheitssektor in Kooperation mit der Privatwirtschaft entwickeln und ausbauen.
  • Innerhalb der G20 soziale Sicherungssysteme als wichtiges Instrument zur Abfederung von Krisen auch in Entwicklungsländern (Wirtschaft, Migration, Klima) stärker anerkennen und G20­-Empfehlungen hierzu umsetzen.

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Kommentare (27)

Dorothea Trappe schrieb am 26.02.2017 21:46

Der Punkt Bildung sollte höhere Priorität genießen. Bildung auch in den lokalen Sprachen sollte benannt werden.

 

Claudia J. Jerger schrieb am 24.02.2017 14:45

Wir sind der Meinung, dass in der heutigen Zeit für afrikanische Länder, Low-Cost-Private-Schools zudem eine ideale Lösung für hochwertige Bildung, Fortbildung der Lehrer, Sicherheit, Kontrollsysteme etc. beinhalten.

 

Stefanie Timm schrieb am 24.02.2017 14:42

Eine gute Schulbildung ist essentieller Bestandteil für eine erfolgreiche Zukunft. Hier hört der Lernprozess jedoch nicht auf. Wenn wir beispielsweise in den Bereich der Tiermedizin gehen, bestehen in Afrika viele Wissenslücken, die in einer mangelhaften bis gar nicht vorhandenen tiermedizinischen Ausbildung gründen. Eine verbesserte berufliche Bildung und natürlich auch Weiterbildung sind Hilfe zur Selbsthilfe und der langfristige Schlüssel zu einer besseren Zukunft für Afrika. Das einmal gut ausgebildete Personal kann sein Wissen an die folgenden Generationen weitergeben und die Hilfe von außen wird im Zeitverlauf obsolet. Aus unserer Erfahrung, die wir im Rahmen unseres tiermedizinischen Weiterbildungsprogramms TIERÄRZTE WELTWEIT in Uganda, Tansania, Gambia und Malawi sammeln konnten, sind Workshops vor Ort mit realistischen Gegebenheiten empfehlenswert. Die Wissensvermittlung sollte sich darüber hinaus auf die lokalen Herausforderungen fokussieren und der Wissensbedarf im Vorfeld gemeinsam erörtert werden. Hilfreich ist dabei ein lokaler Partner, der die Situation einzuschätzen weiß. Die tiermedizinische Versorgung hat dabei auch Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und sollte daher im Bereich der Bildungsverbesserung eine prominente Rolle spielen. 60 Prozent aller den Menschen befallenden Krankheitserreger sind tierischen Ursprungs. Sind die Tiere durch permanenten Stress immunsuppremiert, können sie sich mit Zoonosen wie z.B. Salmonellen, Listerien oder auch Tuberkulose infizieren. Schwangere, Mütter und Kinder in Afrika nehmen viel Rohmilch zu sich, die diese lebensbedrohlichen Erreger übertragen können. Eine fundierte tiermedizinische oder auch tiergesundheitliche Ausbildung, zusammen mit grundlegenden tiergerechten Haltungskenntnissen der Tierbesitzer und einer konsequenten Datenerhebung, kann Schlimmeres verhindern.

 

BORDA e.V. schrieb am 24.02.2017 14:41

Sicheres Trinkwasser, sauberes Wasser und sichere sanitäre Anlagen in Schulen und Krankenstationen sind eine Grundvoraussetzung für den nachhaltigen Erfolg von Bildungs- und Gesundheitsprojekten. Eine Vielzahl der Krankenstationen und Krankenhäuser ist nicht mit angemessenen sanitären Anlagen für Schwangere und Frauen im Wochenbett, Neugeborene und Kinder, ältere Menschen und Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen ausgestattet. Dies führt zu teilweise tödlichen Krankheiten und trägt zur hohen Mütter- und Kindersterblichkeit bei.

 

