Hauptinhalt

Kapitel 2.1

Neue Formen der Zusammenarbeit – Reformpartnerschaften


Das gesamte Dokument als PDF (1,7 MB) finden Sie hier.
Alle zu diesem Kapitel eingegangenen Kommentare finden Sie unter dem Text.


In der Zusammenarbeit mit unseren afrikanischen Partnern brauchen wir einen Paradigmenwechsel. Wir müssen weg von Geber- und Nehmerländern, hin zu einer gemeinsamen wirtschaftlichen Kooperation. Wir müssen bei der Finanzierung von Projekten zu einer gemeinsamen, internationalen Strategie und einem abgestimmten Vorgehen kommen. Wir müssen nicht alles anders, aber vieles besser, schneller und konsequenter machen.

Wir nehmen die afrikanischen Regierungen beim Wort. Das heißt: Künftig arbeiten wir mit den Staaten intensiver zusammen, die reformorientiert sind und das vor allem durch Verlässlichkeit, Rechtssicherheit und politischer Beteiligung ihrer Bürgerinnen und Bürger unter Beweis stellen.

Wir wollen mit europäischen und internationalen Akteuren anreizbasierte Reformpartnerschaften mit den Reformchampions unter den afrikanischen Staaten begründen und damit Anreize für eine beschleunigte, nachhaltige Entwicklung setzen. Dazu werden wir die Instrumente der Entwicklungspolitik so flexibilisieren, dass wir schneller und gezielter auf politische Veränderungen reagieren können. Wir wollen weg vom Gießkannenprinzip hin zu einer zielgerichteten Unterstützung von Reformländern. Selbstverständlich werden wir auch künftig unserer Mitverantwortung gegenüber den am wenigsten entwickelten Staaten gerecht.


weiter zu Kapitel 2.2



Kommentare (7)

 

Dorothea Trappe schrieb am 26.02.2017 um 22:33 Uhr

Sehr vernünftig, dass bei der Zusammenarbeit mit afrikanischen Staaten auf die politische Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern geachtet werden soll - bitte beziehen Sie auch engagierte Personen und Organisationen der afrikanischen Diaspora in Deutschland mit ein. Auch wenn die Zusammenarbeit mit staatlichen Partnern grundsätzlich zu befürworten ist, sollte die Unterstützung der Zivilgesellschaft nicht vergessen werden!

 

 

Marion Aberle schrieb am 24.02.2017 um 12:02 Uhr

Wie in der 10. These sollte hier auch ein Hinweis zu "Leave no one behind" erfolgen, d.h. zur Bedürfnisbasierten Unterstützung sowie Förderung der Zivilgesellschaft in fragilen Staaten bzw. Staaten mit Bad Governance.

 

 

Albert Eiden schrieb am 23.02.2017 um 15:34 Uhr

Die neuen Formen der Zusammenarbeit sollten auf bestehende Initiativen wie die Global Partnership for Development Effectiveness aufbauen und deren Erfahrungen einbeziehen.

 

 

Jenni Jerabek schrieb am 13.02.2017 um 16:58 Uhr

Die Flexibilisierung der Entwicklungspolitik steht leicht im Widerspruch zu langfristigen Partnerschaften. Achtung. Das 0,7 Prozent Ziel sollte weiterhin als Pflicht Deutschlands in der Entwicklungszusammenarbeit angenommen werden (2015: 0,52 Prozent) und hier eingebettet sein.

 

 

Samuel L. Mukasa schrieb am 09.02.2017 um 16:55 Uhr

Honorierung von Reformen als solche sind zu begrüßen, allerdings ist die Bemessung von Fortschritten problematisch. So sind protektionistische Maßnahmen im Bereichen der Landwirtschaft, hinsichtlich der lokalen Beschäftigung und Nachhaltigkeit, sinnvoll, verstoßen jedoch gegen die Reformprozesse, die durch die EPAs angestoßen werden. Sollten in diesem Rahmen lediglich europäische Lösungsvorschläge als Maß für Reformmaßnahmen genutzt werden, führt dies wiederum die Aussage „Afrikanische Lösungen für Afrika“ ad absurdum.

 

 

Peter Wiessner schrieb am 09.02.2017 um 11:45 Uhr

Bei der Benennung der konkreten Vorhaben sollte das Thema brain drain benannt werden. Konkreter Textvorschlag: es werden in Übereinstimmung der betroffenen Länder Maßnahmen getroffen, den brain drain (bspw. von Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen und Ärzten und Ärztinnen) einzugrenzen. In Bezug auf die Einhaltung der Umwelt- und Sozialstandards sollte die Bedeutung der Einhaltung und Stärkung der im WTO-TRIPS-Abkommen enthaltenen Schutzklauseln, der sog. TRIPS-Flexibilitäten benannt werden, so dass der Zugang zu essentiellen Medikamenten sichergestellt werden kann und sich Handels- und Gesundheitspolitik nicht konterkarieren. Wir begrüßen sehr, dass die Forderung eines ständigen Sitzes im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit getragen wird. Der Kontinent wird dadurch international aufgewertet. Afrika ist allerdings kein Land: der Text sollte dies betreffend abgeändert werden.

 

 

Hildegard Meier schrieb am 26.01.2017 um 18:13 Uhr

Gerade die unsicheren Staaten sollte man nicht aus den Augen verlieren. Gerade hier werden internationale Firmen durch die Korruption und fehlende rechtliche Repressionen weiterhin den Kontinent plündern wollen. Dies wiederum kann zu Fluchtbewegungen in andere Staaten führen und letztlich bewirken, dass dem Missbrauch kein Ende gesetzt wird, sondern wie bereits jetzt schon, eine Verlagerung der Problemstellung stattfindet.

 

 

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen