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Peru

Frauen in traditioneller Tracht bei einem Umzug in Peru

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Überblick

Zusammenarbeit für Demokratie, Klimaschutz und die Bewahrung der Ressourcen

Peru hat sich seit der Jahrtausendwende von einem nahezu gescheiterten Staat zu einem Modell für demokratische Stabilisierung entwickelt, und gleichzeitig ein beeindruckendes Wirtschaftswachstum erreicht. Es konnten bemerkenswerte Erfolge bei der Armutsbekämpfung erzielt werden: Während 2006 noch fast die Hälfte der Peruanerinnen und Peruaner unterhalb der nationalen Armutsgrenze lebte, gilt heute nur noch rund ein Fünftel der Bevölkerung als arm. Auch wenn das Wirtschaftswachstum 2017 im Vergleich zu den Vorjahren deutlich niedriger war (2,6 Prozent), sagt die Weltbank für die kommenden Jahre Wachstumsraten von drei bis vier Prozent voraus.

Allerdings gibt es erhebliche soziale und regionale Ungleichheiten: Während die Armutsquote 2014 in städtischen Gebieten bei 15 Prozent lag, waren es 46 Prozent in ländlichen Regionen. Große Bevölkerungsgruppen sind oft noch vom positiven Entwicklungsprozess ausgeschlossen. Und auch die geringe Präsenz und Leistungsfähigkeit des Staates in den entlegenen Regionen sind zentrale Herausforderungen für die nachhaltige Entwicklung des Landes.

Natürliche Ressourcen sind Basis des wirtschaftlichen Erfolgs

Das Wirtschaftswachstum basiert zu weiten Teilen auf der Nutzung der natürlichen und mineralischen Ressourcen des Landes. Hier kommt es regelmäßig zu Nutzungskonflikten zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und auch dem Staat. Beispiele sind Kleinbauern oder indigene Bevölkerungsgruppen, die ihre bisherige Lebensgrundlage gefährdet sehen und eine gerechte Teilhabe an den Rohstoffgewinnen fordern. Es fehlt bisher an effektiven Mechanismen, um solche Konflikte zu vermeiden oder friedlich zu lösen.

Peru besitzt nach Brasilien, Kongo und Indonesien die viertgrößte Tropenwaldfläche weltweit und ist eines der artenreichsten Länder der Erde. Allerdings trägt die rasante wirtschaftliche Entwicklung zur Zerstörung dieses natürlichen Reichtums bei. Vor allem Abholzung, Brandrodung für die Landwirtschaft, zum Beispiel für Palmölplantagen, sowie illegale Bergbaupraktiken bedrohen Teile des Amazonas-Regenwalds und damit die große biologische Vielfalt des Landes.

Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland und Peru verbindet eine langjährige entwicklungspolitische Zusammenarbeit. Das Land bildet traditionell einen Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Lateinamerika. Die Kooperation ist auf die Entwicklungsziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung ausgerichtet. In ihrem Zentrum stehen das Management natürlicher Ressourcen und der Schutz globaler öffentlicher Güter in Zeiten des Klimawandels, städtischer Umwelt- und Klimaschutz sowie die Stärkung von Demokratie, Zivilgesellschaft und Rechtsstaatlichkeit.

Scrollen Sie nach unten, um ausführliche Informationen über die Situation in Peru und das deutsche entwicklungspolitische Engagement im Land zu erhalten.

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Schwerpunkte der Zusammenarbeit mit Peru

Entwicklungspolitische Zahlen und Fakten aus Peru

Kathedrale von Lima
Politische Situation

Bewegte jüngere Geschichte

Peru wurde in den 1980er Jahren durch Terror von Guerillabewegungen maoistischer Prägung (Leuchtender Pfad) geprägt. Darauf folgte eine autoritäre Regierung unter Präsident Alberto Fujimori. 2001 kehrte das Land auf den demokratischen Weg zurück. Seitdem haben fünf demokratische Regierungswechsel stattgefunden.

Trotz dieser stabilen politischen Entwicklung der letzten Jahrzehnte befindet sich Peru nach wie vor in einer Aufbauphase demokratischer staatlicher Institutionen. Hierzu gehören, als zentrale Zielsetzungen der peruanischen Regierung, die Umsetzung der Dezentralisierung sowie die Vorbeugung und Bekämpfung von Korruption.

Soziale Situation

Erfolge bei der Armutsreduzierung aber weiterhin Ungleichheit

Vermögen und Einkommen sind in Peru sehr ungleich verteilt. Auch wenn sich die Armut und die Ungleichheit im Land verringern, sind sie nach wie vor sehr große Herausforderungen für die wirtschaftliche, soziale und politische Teilhabe. Besonders stark ausgeprägt ist die Armut in den ländlichen Regionen des Andenhochlandes, am Ostabhang der Anden, in Amazonien und unter der indigenen Bevölkerung. Ein immer noch großer Anteil der Peruanerinnen und Peruaner lebt von Selbstversorgung (Subsistenzlandwirtschaft) und von schlecht bezahlten Tätigkeiten im informellen Sektor außerhalb der staatlichen Sicherungssysteme.

Erklärtes Ziel der Regierung ist es, die Armut zu verringern und die Sozialpolitik auszuweiten. Zugleich soll aber die durch Haushaltsdisziplin geprägte Wirtschaftspolitik beibehalten werden. Gestützt durch das Wirtschaftswachstum konnte die peruanische Regierung in den vergangenen Jahren signifikante Erfolge bei der Armutsbekämpfung erzielen.

Das hohe Wirtschaftswachstum ließ die Einnahmen des peruanischen Staates steigen, der daraufhin deutlich mehr Mittel für Sozialprogramme einsetzte. Im Oktober 2011 wurde ein eigenes Ministerium (Ministerio de Desarrollo e Inclusión Social, MIDIS) eingerichtet, um die Sozialpolitik sektorübergreifend zu steuern und ihre Wirksamkeit zu verbessern.

Eine Frau verkauft Kaugummis an einer Straße
Wirtschaftliche Situation

Nicht alle profitieren vom Erfolg

Die demokratische Konsolidierung Perus geht mit einem beeindruckenden wirtschaftlichen Aufschwung einher. Zwischen 2002 und 2013 wuchs die peruanische Wirtschaft durchschnittlich um 6,1 Prozent pro Jahr. In den vergangenen Jahren hat sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt, vor allem wegen fallender Preise für Rohstoffe wie Kupfer und der wirtschaftlichen Folgen des Klimaphänomens "El Niňo Costero", das starke Überschwemmungen im Jahr 2017 ausgelöst hat.