Claudia J. Jerger schrieb am 24.02.2017 14:40

Wir benötigen auch Maßnahmen, die der Bevölkerung den Zugang zu Ausbildungen in E-Learning-Centern mit hochwertigen, überprüften Lehrprogrammen, contents, ermöglichen. Zusätzlich können Lehrkräfte E-Learning-Weiterbildungen absolvieren und gleichzeitig eine große Zahl Menschen ausgebildet werden. Höchste Priorität „bad contents“, Terror, Gewalt, Extremismus Inhalte,auszuschalten und auch dafür professionelle E-Lehrkräfte auszubilden.Diese Akademien müssen zudem „Child Protection Policy“ für Bildungspersonal mit aufnehmen, um die sehr hohe Vergewaltigungsrate auch durch Lehrer in den Schulen zu minimieren (bis zu 60 Prozent der Mädchen). Ein verlässliches Kontrollsystem, besonders für staatliche Schulen, ist von größter Wichtigkeit, um der Abwesenheit oder dem Schulabbruch von Schülern entgegenzuwirken, sowie Lehrer-Abwesenheit auszuschalten. E-Centren bieten einer ganzen Gemeinde zudem zu verschiedenen Uhrzeiten Zugang zu Lerninhalten zur Verbesserung der Landwirtschaft, verantwortungsvoller Umgang mit Wasser, Gesundheitsprogrammen, Familienplanung für Frauen, Präventionsprogrammen u.v.m.

 

Frank Mischo schrieb am 24.02.2017 13:40

Zugang zu essentiellen Gesundheitsdienstleistungen für alle Menschen in Afrika Angesichts von jeweils immer noch einer Million Toten jährlich durch HIV und Aids, Tuberkulose und Malaria, sowie vielen weiteren Krankheiten, wie den vernachlässigten Tropenkrankheiten ist eine flächendeckende Gesundheitssystemstärkung und der Ausbau vorhandener Gesundheitsstrukturen in Afrika die wichtigste Investition, um einen Zugang für alle Menschen in Afrika zu essentiellen Gesundheitsdienstleistungen zu erreichen. Die Erreichung der Gesundheitsziele der Agenda 2030 sollten der Standard für das Eckpunktepapier sein. Die Beendigung der Abwerbung von Gesundheitsfachkräften sollte ein wichtiges Element der Gesundheitsförderung sein. Eine flächendeckende Gesundheitssystemstärkung kann für besonders vulnerable Gruppen nur durch Einsetzung öffentlicher Zahlungen für die Entwicklungszusammenarbeit (ODA) erreicht werden. Die Mobilisierung privaten Kapitals hilft dafür nur in Teilbereichen. Kinder sind besonders verletzlich und die Verringerung der Kinder- und Müttersterblichkeit, die in den ärmsten Ländern Afrikas noch ein zentrales Problem darstellt, sollte Priorisiert unterstützt werden. Gesundheit sollte als eine der wesentlichen Voraussetzung für Beschäftigung und ökonomisches Wachstum benannt werden. Die Investition in Gesundheit ist daher immer auch eine Investition für Wachstum und Beschäftigung. Dazu kommt, dass der Gesundheitssektor selbst ein Wachstumssektor mit vielen Arbeitsplätzen ist. Insgesamt müssen die öffentlichen Zahlungen für die Entwicklungszusammenarbeit (ODA) geleistet werden. Davon nach der Abuja Deklaration insgesamt 0,1 Prozent des BNE für Gesundheitsausgaben.

 

Sid Peruvemba schrieb am 24.02.2017 11:04

Zum Thema Ausbildung: Solche Projekte müssen mit langem Atem finanziert werden. Das Qualitätsmerkmal muss die Ausbildung an und für sich sein (modern und qualitativ hochwertig), denn dann wir "Nachhaltigkeit" automatisch erzielt: Wenn Menschen eine Berufsausbildung erhalten und ihr Handwerk verstehen, können Sie in der Regel davon leben. Das trägt auch zu einem realistischeren Verständnis von Nachhaltigkeit bei, das weniger an Strukturen und mehr an Menschen geknüpft ist.

 

