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Projektbeispiel: Zwei Fähren für Timor-Leste

Die Fähre "Berlin-Nakroma", mit deutscher Unterstützung finanziert, verbindet die Hauptstadt Dili mit der Insel Atauro und der Exklave Oecussi.

Timor-Leste besteht aus dem Hauptland im Osten der Insel Timor, der Exklave Oecussi-Ambeno im indonesischen Westteil und den Inseln Atauro und Jaco. Verkehrsverbindungen zwischen den Landesteilen gibt es nur über den Seeweg – die vorhandene Straße nach Oecussi-Ambeno führt durch indonesisches Staatsgebiet. Wer die Straße passieren möchte, benötigt ein Visum, das aber nur in der Hauptstadt zu erhalten ist. Hinzu kommt, dass sich die meisten Einwohner die hohen Einreise- und Straßennutzungsgebühren nicht leisten können.

Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur als Voraussetzung für weiteres Wirtschaftswachstum ist als erklärtes Ziel der Regierung im nationalen Entwicklungsplan verankert. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt das zuständige Ministerium und die Hafenbehörde (APORTIL) dabei, den Passagier- und Frachtverkehr in Timor-Leste zu verbessern.

Eine mit deutscher Unterstützung eingerichtete regelmäßige Fährverbindung zwischen der Hauptstadt Dili, der Exklave Oecussi-Ambeno und der Insel Atauro erleichtert die Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte und schafft Zugang zu Bildung und sozialen Dienstleistungen. Auch der Aufbau eines Tourismussektors wird unterstützt.

Im Februar 2007 wurde das Fährschiff "Nakroma" offiziell übergeben – ein 50 Meter langes und mit Autos befahrbares Fährschiff, das bis zu 300 Passagiere und 170 Tonnen Fracht aufnehmen kann. Als Dank für die gute Zusammenarbeit wurde die Fähre "Berlin-Nakroma" getauft.

Aktuell unterstützt Deutschland Timor-Leste bei der Beschaffung einer zweiten Fähre, die den laufenden Fährverkehr zwischen Oecussi und Dili noch zuverlässiger machen soll. Dies insbesondere, da die "Berlin-Nakroma" aufgrund von vorgeschriebenen Wartungsarbeiten ihren Dienst zeitweise unterbrechen muss, Gegebenenfalls können die Fährverbindungen dank des zweiten Schiffs später auch auf andere Städte ausgeweitet werden.

Ein Vorhaben der technischen Zusammenarbeit trägt außerdem dazu bei, eine Schifffahrtsverwaltung nach internationalen Standards aufzubauen, die Leistungsfähigkeit der Hafenbehörde APORTIL zu verbessern sowie Seeleute und Techniker auszubilden, die für die weitere Entwicklung des Landes dringend gebraucht werden. In einem ersten Schritt wurde die Besatzung der Fähre "Berlin-Nakroma" ausgebildet.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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