Hauptträger des Wirtschaftswachstums sind der Außenhandel und die umfangreichen Investitionen in Bergbau und Erdgasförderung. Peru profitiert von der Nachfrage für seine Exportgüter, vor allem für mineralische Rohstoffe wie Gold, Kupfer, Silber und Zink. Mit einem Bruttonationaleinkommen pro Kopf von circa 6.000 US-Dollar pro Jahr gehört Peru mittlerweile zu den Ländern mit höherem mittlerem Einkommen (upper middle-income country).

Doch der Rohstoffsektor bietet nur relativ wenige direkte Arbeitsplätze. Bergbauvorhaben führen zudem oft zu sozialen Konflikten. Sie entzünden sich vor allem an Nutzungskonflikten, Umweltfragen und an der Verteilung der Erlöse. Die indigene Bevölkerung profitiert nur wenig vom wirtschaftlichen Aufschwung – und hat teilweise sogar unter ihm zu leiden: Betriebliche Landwirtschaft, Holzeinschlag und Bergbau dringen immer weiter in die Siedlungsgebiete indigener Völker und Gemeinschaften ein und bedrohen ihre Lebensgrundlagen. Um der indigenen Bevölkerung die Mitsprache bei Investitionsentscheidungen für Großprojekte zu ermöglichen, hat die peruanische Regierung 2011 ein Konsultationsgesetz verabschiedet.

Der Regierung gelingt es bisher nur ansatzweise, auch ärmere Bevölkerungsteile vom Wirtschaftswachstum profitieren zu lassen. Die bestehenden Sozialprogramme und ein Finanzausgleich zwischen Nationalstaat und Regionen konnten bisher nur einen begrenzten Beitrag zur Entwicklung der ländlichen Räume leisten.

Organisierte Kriminalität

Eine große Herausforderung für den weiteren Ausbau des Rechtsstaats und die Stabilisierung Perus ist die Organisierte Kriminalität. Das Land ist nach Kolumbien der weltweit zweitgrößte Kokaproduzent. Illegaler Handel mit Gold, Holz und bedrohten Arten sowie Menschenhandel sind weitere lukrative Geldquellen. Die kriminellen Gewinne befördern illegale Finanzströme, Korruption und Geldwäsche, die den Rechtsstaat untergraben und dem Land wichtige Entwicklungsressourcen entziehen. Dem Staat gelingt es in einigen Regionen nicht, sein Gewaltmonopol durchzusetzen und wirksam gegen schwer bewaffnete kriminelle Netzwerke vorzugehen.

Gletscher im Nationalpark Huascarán, Peru
Umwelt

Risiken durch Klimawandel

Die peruanische Regierung versucht zunehmend, die wirtschaftliche mit der sozialen und ökologischen Dimension von Entwicklung in Einklang zu bringen. In ihrer langfristigen und kurzfristigen Planung sind der Schutz der Biodiversität und des Klimas verankert. So verpflichtete sich Peru auf nationaler und internationaler Ebene zu teils ambitionierten Zielen, wie den Nationalen Klimabeiträgen (auf Englisch: Nationally Determined Contributions, NDC) und den Aichi-Zielen der Biodiversitätskonvention. Außerdem erbringt Peru im Rahmen der angestrebten OECD-Mitgliedschaft große Anstrengungen zur Verbesserung des Umweltsektors.

Das 2015 in Kraft getretene Forstgesetz sowie die Strategie für Wälder und Klimawandel sind auf den Schutz des Ökosystems Wald ausgerichtet. Vor allem Elemente zur Kontrolle von illegalem Holzeinschlag, werden von den zuständigen Behörden auf nationaler und regionaler Ebene umgesetzt. Von einer nationalen, umfassenden Waldstrategie ist Peru jedoch immer noch weit entfernt. Zudem existieren nach wie vor große Defizite bei der Umsetzung gesetzlicher Umweltnormen. Es gibt kein überzeugendes Konzept zur Formalisierung der Forstwirtschaft und zur effektiven Bekämpfung der Entwaldung.

Aufgrund seiner geografischen Eigenschaften ist Peru von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen. Die globale Klimaerwärmung sorgt bereits jetzt für extreme Wetterereignisse, unregelmäßige Niederschläge, große Temperaturschwankungen und ein Abschmelzen der Andengletscher.

Schmelzwasser wird in weiten Teilen des Landes zur Bewässerung der Felder und für die Trinkwasserversorgung gebraucht. Wenn die Gletscher weiter zurückgehen und die Versorgungslücke im Wasserbereich größer wird, wird es zu einer bedrohlichen Wasserknappheit kommen. Davon betroffen ist vor allem die Trinkwasserversorgung der Küstenstädte. Denn die Küste Perus ist eine Wüstenregion, deren Wasserversorgung fast vollständig von den Zuflüssen aus den Anden abhängig ist.

Dürren, Überschwemmungen, Erdrutsche und Schlammlawinen bedrohen immer wieder die Menschen in der Küsten- und Andenregion und sorgen für zunehmende Ernterisiken. Das Klimaphänomen "El Niño Costero" hat 2017 durch Starkregenfälle und Überschwemmungen mehreren hundert Menschen das Leben gekostet, Hunderttausende obdachlos gemacht und Milliardenschäden verursacht.

 

Einwohner versuchen, ihr Hab und Gut nach der Überschwemmung in der peruanischen Stadt Piura im März 2017 zu bergen.

Deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Peru

Peru und Deutschland verbindet eine lange und erfolgreiche Geschichte der Zusammenarbeit. Im Zusagezyklus 2015/2016 sagte Deutschland der peruanischen Regierung Mittel in Höhe von 244 Millionen Euro neu zu. Von dieser Summe entfallen 215 Millionen Euro auf die finanzielle und 29 Millionen Euro auf die technische Zusammenarbeit. Angesichts der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Perus handelt es sich bei den Zusagen überwiegend um zinsverbilligte Kredite.

Die Entwicklungszusammenarbeit zwischen Deutschland und Peru ist auf die Agenda 2030 ausgerichtet und konzentriert sich auf drei Schwerpunkte:

  • Umweltpolitik, Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen
  • Nachhaltige Stadtentwicklung in Zeiten des Klimawandels
  • Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentliche Verwaltung

Zusätzlich engagiert sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit über Regional- und Sektorvorhaben in einer Vielzahl von Themenfeldern, wie Bergbau oder illegalen Finanzströme. Deutschland unterstützt überdies vielfältige Kooperationen mit privaten Trägern, politischen Stiftungen und der Wirtschaft. Im Bereich der Dreieckskooperationen gibt Peru seine Erfahrungen aus der deutsch-peruanischen Zusammenarbeit an andere Entwicklungsländer weiter.

Eine enge Abstimmung innerhalb der Bundesregierung erfolgt mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, das sich im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) ebenfalls umfangreich in Peru engagiert.