Dorothea Schönfeld schrieb am 23.02.2017 14:48

Bildungsperspektiven für Kinder in Afrika Die Kindernothilfe begrüßt, dass Bildung im Fokus des Marshallplans steht, da der afrikanische Kontinent die weltweit höchsten Raten von out-of-school-children aufweist. Damit wirklich nicht nur die Eliten vom wirtschaftlichen Aufschwung profitieren (These 6), muss Bildung von der Grundbildung bis zur Berufsbildung chancengerecht und gebührenfrei zugänglich sein und von Anfang an gestärkt werden. Es gibt zahlreiche Evidenzen, dass frühe Investitionen in frühkindliche Bildung und Entwicklung (ECCE) sich langfristig am stärksten auszahlen und dass entsprechende Maßnahmen positive Effekte auf andere Sektoren wie Mütter- Gesundheit und Ernährungssicherung haben. Das BMZ sollte also seine bisherige Priorisierung der beruflichen Bildung und Hochschulbildung überdenken und Grundbildung, einschließlich der frühkindlichen Bildung, in gleichem Maße stärken und mindestens 10 Prozent der ODA-Mittel in Grundbildung investieren. Die Kindernothilfe fordert das BMZ auf, konkrete Empfehlungen für Deutschland im Grundbildungsbereich zu nennen Die Kindernothilfe unterstützt die internationale Empfehlung, die Globale Bildungspartnerschaft (GPE) in Zukunft stärker zu fördern, die GPE ist ein Vorreiter des partnerschaftlichen Ansatzes und der Stärkung von Eigenleistungsfähigkeiten der afrikanischen Länder. Die Kindernothilfe fordert deshalb, mindestens 100 Millionen Euro in den jährlichen Haushalt für GPE einzustellen und diese Zahl als Messgröße in den Marshallplan zu übernehmen. Das Potential von IKT für den Aufbau von inklusiven Bildungssystemen sollte nicht überbewertet werden und sollte in keinem Fall den Einsatz von qualifizierten Lehrkräften ablösen. Es fehlt im diesem Kapitel der Verweis auf Bildung in Krisen- und Konfliktsituationen, von denen mehrere afrikanische Länder betroffen sind. Das BMZ sollte die langfristige Entwicklungszusammenarbeit stärker mit der Humanitären Hilfe und der Übergangshilfe verzahnen und zeitlich gesehen schnell in die Bildungsförderung einsteigen.

 

Ahmed O. schrieb am 19.02.2017 21:42

Geschultes Personal aus Deutschland (am besten mit Migrationshintergrund um ein clash of culture zu verhindern) in die Sub-Sahara schicken und fördern. Ziele in den afrikanischen Ländern: 1) Nachhaltige Stromversorgung 2)Prävention und Kontrolle von multiresistenter Erreger + Krankenhaushygiene. Da bieten wir uns an und sind in dem Sektor bereits erfahren.

 

Hildegard Dressino schrieb am 13.02.2017 17:37

Gerne möchte ich folgende Ergänzungsvorschläge unterbreiten: 3.2. "Frieden, Sicherheit, Stabilität" (S. 20): Besserer Schutz von Entwicklungshelfern, insbesondere Gesundheitspersonal, vor Angriffen durch terroristische Organisationen 4.4. "Gesundheit, Bildung und soziale Sicherung" (S. 32): - BMZ-Initiativen zur Ausbildung von Gesundheitsfachkräften, zur Immunisierung von Kindern sowie zur Familienplanung und Müttergesundheit ausdehnen. - Innovative Ansätze für den Gesundheitssektor in Kooperation mit Nichtregierungsorganisationen und der Privatwirtschaft entwickeln und ausbauen. - Gesundheitsziele der G7 und G20 mit Blick auf Afrika konsequent umsetzen.

 

Jenni Jerabek schrieb am 13.02.2017 16:12

Ganz wichtig hier Kinder mit Behinderungen mitzudenken. Von allen Kindern die keine Schulbildung haben, sind 50 Prozent Kinder mit Behinderungen. Diese haben kaum einen Zugang zu Bildung. Daher ist es wichtig auf Inklusive Bildung hinzuarbeiten. Ein Bildungssystem, das für alle Kinder zugänglich ist. Dies gehört in das gesamte Kapitel eingearbeitet.

 

Fiona Uellendahl schrieb am 09.02.2017 11:49

Kommentierung zu Kap. 4.4 Insgesamt kommt dem Thema Gesundheit zu wenig Bedeutung zu. Gesundheitsversorgung - als ein elementarer Bestandteil einer Gesellschaft - sollte ein eigens Kapitel gewidmet sein (ebenso wie dem Thema Bildung) Es fehlt zudem eine klare Benennung und Bezug zu den Sustainable Development Goals (SDGs) – beim Thema Gesundheit zu SDGs 3. Zudem sollte bei Gesundheit von dem in den SDG verankerten Ansatz des Universal Health Coverage (UHC) ausgegangen werden, als ein übergeordnetes Ziel von SDG3. Um UHC und SDG3 zu erreichen, sind stabile und ausreichend finanzierte Gesundheitssysteme nötig. Will man Wirtschaftswachstum erreichen, ist eine gesunde Bevölkerung und der Zugang zu ausreichender Gesundheitsversorgung eine Grundvoraussetzung. Gerade in Afrika sterben viele Menschen, da sie keinen oder nicht ausreichenden Zugang zu Gesundheitsversorgung haben. Notwendige Medikamente sind entweder zu teuer oder oftmals schlichtweg nicht vorhanden. Besonders betroffen sind dabei die entlegenen ländlichen Regionen. Auch bei der Erforschung neuer Medikamente und Impfstoffe muss der Zugang zu bezahlbaten Medikamenten in armen Ländern Afrikas berücksichtigt werden. Bei der Entwicklung neuer Behandlungsmethoden sollten insbesondere auch jene Krankheiten berücksichtigt werden, die überwiegend in armen Ländern auftreten. Dabei sollten nicht Marktorientierung oder Gewinnmaximierung ausschlaggebend sein, sondern es muss bedarfsorientiert, den Patienten in den Mittelpunkt stellend, agiert werden. Die Hervorhebung, dass die Regierungen Afrikas in erster Linie für die Gesundheitsfinanzierung verantwortlich sind, ist richtig. Doch dürfen die Länder, die dies nicht aus eigener Kraft schaffen, nicht damit alleingelassen werden, sollten die nötige Unterstützung seitens der internationalen Gemeinschaft erfahren. Deutschland sollte daher mindestens 0,1 Prozent seiner Entwicklungsgelder in die Gesundheitsversorgung investieren.

