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Lateinamerika und Karibik

Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung


Ein Arbeiter in der Trinkwasseraufbereitungsanlage Pampahasi, Bolivien.

Die Wirtschaft Lateinamerikas und der Karibik ist weiterhin sehr stark auf die Aus­beu­tung von Roh­stoffen und den Export von Agrar­pro­dukten an­ge­wie­sen. Die wirt­schaft­liche Ent­wick­lung vieler Länder ist daher von den Preis­schwan­kungen auf den Welt­märkten ab­hän­gig. Um diese Ab­hän­gig­keit zu ver­rin­gern, müssen zukunfts­träch­tige und glo­bal wett­be­werbs­fähige Wirt­schafts­sek­toren ge­för­dert wer­den. Die ne­ga­tiven Aus­wir­kungen einer stark roh­stoff­basierten Wirt­schaft zei­gen sich aber vor allem auch durch die fort­schrei­tende Zer­stö­rung der Umwelt und der bio­lo­gischen Viel­falt, durch die teils gewalt­tätigen Kon­flikte um Zu­gang und Nut­zung von Natur­res­sour­cen so­wie durch das Feh­len qua­li­fi­zierter Fach­kräfte und die geringe In­no­va­tions­fähig­keit von Unter­nehmen und Staaten.

Deutsch­land setzt sich für neue Beschäf­ti­gungs­chancen ein, um den Men­schen selbst­be­stimmte Wege aus der Armut und soziale Aufstiegs­chancen zu er­öff­nen. Nach­hal­tige Wirt­schafts­ent­wick­lung be­deu­tet, die Rah­men­be­din­gun­gen für qua­li­ta­tives Wachs­tum zu schaffen, um Armut und soziale Aus­gren­zung zu lin­dern. Dazu ge­hören auch öko­lo­gische und so­zi­ale Stan­dards für nach­hal­tiges Wirt­schaften und die Ein­be­ziehung des informellen Sektors.

Die Projekte und Maßnahmen der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit im Schwer­punkt "Nach­hal­tige Wirt­schafts­ent­wick­lung" kon­zen­trieren sich auf folgende Themen:

  • Rah­men­be­din­gun­gen für Wirtschaft und Beschäftigung

  • Fortentwicklung und Umsetzung von Standards für nachhaltiges Wirtschaften

  • Finanzdienstleistungen ins­be­son­dere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)

  • Berufsbildung und betriebliche Aus- und Fortbildung ins­be­son­dere für junge Menschen

Durch die enge Verzahnung mit den weiteren Schwerpunkten der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit in Latein­amerika und der Karibik – Good Governance sowie Klima- und Res­sour­cen­schutz – sol­len in­no­va­tive Wege zur Moder­ni­sie­rung der Wirt­schaft be­schrit­ten werden. So unter­stützt Deutsch­land zum Bei­spiel die prak­tische Um­set­zung von Umwelt- und Energie­stan­dards in Unter­nehmen und berät sie beim dafür notwendigen Einsatz moderner und ef­fi­zienter Tech­no­logien. Im Dialog mit Staat, Wirt­schaft und Zivil­ge­sell­schaft wer­den die nach­hal­tige Nutzung von Roh­stoffen und die trans­pa­rente Ver­wen­dung der Ein­nah­men vor­an­ge­trieben, etwa durch die intensive Zu­sam­men­ar­beit mit der Transparenz­ini­tia­tive im Roh­stoff­sektor (EITI).

Engere regionale Zusammenarbeit

Die Schaffung von Rah­men­be­din­gun­gen für qualitatives Wachs­tum er­for­dert da­rü­ber hin­aus eine bessere Zu­sam­men­ar­beit auf regionaler Ebene. Deutsch­land be­tei­ligt sich an der Har­mo­ni­sie­rung und Ver­ein­fachung von Wirtschafts-, Wett­bewerbs- und Handels­regelungen inner­halb des Sub­kon­ti­nents. In Kooperation mit der UN-Wirtschafts­kommission für Latein­amerika (Comisión Económica para América Latina, CEPAL) und re­gi­o­nalen Zu­sam­men­schlüssen wie dem zentral­ameri­ka­nischen Inte­gra­tions­system (Sistema de la Inte­gra­ción Centro­americana, SICA) wer­den struk­tu­relle und ord­nungs­poli­tische Hin­der­nisse für eine moderne und nach­hal­tige Wirt­schafts­ent­wick­lung iden­ti­fi­ziert. Ziel ist es, kurz-, mittel- und lang­fristig die recht­lichen und ad­mi­nis­tra­tiven Rah­men­be­din­gun­gen für unter­neh­merische Ini­tia­tive und In­ves­ti­tio­nen zu verbessern.

Junge Menschen im Mittelpunkt

Alle Maßnahmen der deutschen Ent­wick­lungs­po­li­tik in diesem Schwer­punkt haben dabei immer die Men­schen im Blick. Vor allem für Jugend­liche und junge Er­wach­sene feh­len aus­rei­chend hoch­wertige Angebote für aka­de­mische Qua­li­fi­ka­tion, Berufs­bildung und be­trieb­liche Aus- und Wei­ter­bildung. Dieser Mangel erhöht die Gefahr, dass in­for­melle oder il­le­gale Ein­kom­mens­quellen wie Dro­gen- und Menschen­handel als Zukunfts­perspek­tive er­schei­nen und sich die da­mit ver­bun­denen Gewalt- und Konflikt­struk­turen ver­festigen. Letzt­lich wird da­­durch auch ver­hin­dert, dass junge Menschen als aktive Bürger gleich­be­rech­tigt am wirt­schaft­lichen und gesell­schaft­lichen Leben teil­haben können. Die deut­sche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit fördert daher auch Reformen im Bildungs­sektor und den Aufbau von Studien- und Aus­bil­dungs­gängen, die Schaf­fung non-formaler Bildungs­an­ge­boten sowie die For­ma­li­sie­rung von Be­schäf­ti­gung und die Sta­bi­li­sierung der sozialen Sicherungssysteme.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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