  • Hütte im Regenwald im peruanischen Amazonasgebiet
    Umweltpolitik, Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen

    Tropenwald durch nachhaltige Forstwirtschaft schützen

    Peru verfügt über die zweitgrößte Fläche an tropischem Regenwald in Südamerika. Er bietet nicht nur für viele Menschen eine Lebensgrundlage sondern ist auch für das globale Klima von großer Wichtigkeit.

  • Straßenbild in Sullana, Peru
    Nachhaltige Stadtentwicklung in Zeiten des Klimawandels

    Infrastruktur zukunftssicher gestalten

    Heute leben rund 79 Prozent der Peruanerinnen und Peruaner in Städten, fast ein Drittel der Bevölkerung wohnt im Großraum der Hauptstadt Lima (rund zehn Millionen Einwohner). Deutschland unterstützt Peru bei der nachhaltigen Versorgung der wachsenden städtischen Bevölkerung mit Gütern und Dienstleistungen.

  • Justizpalast in Lima, Sitz des obersten Gerichtshofs in Peru
    Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentliche Verwaltung

    Bürgernahe Verwaltung aufbauen

    Die Modernisierung der Verwaltung in Peru hat mit der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung nicht Schritt gehalten. Deutschland unterstützt die peruanische Regierung dabei, die Leistungsfähigkeit seiner Institutionen zu erhöhen.

Hütte im Regenwald im peruanischen Amazonasgebiet
Umweltpolitik, Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen

Tropenwald durch nachhaltige Forstwirtschaft schützen

Peru verfügt über die zweitgrößte Fläche an tropischem Regenwald in Südamerika. Er bietet nicht nur für viele Menschen eine Lebensgrundlage, sondern ist auch für das globale Klima von großer Wichtigkeit. Perus Entwicklungspfad und sein wirtschaftlicher Erfolg muss stärker als bisher die Dimensionen ökologischer Nachhaltigkeit berücksichtigen. Die zunehmende Verstädterung und der Klimawandel beeinträchtigen die Umweltbedingungen vor Ort und weltweit.

Der Schutz globaler öffentlicher Güter wie des Klimas ist daher ein zentraler Aspekt der deutsch-peruanischen Zusammenarbeit. Das deutsche Engagement konzentriert sich auf das Management von Schutzgebieten, den Waldschutz, die Förderung einer nachhaltigen Forstwirtschaft und das Ressourcenmanagement sowie auf Umweltpolitik und Umweltstandards.

Dabei geht es zum Beispiel darum, die Wettbewerbsfähigkeit der peruanischen Forstproduktion zu steigern. Dazu soll der illegale Handel mit Tropenholz bekämpft werden und der Anteil des zertifizierten Holzes aus nachhaltiger Bewirtschaftung soll wachsen. Um das zu erreichen und um nachhaltige Wertschöpfungsketten in der Forstwirtschaft auszubauen, arbeiten Deutschland und Peru auch im Bereich der Berufsbildung für den Forst- und Holzsektor zusammen.

Geografischer Schwerpunkt des deutschen Engagements ist die Tropenregion Ucayali. Deutschland berät auch das peruanische Umweltministerium und die 2014 gegründete nationale Forstbehörde SEFOR, um die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Forstwirtschaft zu verbessern.

Schutzgebiete

Derzeit sind mehr als 17 Prozent des Landes als Schutzgebiet ausgewiesen. Deutschland unterstützt das peruanische Schutzgebietssystem, indem es zum Beispiel die Infrastruktur in Nationalparks finanziert, die Verwaltung von Schutzgebieten und Pufferzonen verbessert und die nachhaltige Finanzierung von Schutzgebieten fördert. Neben der Zentralregierung unterstützt Deutschland auch mehrere Regionalregierungen dabei, Fachwissen für das Management natürlicher Ressourcen und alternative Entwicklungsmodelle für die lokale Bevölkerung aufzubauen.

Siehe auch

Für diesen Arbeitsschwerpunkt relevante globale Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs):

Straßenbild in Sullana, Peru
Nachhaltige Stadtentwicklung in Zeiten des Klimawandels

Infrastruktur zukunftssicher gestalten

Die Zahl der Stadtbewohner wächst in Peru seit Jahrzehnten stark. Heute leben rund 79 Prozent der Peruanerinnen und Peruaner in Städten, fast ein Drittel der Bevölkerung wohnt im Großraum der Hauptstadt Lima (rund zehn Millionen Einwohner). Ziel dieses Schwerpunkts der deutsch-peruanischen Zusammenarbeit ist, vor dem Hintergrund des Klimawandels die Versorgung der wachsenden städtischen Bevölkerung mit Gütern und Dienstleistungen nachhaltig zu sichern. Dieses Ziel wird in vier Handlungsfeldern verfolgt:

Trinkwasser und Abwasser

Laut Angaben der Weltbank haben inzwischen rund 90 Prozent der Peruanerinnen und Peruaner Zugang zu sauberem Trinkwasser und 76 Prozent verfügen über eine geregelte Abwasserentsorgung. Sowohl in der Hauptstadt Lima als auch in den bevölkerungsreichen Gebieten entlang der Pazifikküste sind die Wasserressourcen dennoch knapp und oft verschmutzt. Abwassersysteme und vor allem Kläranlagen sind nicht überall vorhanden. Insbesondere auf dem Land ist die Qualität der Wasserversorgung noch nicht flächendeckend gesichert.

Vorrangiges Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist es, die Versorgung ärmerer Bevölkerungsschichten mit Trinkwasser und Sanitäranlagen zu verbessern und das Wasserressourcenmanagement unter Beteiligung des Privatsektors an den Klimawandel anzupassen.

Dazu werden unter anderem die peruanische Regierung und die neu gegründete nationalen Behörde für die Verwaltung der Wasser- und Abwasserdienstleistungen (OTASS) beraten. Die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren wird gestärkt und Versorgungsunternehmen werden dabei unterstützt, ihre Technik zu erneuern, Wasserverluste zu reduzieren, ein effizientes Management einzuführen, ihr Tarifsystem zu reformieren und die Ausbildungssituation zu verbessern.

Außerdem fördert das BMZ den Bau, den Ausbau und die Erneuerung von Trinkwasserleitungen, Abwassernetzen und Kläranlagen. Die Nutzung von geklärtem Wasser ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Wasserressourcen und zur Anpassung Perus an den Klimawandel.