 

Marwin Meier schrieb am 09.02.2017 11:48

Seit dem Hang-Zhou Aktionsplan für die Agenda 2030 ist Gesundheit ein Sustainable Development Sector in der Development Working Group. Auch das sollte im Marshallplan wiedergespiegelt werden.

 

Peter Wiessner schrieb am 09.02.2017 11:11

Was muss passieren - Afrika (S. 32) Zu bemängeln ist, dass für Afrika wichtige Themen wie Gesundheit, Prävention, Familienplanung, sexuelle und reproduktive Rechte, Rolle der Aufklärung und armutsassoziierte Krankheiten nicht auftauchen. Die Förderung lokaler Produktionskapazitäten von Medikamenten und Medizinprodukten sollte aufgenommen werden: Afrika muss durch Wissenstransfer und finanzielle Unterstützung in die Lage versetzt werden, unabhängiger zu werden und Medikamente selbst herzustellen. Was muss passieren - Deutschland (S.32) Die Fokussierung auf Krankenhauspartnerschaften erscheint uns ein verkehrter Ansatz. Globale Gesundheitsprobleme lassen sich dadurch nicht flächendeckend lösen – diese Partnerschaften sind, wenn überhaupt, eine punktuelle Lösung, die für ganz Afrika wenig nachhaltige Veränderungen bewirken wird. Wir fordern hier dickere Bretter zu bohren. Um nachhaltig zu einer Verbesserung des Gesundheitsbereichs in Afrika beizutragen, muss Deutschland seinen internationalen Verpflichtungen gerecht werden: Von den 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE), die Deutschland an öffentlichen Zahlungen für die Entwicklungszusammenarbeit (ODA) leisten sollte, sollten 0,1 Prozent des BNE für Gesundheitsausgaben geleistet werden. Zudem gilt es, den Globalen Fond der Bekämpfung von Aids, TB und Malaria angemessen zu unterstützen und den brain drain (die Abwanderung von Gesundheitskräften) durch geeignete Maßnahmen zu bekämpfen. Die Bundesregierung sollte auch ihren Einfluss nutzen, um Druck auf Pharmakonzerne auszuüben, damit diese ihre Präparate im HIV, TB und HCV-Bereich an den Patentpool lizenzieren, so dass preisgünstige Generika in Afrika für diese lebensbedrohenden und chronischen Krankheiten verfügbar sind. Was muss passieren - international (S.32) Der Globale Fond der Bekämpfung von Aids, TB und Malaria (GFATM) muss angemessen unterstützt werden. Der Zugang für alle Menschen zu qualitativ hochwertigen Gesundheitsdienstleistungen und die Beendigung der drei großen Krankheiten bis 2030 muss sichergestellt und finanziert werden, wie in der Agenda 2030 beschlossen. Der Zugang zu essentiellen Medikamenten für alle muss sichergestellt sein. Es muss sichergestellt werden, dass Handelsabkommen keine Zusatzvereinbarungen beinhalten, die den Einsatz der TRIPS Flexibilitäten unterminieren könnten.

 

Peter Wiessner schrieb am 09.02.2017 11:06

Als Aktionsbündnis gegen AIDS meinen wir, dass dem Bereich Gesundheit ein höherer Stellenwert unter Punkt 4.4. eingeräumt werden muss. Die universelle Gesundheitsversorgung für alle muss sichergestellt werden. Ein Bezug zu den entwickelten nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) ist aufzunehmen: das Ende von AIDS bis 2030 kann nur erreicht werden, wenn Schritte, wie in den SDGs festgelegt, finanziert und umgesetzt werden. Die allgemeine Gesundheitsversorgung, die Überwindung der vermeidbaren Kinder- und Müttersterblichkeit sowie die Beendigung der großen Epidemien sollte entsprechend der 2030 Agenda aufgenommen werden. Das muss als globale Gemeinschaftsaufgabe betrachtet werden. Zu ihrer beschleunigten Verwirklichung braucht es eine verbindliche gegenseitige Vereinbarung mit dem Ziel allen Menschen den Zugang zu lebenswichtigen Gesundheitsdiensten zu ermöglichen und sie dabei vor dem Absturz in die Armut zu bewahren. Für Deutschland heißt das zwingend, die Empfehlung der WHO-Kommission zu Makroökonomie und Gesundheit umzusetzen und mindestens 0,1 Prozent des BNE für die globale Gesundheit aufzubringen. Zusätzlich zu der Unterstützung der Gesundheitsförderung und –Versorgung sind auch die Mittel für den Ausbau der auf den Bedarf ausgerichteten Forschung und Entwicklung von Medizinprodukten zu erhöhen. Inwiefern innovative digitale Lösungen zur Lösung der Probleme in Afrika Chancen beinhalten, sei hier dahingestellt: beachtet werden sollten auch die Risiken, die in Bezug auf Datenschutz mit E-Health einhergehen. Dies gilt besonders in Ländern mit prekärer Rechtssituation und hoher Diskriminierung. Bei der Fokussierung auf digitale Lösungen sollte der Wert des direkten Arzt-Patientenkontakts nicht unterschätzt werden, der durch elektronische Möglichkeiten der Datenkommunikation ersetzt, bzw. wegrationalisiert werden kann und manchmal darunter leidet. Insgesamt denken wir, dass die Fokussierung auf innovative Lösungen eine einseitige Gewichtung darstellt. Von weit größerer Bedeutung ist es, die in den Lebensverhältnissen und Gesellschaftsstrukturen gründenden Gesundheitsrisiken insbesondere der benachteiligten Bevölkerungsgruppen zu identifizieren und anzugehen. Zum Schaubild auf S. 31 lässt sich nur sagen, dass es aussagekräftigere Schaubilder aus dem Bereich Gesundheit gäbe. Ein Beispiel bietet die folgende Grafik aus unserem 2016 publizierten Bericht (unten angehängt)

 

Marwin Meier schrieb am 08.02.2017 18:30

Die beiden extrem wichtigen - und von Deutschland aktiv unterstützten - Konzepte der Gesundheitssystemstärkung und des allgemeinen Gesundheitszugangs finden hier leider keine Erwähnung, obwohl dies Schlüsselstrategien zur Realisierung des SDG3 der Agenda 2030 sind. Hier sollte dringend nachgebessert werden.

 

Marwin Meier schrieb am 08.02.2017 17:55

Es fehlt in diesem Kapitel die Einbettung in den neuen Rahmen der nachhaltigen Entwicklungziele bis 2030. Im Zeitalter der SDGs ist es wichtig jegliche entwicklungspolitische Anstrengung Deutschlands klar in diesen Bezugrahmen zu stellen. Auch fehlt der Hinweis auf die Abuja-Erklärung der afrikanischen Länder aus dem Jahr 2001 15 Prozent des Haushalts für die Gesundheit einzusetzen. Wichtig wäre es auch auf die WHO Empfehlung einzugehen, dass reiche Geberländer 0,1 Prozent ihres BNE für die Förderung der internationalen Gesundheit einsetzen sollten.

 

Daniele Franc schrieb am 08.02.2017 12:03

Wir haben im Bildungsprojekt KUganda an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt gute Praxiserfahrungen im Bereich der dringend benötigten Lehrkräfteausbildung machen können. Ohne ausreichend qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer ist kaum eine Weiterentwicklung der Schülerinnen und Schüler zu erreichen. Dennoch haben die meisten Lehrkräfte in den Schulen von Uganda keine pädagogische Ausbildung abgeschlossen, wie wir vor Ort erlebt haben. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass bei Klassengrößen von 80 und mehr Schulkindern kein individualisierender und auf die Schwächen der Einzelnen eingehender Unterricht möglich ist, so dass viele Kinder die Grundschuljahre zwar anwesend sind, aber dennoch keine Lese- und Schreibkompetenzen erwerben konnten. Daher war und ist unser Ziel des Projekts die Lehrkräfte durch workshops mit Dozierenden und Lehramststudierenden unserer Universität vor Ort weiterzubilden, Lehrkonzepte auszuarbeiten und die Themen nach afrikanischen Interessen auszurichten. Auch eine online-Plattform mit best-practice Beispielen wurde von den Lehrkräften sehr gut angenommen. Ferner wurde eine Satellitenverbindung für „long-distance-learning-Projekte“ hergestellt, die es ermöglicht, die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt mit dem afrikanischen Kontinent zu vernetzen. Das Projektteam versucht damit, ein nachhaltiges Netzwerk für beide Seiten aufrechtzuerhalten und weiter auszubauen und verfolgt das Ziel, einen gleichberechtigten Austausch zu fördern.