Urbane Mobilität

Deutsche Expertinnen und Experten beraten Ministerien und Stadtverwaltungen in Peru dabei, wie sie die Anforderungen nationaler Klimastrategien in tragfähige Verkehrskonzepte umsetzen können – weg von der Dominanz des motorisierten Individualverkehrs, hin zu einem leistungsfähigen, sichereren, barrierefreien und zugleich klima- und umweltfreundlichen Stadtverkehr. Dazu unterstützt zum Beispiel die KfW Entwicklungsbank im Rahmen der finanzielle Zusammenarbeit den Ausbau von Systemen des öffentlichen Personennahverkehrs in ausgewählten Städten.

Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien

Im Bereich der Energiepolitik verfolgt die peruanische Regierung als wichtigste Ziele die Versorgungssicherheit durch nationale Energiequellen sowie die Diversifizierung der Energieversorgung. Insgesamt liegt der Schwerpunkt der peruanischen Energiepolitik auf dem Ausbau der Wasserkraft und des Erdgassektors.

Die stärkere Nutzung von erneuerbaren Energien in Peru könnte zur klimafreundlicheren energetischen Versorgung der Bevölkerung beitragen. Deutschland engagiert sich darum für die Sicherstellung einer breitenwirksamen, effizienten sowie sozial und ökologisch nachhaltigen Energieversorgung in Peru (SDG 7 der Agenda 2030). Dazu fördert das BMZ den Ausbau erneuerbarer Energien und die Steigerung von Energieeffizienz.

Abfallmanagement

Im Abfallsektor Perus haben die Menge und auch die Gefährlichkeit der Abfälle in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. Für den Umwelt- und Klimaschutz sowie den Schutz der Wasserressourcen ist es sehr wichtig, dass die Abfälle fachgerecht und sicher entsorgt werden. Der peruanische nationale Umweltmanagementplan 2011–2021 fordert die geordnete Sammlung und Entsorgung von 100 Prozent der kommunalen Abfälle bis 2021. Damit dieses Ziel erreicht wird, sind große Anstrengungen auf nationaler und kommunaler Ebene erforderlich. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt ihre Partner in Peru daher bei der Errichtung umweltverträglicher, ressourcenschonender und wirtschaftlich tragfähiger Abfallwirtschaftssysteme.

Eine Slumsiedlung in Lima

Für diesen Arbeitsschwerpunkt relevante globale Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs):

Justizpalast in Lima, Sitz des obersten Gerichtshofs in Peru
Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentliche Verwaltung

Bürgernahe Verwaltung aufbauen

Die Modernisierung der Verwaltungsstrukturen des Landes hat mit der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung Perus nicht Schritt gehalten. Trotz des seit 2002 laufenden Demokratisierungsprozesses und zahlreicher Reformen leiden staatliche Institutionen noch unter Ineffizienz und unter mangelnder Akzeptanz durch die Bevölkerung. Deutschland unterstützt die peruanische Regierung dabei, den Staat grundlegend zu modernisieren und die Leistungsfähigkeit seiner Institutionen zu erhöhen. Die Zusammenarbeit hat das Ziel, den Zugang der ärmeren Bevölkerungsgruppen zu effizienten öffentlichen Dienstleistungen zu verbessern.

Um dies zu erreichen, arbeitet die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit staatlichen Einrichtungen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene sowie mit der Zivilgesellschaft zusammen. Im Mittelpunkt stehen wichtige Reformprozesse in den Regionen, etwa die Verbesserung des ergebnisbasierten öffentlichen Finanzmanagements, die Umstrukturierung von Sozialprogrammen und die Bereitstellung von sozialen Leistungen. Das deutsche Engagement trägt dazu bei, die Transparenz öffentlichen Handelns in Peru zu erhöhen und staatliche Kontrollmechanismen zu stärken.

Im Rahmen dieses Schwerpunkts der Zusammenarbeit mit Peru förderte die deutsche Entwicklungszusammenarbeit auch den Aufbau einer nationalen Gedenkstätte für die Opfer des internen bewaffneten Konflikts zwischen 1980 und 2000. Sie soll zur Aufarbeitung der traumatischen Erlebnisse dieser Zeit beitragen. Der "Ort der Erinnerung, der Toleranz und der Sozialen Inklusion" wurde im Dezember 2015 eröffnet.

Für diesen Arbeitsschwerpunkt relevantes globales Ziel für nachhaltige Entwicklung (SDGs):

Lesetipps

Publikationen

Karte von Peru

Diese Kartendarstellung gibt nicht in jedem Einzelfall die völkerrechtliche Position der Bundesregierung wieder.

Entwicklungspolitische Zahlen und Fakten

  Peru Deutschland
Ländernamea16173184 Republik Peru Bundesrepublik Deutschland
Hauptstadta16173156 Lima, im Großraum etwa 9,9 Millionen Einwohner Berlin, etwa 3,7 Millionen Einwohner
Flächea16173142 1.285.220 km² (2017) 357.380 km² (2017)
Rang im Index der menschlichen Entwicklung (HDI)a16173170 89 von 189 (2017) 5 von 189 (2017)
http://data.worldbank.org/indicator/AG.SRF.TOTL.K2

Fläche

Die Gesamtfläche eines Landes einschließlich der Gebiete, die von Binnengewässern oder bestimmten küstennahen Wasserstraßen bedeckt sind.

http://hdr.undp.org/en/statistics/

Rang im Index der menschlichen Entwicklung (HDI)

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) veröffentlicht jährlich einen Bericht über die menschliche Entwicklung. Der darin enthaltene Index der menschlichen Entwicklung (englisch: Human Development Index, HDI) erfasst die durchschnittlichen Werte eines Landes in grundlegenden Bereichen der menschlichen Entwicklung. Dazu gehören zum Beispiel die Lebenserwartung bei der Geburt, das Bildungsniveau sowie das Pro-Kopf-Einkommen. Aus einer großen Zahl solcher Einzelindikatoren wird eine Rangliste errechnet. Sie ermöglicht es, den Stand der durchschnittlichen Entwicklung eines Landes abzuleiten.

http://data.worldbank.org/indicator/SP.RUR.TOTL.ZS

Anteil der Landbevölkerung

Die Einwohner, die in den von den nationalen Statistikbehörden als ländlich definierten Gebieten leben. Berechnungsgrundlage: Differenz zwischen Gesamtbevölkerung und Stadtbevölkerung.

http://data.worldbank.org/indicator/SP.POP.GROW

Bevölkerungswachstum pro Jahr

 

http://data.worldbank.org/indicator/SP.DYN.LE00.IN

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung zum Zeitpunkt der Geburt bezeichnet die Anzahl der Jahre, die ein neugeborenes Kind leben würde, wenn die Sterblichkeitsrate zum Zeitpunkt seiner Geburt sein ganzes Leben lang unverändert bliebe.