 

Kristina Grass schrieb am 08.02.2017 08:51

Sehr gut – ein Marshallplan mit und für Afrika! 1. Bildung benötigt dringend einen anderen Stellenwert in der Aufzählung, da es ein wichtiger Schlüssel für das Gesamtprogramm ist. Als 4.4. und damit letzter Punkt klingt es wie ein Anhängsel und würdigt nicht die Erfolge der MDGs. 2. Aktive Entwicklungshilfe könnte es u.a. auch sein, die Tausenden jungen zu uns geflüchteten Menschen jetzt hier adäquat auszubilden, ihnen eine gute Berufsausbildung oder Studium zu ermöglichen, statt sie sehr frustriert und ohne Perspektive in ihre Heimatländer abzuschieben. Mit einer guten (Handwerks)Ausbildung und einem über Programme geförderten und transparent begleiteten Finanzierungsanschub werden sie ihren Herkunftsländern eine weit größere Hilfe sein. So können sie das Unternehmertum befördern, Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland und Europa aufbauen, demokratische Ideen transportieren und neue Perspektiven schaffen.

 

Elizabeth Boehme schrieb am 08.02.2017 02:16

A very important aspect in economic growth is education. Education should prepare us for the challenges in life as an adult. Therefore, the content of education in schools and universities is very important in developing the mind-set of the people in Africa. A general knowledge about what is going on in the world and scientific discoveries are good but it is important for the Africans to focus more on their environment. Before leaving Cameroon to Germany for studies, I realized that I was taught very little about my environment and I did not see the need to develop it. I was really curious to know if other Africans in the diaspora had thesame experience. So I conducted a research. I came to a conclusion that the Africans actually know less about themselves and are educated to be employees and not entrepreneurs or to be innovative. Although there are a lot of small businesses everywhere in Africa, there is no innovative soution and there is a lack of strategy. The teachers even make Europe and the US more attractive to their students than their own hometown which of course also promote migration into these areas if the students are unable to find a job. It would be great if we should add “Africa should restructure their educational content” into the Marshall Plan. In order to acquire sustainable economic growth and a good management system, teachers should start teaching the children right from primary school about the purpose of life. Teach them to know their environment and think on how to develop it. Teach them to be innovative and how to build good relationships. What is wealth, greed, capitalism, corruption, good governance etc. This is going to change their mind-set and it leads to sustainable growth in the long-run. At the moment, most Africans do not even see the opportunities they have to build up their own businesses. It is not just the capital that is lacking but also the right knowledge. They think different and their mind-set is different.

 

Klaus Koch schrieb am 06.02.2017 18:49

Addiert man die vorgeschlagenen Haushaltsanteile für Bildung, Gesundheit und Innovationsorientierte Landwirtschaft, so kommt man auf 45 Prozent des jeweiligen Staatshaushaltes. Woher sollen diese Mittel kommen? Wie wird sichergestellt, dass eine Mittelumschichtung in diese Positionen nicht zu Lasten anderer wichtiger Investitionen gehen?

 

Dr Beatrice Moreno schrieb am 28.01.2017 17:01

Solange das Gesundheitssystem nicht stabil, ausreichend und gerecht ist, werden die Bildungschancen vieler Menschen aus Afrika suboptimal bleiben. Chronische Krankheiten, Ausbrüche von Infektionen (Ebola) und latente Mangelernährung sind die wesentlichen Einflussfaktoren. Hier sollten bereits vorhandene Initiativen, die einen breiten gesellschaftlichen Zusammenschluss erprobt haben, herangezogen werden. So arbeiten im Deutschen Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten Wissenschaft, Ärzteschaft, Zivilgesellschaft und Arzneimittelindustrie an Lösungen, die einen gerechten Zugang zum Gesundheitssystem ermöglichen.

 

Prof Jörg Rocholl schrieb am 27.01.2017 12:36

Das Problem der Jugendarbeitslosigkeit hat zwei Gesichter 1. nicht genug Stellenangebote 2. nicht ausreichend qualifizierte Bewerber Es reicht also nicht aus, wenn die Bewältigung der Jugendarbeitslosigkeit allein in mehr Investitionen gesucht wird. Die Schwierigkeiten liegen in der viel zu großen Zahl von jungen Menschen, die „unemployed“ sind und zugleich „unemployable“, weil sie entweder keine oder zu wenige oder die falschen Fähigkeiten für einen Beruf haben. Nachfolgend wird ein Beispiel aufgezeigt, wie eine Partnerschaft von Wirtschaft und Wissenschaft neue Impulse für beide Herausforderungen geben kann. Das Programm heißt Industry Immersion Program. AIMS, das African Institute of Mathematical Sciences, hat in engster Kooperation mit der deutschen Wirtschaftshochschule ESMT Berlin dieses Programm entwickelt. Es bereitet Hochschulabsolventen in mathematisch orientierten Fächern auf eine Laufbahn als Nachwuchsführungskraft in afrikanischen Unternehmen oder als selbständiger Unternehmer in Afrika vor. Das Programm wird in Partnerschaft der beiden Hochschulen mit der Wirtschaftspraxis in Afrika durchgeführt. Eine Förderung im Rahmen der DAAD Praxispartnerschaften ist beantragt. Das Industry Immersion Program soll nachhaltig die Arbeitsmarktfähigkeit (employability) von mathematisch exzellenten Absolventen aus den AIMS Studien¬zentren in sechs Ländern Afrikas fördern, wenn sie eine berufliche Laufbahn in der Wirtschaft anstreben. Alle AIMS Studierenden, jährlich ca. 250-300, müssen Afrikaner bzw. Afrikanerinnen sein. Der Weg dahin geht über eine freiwillige und kostenlose 6-monatige Ergänzungsausbildung, einschließlich eines dreimonatigen Praktikums in einem afrikanischen oder deutschen Unternehmen in Afrika. Das Programm ist konzipiert als Mischung aus praxisorientierter Wirtschaftswissenschaft und eigenen Einsichten der Teilnehmer in wirtschaftsrelevante Themen. Der Start ist für den 1.7.2017 vorgesehen. 30 AIMS-Absolventen werden den ersten Kurs bilden. Jährlich können 30, 60 oder 90 Teilnehmer zugelassen werden. Das Programm ist mit gewissem Zeitvorlauf skalierbar. Fördermittel werden für die Logistik der Studierenden sowie für die Reisetätigkeit der Dozenten benötigt. Alle ESMT-Dozenten arbeiten ehrenamtlich. Das Netzwerk der Partnerunternehmen in Afrika steht. Die Praktika werden so entgolten, dass die Studierenden ihren Unterhalt bezahlen können. Ein solches Programm fördert beste afrikanische Talente im Hinblick auf Kompetenz und Einflussmöglichkeiten in der afrikanischen Wirtschaft. Es ist von seiner Anlage her konsequent panafrikanisch. Es fördert junges Unternehmertum. Das Industry Immersion Program ist skalierbar und imitierbar und kann deshalb als Leuchtturm dienen, der Nachahmung bewirkt. Verantwortlich Prof. Jörg Rocholl, Ph.D., President, ESMT Berlin Nick Barniville, Associate Dean of Degree Programs, ESMT Berlin Prof. Dr. Wulff Plinke, Founding Dean, ESMT Berlin

 

Dr. Akiiki Babyesiza schrieb am 23.01.2017 17:38

Die Relevanz der Hochschulbildung jenseits der Arbeitsmarktorientierung kommt in diesem Entwurf etwas zu kurz. Fachkräfte in Bildung, Gesundheit, Öffentlichem Sektor und Privatwirtschaft werden an Institutionen der Tertiären Bildung ausgebildet. Des Weiteren gehören auch Forschung – sowohl zum Erkenntnisgewinn als auch zur technologischen Entwicklung – zu den Aufgaben einer Hochschule. Viele Hochschulen in Afrika brauchen hier dringend Unterstützung, da sie mit einer steigenden Anzahl von Studierenden bei stagnierenden staatlichen Zuwendungen zu kämpfen haben. In einer Partnerschaft mit Afrika sollten daher neben dem Engagement um die Grundschulbildung auch neue innovative Maßnahmen zur Unterstützung des Hochschulsektors in Angriff genommen werden. Dabei handelt es sich um Aufgaben und Themenfelder, die zum Teil in den Bereich anderer Ressorts hineinreichen. Dies spricht aus meiner Sicht für die Entwicklung eines ressortübergreifenden Marshallplans unter Federführung des BMZ. Erste wichtige Maßnahmen jenseits der Aufstockung von Stipendien und von Hochschulpartnerschaftsprogrammen sind: 1. Die Unterstützung von Forschungskooperationen zwischen deutschen und afrikanischen Universitäten 2. Die Unterstützung von Süd-Süd-Kooperationen bzw. interkontinentalen Kooperationen in Lehre und Forschung (z.B. Studierenden- und Dozentenaustausch) 3. Forschungsstipendien für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an afrikanischen Hochschulen NACH DER PROMOTION 4. Die Unterstützung von Forschung ÜBER „Bildung und Wissenschaft in Afrika“ zur Entwicklung evidenz-basierter Empfehlungen und Strategien.