http://data.worldbank.org/indicator/SP.POP.65UP.TO.ZS

Anteil der Menschen, die 65 Jahre oder älter sind

 

http://data.worldbank.org/indicator/SP.POP.0014.TO.ZS

Anteil der Menschen, die jünger als 15 Jahre sind

 

http://data.worldbank.org/indicator/SN.ITK.DEFC.ZS

Anteil der Menschen, die unterernährt sind

Der Prozent­satz der Bevölkerung, der nicht ausreichend Nahrung zu sich nimmt, um den täglichen Energie­bedarf kontinuierlich zu decken. Wenn dieser Wert 2,5 beträgt, bedeutet dies eine Prävalenz von Unter­ernährung von weniger als 2,5 Prozent.

http://data.worldbank.org/indicator/SI.POV.NAHC

Anteil der Menschen, die unterhalb der nationalen Armutsgrenze leben

Prozentsatz der Bevölkerung, die unterhalb der nationalen Armuts­grenze lebt. Die nationalen Schätzwerte beruhen auf bevölkerungs­gewich­teten Unter­gruppen­schätzungen aufgrund von Haushalts­erhebungen.

http://data.worldbank.org/indicator/SI.POV.DDAY

Anteil der Menschen, die in extremer Armut leben

Anteil der Bevölkerung, die mit weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag auskommen muss; umgerechnet auf die lokale Kaufkraft, basierend auf dem internationalen Preisniveau von 2011. Die Weltbank hat die Armutsgrenze zuletzt im Oktober 2015 angepasst. Davor lag dieser Wert bei 1,25 US-Dollar pro Tag, basierend auf dem internationalen Preisniveau von 2005. Diesen älteren Wert verwenden noch fünf Länder: Bangladesch, Cabo Verde, Jordanien, Kambodscha, Laos

http://data.worldbank.org/indicator/SE.PRM.CMPT.ZS

Anteil der Kinder, die die Grundschule abschließen (Primarschulabschlussrate)

Prozentsatz der Schüler, die die Primar­schule bis zum letzten Jahr durchlaufen haben. Berechnet wird die Primar­schul­abschluss­rate aus der Gesamt­zahl der Schüler in der letzten Primarschul­klasse minus die Anzahl der Wieder­holungs­schüler der Klasse, dividiert durch die Gesamt­zahl der Kinder im offiziellen Schul­abschluss­alter.

Dieser Berechnungs­schlüssel kann bei einigen Ländern zu einer Zahl größer als 100 Prozent führen, was nichts anderes heißt, als dass im be­treffen­den Schul­jahr mehr Kinder die Grund­schule ab­ge­schlossen haben als sich im offi­ziellen Schul­ab­schluss­alter befun­den haben.

http://data.worldbank.org/indicator/SE.PRM.NENR

Anteil der Kinder im schulpflichtigen Alter, die eine Grundschule besuchen

Anteil der Kinder, die gemäß der "International Standard Classification of Education" von 1997 im offiziell festgelegten Schul­besuchs­alter sind und eine Schule besuchen, an der Gesamt­bevölke­rung im entsprechen­den Schul­alter. Die Grundschul­bildung vermittelt den Kindern grund­legende Fähigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen sowie ein grundlegendes Verständnis von Fächern wie Geschichte, Geografie, Naturkunde, Sozial­kunde, Bildende Kunst und Musik.

http://data.worldbank.org/indicator/SE.ADT.LITR.ZS

Anteil der Menschen, die lesen und schreiben können

Der Prozentsatz von Personen ab 15 Jahren, die eine kurze, einfache Aussage zu ihrem alltäglichen Leben mit Verständnis lesen und schreiben können.

http://data.worldbank.org/indicator/SE.XPD.TOTL.GD.ZS

Öffentliche Ausgaben für Bildung

Summe der öffentlichen laufenden und Kapital­ausgaben für Bildung. Hierzu zählen staatliche Aus­gaben für (öffentliche wie private) Bildungs­einrichtungen, die Bildungs­verwaltung sowie Subven­tionen für private Stellen (Schüler und Studenten/ Haushalte und andere private Stellen).

http://data.worldbank.org/indicator/SE.PRM.ENRL.TC.ZS

Zahl der Grundschulkinder pro Lehrerin oder Lehrer

Wird errechnet durch Division der Anzahl aller Grundschüler durch die Anzahl der Grundschul­lehrkräfte (unabhängig vom jeweiligen Unterrichts­deputat).

http://data.worldbank.org/indicator/SH.IMM.IDPT

Anteil der einjährigen Kinder, die gegen Diphtherie, Keuchhusten und Tetanus geimpft sind

Der Prozentsatz der Kinder im Alter von 12 bis 23 Monaten, die vor ihrem ersten Geburts­tag oder zu einem beliebigen Zeit­punkt vor der Erhe­bung geimpft wurden. Ein Kind gilt als aus­reichend vor Diphtherie, Keuch­husten und Tetanus geschützt, wenn es drei Impf­dosen erhalten hat.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.BRTC.ZS

Anteil der Geburten, die unter Betreuung von ausgebildetem medizinischen Personal stattfinden

Der Prozentsatz von Geburten, bei denen Fach­personal anwesend ist, das darin ausgebildet wurde, Frauen während der Schwanger­schaft und der Wehen und nach der Geburt ange­messen zu über­wachen, zu versorgen und zu beraten, eigen­ständig eine Geburt zu leiten und Neuge­borene zu versorgen.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.ANVC.ZS

Anteil der Schwangeren, die medizinisch betreut werden

Der Prozent­satz der Frauen, die mindestens einmal während der Schwanger­schaft aus schwanger­schafts­bedingten Gründen von medizi­ni­schem Fach­personal betreut worden sind.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.DYN.MORT

Anzahl der Kinder, die vor ihrem fünften Geburtstag sterben (pro 1.000 Lebendgeburten)

Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren gibt die Wahrschein­lich­keit (pro Tausend) an, dass ein neuge­borenes Kind vor Vollen­dung seines fünften Lebens­jahres stirbt.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.MMRT

Anzahl der Mütter, die während der Schwangerschaft oder bei der Geburt ihres Kindes sterben (pro 100.000 Lebendgeburten)

Mütter­sterblich­keitsrate gibt die Anzahl der Frauen an, die – pro 100.000 Lebend­geburten – während der Schwanger­schaft und Geburt an schwan­ger­schafts­beding­ten Ursachen sterben. Die Werte werden mittels Regressions­modell unter Ein­beziehung von Informa­tionen zu Frucht­barkeit, Geburts­hilfe und HIV-Verbrei­tung geschätzt.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.DYN.AIDS.ZS

HIV-Quote (Erwachsene zwischen 15 und 49 Jahren)

Der Prozent­satz der 15- bis 49-Jährigen, die mit HIV infiziert sind.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.XPD.PUBL.ZS

Öffentliche Gesundheitsausgaben in Prozent des Bruttoinlandsproduktes

Summe der laufenden und Kapital­ausgaben aus staatlichen Haus­halten (zentrale Ebene und Gebiets­körper­schaften), externen Krediten und Zuschüssen (einschließlich Zuwen­dungen internationaler und nicht­staatlicher Organisa­tionen) sowie sozialen (oder gesetzlichen) Kranken­versicherungen.

http://www.bmz.de

Deutsche staatliche Mittel für Entwicklungs­zu­sam­men­arbeit

Durch die Bundesrepublik im Rahmen zwischenstaatlicher Verträge zugesagte Mittel für die Ent­wicklungs­zusammen­arbeit (Tech­nische und Finan­zielle Zu­sam­men­arbeit)

http://data.worldbank.org/indicator/DT.ODA.ODAT.CD

Gesamtsumme der erhaltenen öffentlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit (ODA)

Auszahlungen von Darlehen zu vergünstigten Bedingun­gen (abzüglich etwaiger Tilgungs­leistungen) sowie Zu­schüssen, die von öffent­lichen Stellen der Mit­glieder des OECD-Ent­wick­lungs­aus­schusses (Develop­ment Assistance Committee, DAC), von multi­lateralen Institutionen und von Nicht-DAC-Län­dern vergeben werden. Berücksichtigt werden Mittel, die der Förderung der wirtschaft­lichen Entwicklung und der Ver­besse­rung des Lebens­stan­dards in den in der DAC-Liste der ODA-Empfänger aufge­führten Ländern und Gebieten dienen. Dies schließt auch Darlehen mit einem Zuschuss­ele­ment von mindestens 25 Prozent (berechnet zu einem Ab­zinsungs­satz von 10 Prozent) mit ein. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechsel­kurse)

http://data.worldbank.org/indicator/DT.ODA.ODAT.PC.ZS

Summe der pro Einwohner erhaltenen öffentlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit (ODA)

Pro Einwohner erhaltene Auszahlungen von Darlehen zu vergünstigten Bedingungen (abzüglich etwaiger Tilgungsleistungen) sowie Zuschüs­sen, die von öffentlichen Stellen der Mitglieder des OECD-Ent­wick­lungs­aus­schusses (Develop­ment Assistance Committee, DAC), von multi­lateralen Institutionen und von Nicht-DAC-Ländern vergeben werden. Berücksichtigt werden Mittel, die der För­derung der wirtschaft­lichen Ent­wicklung und der Ver­besse­rung des Lebens­standards in den in der DAC-Liste der ODA-Empfän­ger aufgeführten Ländern und Gebieten dienen. Der Betrag wird errechnet, indem die Gesamtsumme der erhaltenen öffentlichen Mittel für Entwicklungs­zusammenarbeit durch die geschätzte Bevöl­kerungs­zahl zur Jahresmitte dividiert wird. Dies schließt auch Darlehen mit einem Zuschusselement von mindestens 25 Prozent (berechnet zu einem Abzinsungssatz von 10 Prozent) mit ein. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechselkurse)

http://data.worldbank.org/indicator/IT.NET.USER.ZS

Internetnutzer (Anteil der Bevölkerung in %)

Internetnutzer sind Personen, die das Internet (von jedem beliebigen Standort aus) in den letzten 3 Monaten genutzt haben. Der Zugang zum Internet kann zum Beispiel über Computer, Mobiltelefon, PDA (Personal Digital Assistant), Spiele-PC, Smart-TV, usw. erfolgen.

http://data.worldbank.org/indicator/IT.CEL.SETS.P2

Mobilfunkanschlüsse (pro 100 Einwohner)

Mobilfunkanschlüsse sind Anschlüsse bei einem Betreiber eines öffent­lichen Mobilfunk­dienstes, die den Zugang ins öffentliche Telefon­netz ermöglichen. Hierunter fallen sowohl Mobil­funk­verträge als auch Prepaid-Kar­ten.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.H2O.SAFE.ZS

Anteil der Bevölkerung mit angemessenem Anschluss an eine Trinkwasserversorgung

Der Prozentsatz der Bevöl­kerung, die angemessenen Zugang zu einer ausreichenden Wasser­menge aus einer verbesser­ten Quelle hat, wie beispiels­weise einem Haus­anschluss, einer öffent­lichen Zapf­stelle, einem Bohrloch, einem gesicherten Brunnen oder einer gesicherten Quelle oder einer Regen­wasser­sammel­anlage. Zu den nicht verbesserten Quellen gehören Wasser­verkäufer, Tank­fahrzeuge sowie nicht gesicherte Brunnen und Quellen. Angemessener Zugang bezeichnet die Verfüg­barkeit von mindestens 20 Litern pro Kopf und Tag aus einer Quelle, die höchstens einen Kilo­meter von der Wohn­stätte entfernt liegt.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.ACSN

Anteil der Einwohner mit angemessenem Anschluss an eine Abwasserentsorgung

Der Prozent­satz der Bevölkerung, die zumindest aus­reichenden Zugang zu einer Fäkalien­entsor­gung hat, die verhindert, dass Menschen, Tiere oder Insekten mit den Fäkalien in Berüh­rung kommen. Verbesserte Sanitär­einrich­tungen reichen von einfachen, aber umbauten Gruben­latrinen bis hin zu Spül­toiletten mit Anschluss an eine Ab­wasser­leitung. Solche Vorrich­tungen müssen, um wirklich effektiv zu sein, fach­gerecht gebaut und korrekt gewartet werden.

http://data.worldbank.org/indicator/AG.LND.AGRI.ZS

Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche an der gesamten Landfläche

Der Anteil der Landfläche, die Ackerland, Dauer­kultur­land oder Dauerweide­fläche ist. Zum Acker­land zählt nach der FAO-Defi­nition mit verschie­denen Kulturen bewirtschaftetes Land (Flächen mit zwei Kulturen pro Jahr werden nur einmal gezählt), temporäres zum Mähen oder als Weide genutztes Grün­land, Nutz­gärten zur kommerziellen oder privaten Nutzung sowie temporär brachliegendes Land. Land, das im Rahmen des Wander­feldbaus aufgegeben wurde, zählt nicht mit. Dauer­kultur­land ist mit Kulturen bewirtschaftet, die dort langfristig stehen und nicht nach jeder Ernte neu angebaut werden müssen, beispiels­weise Kakao, Kaffee und Kautschuk. Hierzu zählt auch mit Blüten­gehölzen, Obst­bäumen, Nussbäumen oder Reb­stöcken bewirtschaf­tetes Land, nicht aber mit Bäumen zur Holz­nutzung bewirtschaftetes Land. Dauer­weide­fläche ist Land, das fünf Jahre lang oder länger als Grün­futter­quelle genutzt wird, sowohl mit natür­lichem als auch mit gepflanz­tem Bewuchs.