 

Prof. Dr. Ulrich Holzbaur schrieb am 22.01.2017 07:46

Bildung hat in diesem Plan eine viel zu niedrige Priorität und Präsenz. Sie ist aber der Schlüssel zu allem, was in dem Plan gefordert ist. Dabei sind nicht nur die beiden Pole Elementarausbildung und Forschung zu berücksichtigen, sondern eine breite und an den Problemen der zukünftigen Entwicklung orientierte Bildung. Wissen und Handlungskompetenz müssen integriert werden. Menschenrechte, Gerechtigkeit, Korruptionsbekämpfung, Umweltschutz, Ressourceneinsparung, Schaffung von Arbeitsplätzen, Wertschöpfung ... erfordern Bildung. Auch die "Ausrichtung am Arbeitsmarkt" greift zu kurz: wir brauchen selbstständig, ethisch und unternehmerisch denkende Akteure. Keine kurzfristig denkenden Geschäftemacher sondern Entreprneure und Intrapreneure mit einem Sinn für Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, den Menschen, dem Unternehmen und der Welt.

 

Frank Tischner schrieb am 21.01.2017 05:54

Der Punkt "Bildung" kommt in der Prioritätenreihenfolge viel zu spät. Bildung ist das Fundament auf dem die anderen Themen wie Wirtschaftswachstum, Entrepreurship, Nachhaltigkeit und Stabilität aufbaut. Dieses betrifft den Zugang zu Bildung, aber auch die Formalisierung von Bildung (Entwicklung von Curricula) und natürlich die Einbindung der Wirtschaft, damit nicht am Bedarf der Betriebe ausgebildet wird. Es bedarf keiner "verschulten" und nur auf Theorie basierten Bildung, diese muss anderes ausgerichtet sein. Darüber muss pro Land eine sehr individuelle Lösung gesucht und mit Sicherheit auch gefunden werden, dazu zählt dann selbstverständlich der Wunsch und das Commitment der jeweiligen Regierung dieses zu unterstützen. Wie auch immer am Ende es aussehen kann, dafür gibt es Lösungen, der erste Schritt muss sein, dass der Punkt deutlich weiter in der Liste nach oben wandert. Weiterhin würde ich mir wünschen, dass man in dem Bericht sich nicht auf Studien, Expertisen freiwirtschaftlicher Consultans beruft. Auch bei Wirtschaftsfragen werden singuläre Interessen verfolgt, hier wünschte ich mir Daten unabhängiger und staatlicher Institutionen, gerade wenn wir über "Bildung" sprechen, reden wir über einen hoheitlichen Bereich, dort müssen solche Ansätze grundlegend ausgeschlossen werden (ist in Ihrem Masterplan für den Bereich nicht Bildung nicht enthalten, daher nur als präventive Anmerkung, für andere Bereiche werden allerdings als Quelle private Wirtschaftsberatungsunternehmen genannt)

 

Dr. Bergis Schmidt-Ehry M.P.H. schrieb am 20.01.2017 13:23

Die Erhöhung der Pflichtbeiträge für die WHO um 105 reicht für die Unabhängigkeit der Institution zur Sicherstellung der Globalen Gesundheit sicher nicht aus. Viel entscheidender aber ist, dass die Mitgliedsländer ihre Beiträge zahlen und rechtzeitig zahlen! Es ist möglicherweise interessant mit der Privatwirtschaft innovative Lösungen für den Gesundheitssektor zu entwickeln. Sehr viel wichtiger aber ist der flächendeckende Ausbau der Primären Umfassenden (!) Gesundheitsversorgung. Hierzu sind abgestimmte Programme erforderlich, die von den jeweiligen Regierungen getragen und gemeinschaftlich solidarisch gefördert werden. Hier muss ein ausgleichender Ressourcen-Transfer gewährleistet werden!

 

 

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