http://data.worldbank.org/indicator/ER.LND.PTLD.ZS

Anteil der Naturschutzgebiete an der gesamten Landesfläche

Gebiete, die von den natio­nalen Behörden offiziell als Schutz­gebiete ausge­wiesen sind

http://data.worldbank.org/indicator/AG.LND.FRST.ZS

Anteil der Waldfläche an der gesamten Landfläche

Landfläche mit natürlichem oder angepflanztem Baum­bestand mit einer Mindest­höhe von 5 Metern (unabhängig davon, ob es sich um Nutz­wald handelt). Nicht mitgerechnet werden Baum­bestände in land­wirt­schaft­lichen Produktions­systemen (beispielsweise Obstplantagen und Agroforst­systeme) sowie Bäume in städti­schen Parks und Gärten.

http://data.worldbank.org/indicator/EN.ATM.CO2E.PC

Kohlendioxid-Emission pro Kopf (in Tonnen)

Kohlendioxid-Emissionen sind die Emissionen, die bei der Verbren­nung fossiler Brenn­stoffe und der Herstellung von Zement frei­gesetzt werden. Die Emissionen schließen Kohlen­dioxide ein, die beim Verbrauch von festen, flüssigen oder gas­förmigen Brenn­stoffen sowie durch das Ab­fackeln von Gas entstehen.

http://data.worldbank.org/indicator/EG.USE.ELEC.KH.PC

Stromverbrauch pro Person

Stromerzeugung aus Kraft­werken und Kraft-Wärme-Anlagen minus Über­tra­gungs-, Vertei­lungs- und Um­spann­verluste sowie minus Eigen­ver­brauch der Anlagen.

http://data.worldbank.org/indicator/SL.AGR.EMPL.ZS

Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft (gemessen an der gesamten Erwerbsbevölkerung)

Beschäftigte sind Personen, die für einen öffent­lichen oder privaten Arbeit­geber tätig sind und dafür Löhne, Gehälter, Provi­sionen, Trink­gelder, Akkord­löhne oder Sachbezüge erhalten. Die Landwirt­schaft entspricht Abteilung 1 (ISIC-Über­arbei­tung 2) oder den Ab­schnitten A und B (ISIC-Überar­beitung 3) und umfasst auch Jagd, Forst­wirt­schaft und Fischerei.

http://data.worldbank.org/indicator/EG.IMP.CONS.ZS

Anteil der Energieimporte am gesamten Energieverbrauch

Geschätzte Differenz zwischen Energie­verbrauch und -erzeugung (beide Werte in Öl­einheiten). Ein negativer Wert bedeutet, dass das Land Netto-Expor­teur ist. Der Energie­verbrauch bezieht sich auf den Verbrauch an Primär­energie vor der Umwand­lung in andere Brenn­stoffe für den End­verbrauch, was der Summe aus einheimi­scher Erzeugung, Importen und Bestands­verände­rungen abzüglich der Exporte und der bereit­gestellten Brenn­stoff­menge für auf internationalen Routen verkeh­rende Schiffe und Flug­zeuge entspricht.

http://data.worldbank.org/indicator/SL.TLF.0714.ZS

Anteil der Kinder zwischen 7 und 14 Jahren, die arbeiten

Kinder, die in der von der Erhe­bung erfassten Referenz­woche mindestens eine Stunde lang erwerbstätig waren.

http://data.worldbank.org/indicator/SL.UEM.TOTL.ZS

Arbeitslosenquote

Der Anteil der Erwerbsbevölkerung, der keine Arbeit hat, aber für eine Erwerbs­tätig­keit verfügbar und erwerbs­suchend ist. Erwerbs­bevölke­rung und Arbeits­losig­keit werden je nach Land unter­schied­lich definiert.

http://data.worldbank.org/indicator/BX.KLT.DINV.CD.WD

Ausländische Direktinvestitionen pro Jahr in US-Dollar

Nettozuflüsse von Investitionen zum Erwerb einer dauer­haften Beteili­gung (mindestens 10 Prozent der Stimm­rechts­aktien) an einem Unternehmen, das in einer anderen Volks­wirt­schaft tätig ist als der Investor. Sie sind die Summe aus Beteiligungs­kapital­bewe­gungen, Reinvesti­tionen der Gewinne und anderen lang­fristigen Kapital­bewe­gungen und den kurz­fristigen Kapital­bewe­gungen, wie sie in der Zahlungs­bilanz ausge­wiesen sind. Dargestellt sind Netto­zuflüsse (Netto-Investitions­zuflüsse abzüglich Des­investi­tion) von auslän­dischen Investoren in die bericht­erstattende Volks­wirtschaft. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechselkurse).

http://data.worldbank.org/indicator/DT.DOD.DECT.CD

Auslandsverschuldung gesamt

Schulden gegenüber nicht im Land ansässi­gen Parteien, die in Devisen, Waren oder Dienst­leistun­gen zu begleichen sind. Die Gesamt-Auslands­verschul­dung entspricht der Summe aus öffentlichen, öffentlich garan­tierten und privaten nicht garan­tierten lang­fristigen Schulden, der Nutzung von IWF-Krediten und kurz­fristigen Schulden. Kurzfristige Schulden umfassen alle Schulden, deren ursprüngliche Lauf­zeit maximal ein Jahr betragen hat, sowie überfällige Zinsen auf langfristige Schulden. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechselkurse).

http://data.worldbank.org/indicator/NY.GNP.ATLS.CD

Bruttonationaleinkommen pro Jahr in US-Dollar

Das Bruttonationaleinkommen (BNE) misst die gesamte Wert­schöpfung von Inländern aus inlän­dischen und auslän­dischen Quellen. Das BNE umfasst das Brutto­inlands­produkt (BIP) zuzüglich der Netto­übertra­gungen aus Primär­einkom­men aus auslän­dischen Quellen. Die Umrechnung von der jeweiligen Landes­währung in US-Dollar zum jeweils geltenden Kurs erfolgt nach der Atlas-Me­thode der Welt­bank. Dabei werden Drei­jahres­durch­schnitte der Wechsel­kurse verwendet, um die Auswirkungen vorübergehender Wechsel­kurs­schwan­kungen zu glätten.

http://data.worldbank.org/indicator/NY.GNP.PCAP.CD

Bruttonationaleinkommen pro Kopf pro Jahr in US-Dollar

Das Bruttonationaleinkommen (BNE) pro Kopf bezeichnet das BNE geteilt durch die Bevöl­kerungs­zahl zur Jahres­mitte. Das BNE misst die gesamte Wert­schöpfung von Inländern aus inländi­schen und ausländi­schen Quellen. Das BNE umfasst das Brutto­inlands­produkt (BIP) zuzüglich der Netto­übertra­gungen aus Primär­einkom­men aus ausländi­schen Quellen. Die Um­rechnung von der jeweiligen Landes­währung in US-Dollar zum jeweils geltenden Kurs erfolgt nach der Atlas-Me­thode der Weltbank. Dabei werden Drei­jahres­durch­schnitte der Wechsel­kurse verwendet, um die Auswir­kungen vorübergehender Wechsel­kurs­schwan­kungen zu glätten.

http://data.worldbank.org/indicator/NE.EXP.GNFS.ZS

Export von Waren und Dienstleistungen (Anteil am Bruttoinlandsprodukt )

Der Wert der ins Ausland gelieferten Güter und Dienst­leistungen. Dies umfasst den Wert der Waren, Fracht­kosten, Versicherungs­kosten, Transport­kosten, Reise­kosten, Lizenz­gebühren und anderer Dienst­leistun­gen wie Nachrichten-, Bau-, Finanz-, Infor­mations- und Geschäfts­dienst­leistungen sowie persön­licher und staat­licher Dienst­leistungen. Nicht mitge­rechnet werden die Entlohnung von Beschäftigten und Ein­kommen aus Geld­anlagen sowie Transfer­zah­lungen.

http://data.worldbank.org/indicator/NE.IMP.GNFS.ZS

Import von Waren und Dienstleistungen (Anteil am Bruttoinlandsprodukt )

Der Wert der aus dem Ausland erworbenen Güter und Dienst­leistungen. Dies umfasst den Wert der Waren, Fracht­kosten, Versicherungs­kosten, Transport­kosten, Reise­kosten, Lizenz­gebühren und anderer Dienst­leistungen wie Nachrichten-, Bau-, Finanz-, Infor­mations- und Geschäfts­dienst­leistungen sowie persön­licher und staatlicher Dienst­leistungen. Nicht mitgerechnet werden die Entlohnung von Beschäftigten und Einkom­men aus Geld­anlagen sowie Transfer­zahlungen.

http://data.worldbank.org/indicator/FP.CPI.TOTL.ZG

Inflationsrate

Die anhand des Verbraucher­preis­indexes gemessene Inflation entspricht der jähr­lichen prozen­tualen Veränderung der Kosten, die dem Durch­schnitts­verbraucher für den Kauf eines Waren- und Dienst­leistungs­korbs entstehen, der dauerhaft definiert sein kann oder in festgelegten Abständen (beispiels­weise jährlich) aktualisiert werden kann. Im Allgemeinen wird die Laspeyres-For­mel verwendet.

http://data.worldbank.org/indicator/DT.TDS.DECT.EX.ZS

Schuldendienst gesamt (in Prozent der Ausfuhren von Gütern und Dienstleistungen sowie des Nettoeinkommens aus dem Ausland)

Summe der Tilgungs- und Zins­zah­lungen für lang­fristige Schulden, die in Devisen, Waren oder Dienst­leistungen tatsächlich geleistet werden, Zinszahlungen auf kurzfristige Schulden sowie Rück­zahlungen (Rückkäufe und Gebühren) an den IWF. Ausfuhren von Gütern und Dienst­leistungen um­fassen auch Ein­kom­men und Heimat­über­wei­sungen.

http://data.worldbank.org/indicator/NV.IND.TOTL.ZS

Wertschöpfung der Industrie in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Die Wertschöpfung der In­dustrie ent­spricht den "International Standard Industrial Classification (ISIC)"-Abtei­lun­gen 10-45 und umfasst die Sek­toren Berg­bau, verarbeitende Industrie, Bau­wesen sowie Strom-, Gas- und Wasser­versor­gung. Die Wert­schöpfung ist die Netto­pro­duktions­menge eines Wirt­schafts­bereichs, nach Summie­rung aller Produktions­mengen und abzüglich aller Vorleistungen. Der Ursprung der Wert­schöpfung wird nach der ISIC (Über­arbei­tung 3) bestimmt.

http://data.worldbank.org/indicator/NV.AGR.TOTL.ZS

Wertschöpfung der Landwirtschaft in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Die Wertschöpfung der Land­wirtschaft entspricht den "International Standard Industrial Classification (ISIC)"-Ab­tei­lungen 1-5 und schließt Jagd, Forst- und Fi­scherei­wirtschaft sowie die Pflan­zen- und Tier­produk­tion mit ein. Die Wert­schöpfung ist die Netto­produk­tions­menge eines Wirtschafts­bereichs nach Summierung aller Produktions­mengen und abzüglich aller Vor­leistungen. Der Ursprung der Wert­schöpfung wird nach der ISIC (Über­arbeitung 3) bestimmt.

http://data.worldbank.org/indicator/NV.SRV.TETC.ZS

Wertschöpfung des Dienstleistungssektors in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Die Wertschöpfung des Dienstleistungs­sektors entspricht den "International Standard Industrial Classification (ISIC)"-Abtei­lungen 50-99. Hierzu zählt die Wert­schöpfung aus dem Großhandels- und Einzel­handels­bereich (auch Hotels und Gaststätten), dem Transport­wesen sowie aus staat­lichen, finanziellen, fachlichen und persön­lichen Dienst­leistungen wie Bildung, medizinische Versor­gung und Immo­bilien­dienst­leistungen. Mitgezählt werden auch fiktive Gebühren für Bankdienst­leistungen, Import­abgaben sowie alle statistischen Diskre­panzen, die den erfassenden Stellen auf natio­naler Ebene auffallen, und durch Umskalierung entstehende Diskrepanzen. Die Wert­schöpfung ist die Netto­produktions­menge eines Wirtschafts­bereichs nach Summierung aller Produktions­mengen und abzüglich aller Vor­leistungen. Der Ursprung der Wert­schöpfung wird nach der ISIC (Über­arbei­tung 3) bestimmt.

http://data.worldbank.org/indicator/NY.GDP.MKTP.KD.ZG

Wirtschaftswachstum pro Jahr

Die jährliche Wachstumsrate des Brutto­inlands­produkts (BIP) wird aus dem BIP zu konstan­ten Preisen in Einheiten der Landes­währung errechnet. Die Gesamt­summen sind in US-Dollar zu konstan­ten Preisen von 2000 ausgedrückt. Das BIP ist die Brutto­wert­schöpfung zu Käufer­preisen aller in dem jeweiligen Land ansässigen Personen zuzüglich Steuern und abzüglich Subven­tionen, die nicht im Produkt­wert enthalten sind.

Internationale Initiative für Transparenz in der Entwicklungszusammenarbeit (IATI)

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