Hauptinhalt

Kosovo

Situation und Zusammenarbeit


Reise von Bundesminister Müller nach Kosvo und Serbien im Mai 2015: Ankunft auf dem Flughafen Pristina
Bildergalerie öffnen gallery26530175_2../../../../mediathek/bildergalerien/20150528_Ministerreise_Kosovo_Serbien/kosovo_0020_thumb.jpgThomas Trutschel/photothek.net Bildergalerie öffnen

Reise von Bundesminister Müller nach Kosvo und Serbien im Mai 2015: Ankunft auf dem Flughafen Pristina

Bild: © Thomas Trutschel/photothek.net

Bild {{counter}} von {{maxCount}}

Blick auf ein Braunkohlekraftwerk in Pristina. Einer der Schwerpunkte der deutsch-kosovarischen Zusammenarbeit ist die Modernisierung der Energieversorgung.

Bild: © Thomas Trutschel/photothek.net

Bild {{counter}} von {{maxCount}}

Bild: ©

Bild {{counter}} von {{maxCount}}

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller trifft den Premierminister der Republik Kosovo, Isa Mustafa.

Bild: © Thomas Trutschel/photothek.net

Bild {{counter}} von {{maxCount}}

Neubaugebiet am Stadtrand von Pristina. Deutschland unterstützt ein Rückkehrerprogramm für Menschen aus dem Kosovo.

Bild: © Thomas Trutschel/photothek.net

Bild {{counter}} von {{maxCount}}

Bundesminister Müller auf einer Pressekonferenz mit dem Finanzminister der Republik Kosovo, Avdullah Hoti

Bild: © Thomas Trutschel/photothek.net

Bild {{counter}} von {{maxCount}}

Schild in der Berufsschule Shtjefen Gjecovi in Pristina. Die Verbesserung der beruflichen Ausbildung und die Schaffung von Arbeitsplätzen sind wichtige Themen in der deutsch-kosovarischen Zusammenarbeit.

Bild: © Thomas Trutschel/photothek.net

Bild {{counter}} von {{maxCount}}

In der Berufsschule Shtjefen Gjecovi werden mit deutscher Unterstützung Kfz-Mechanikerinnen und -Mechaniker ausgebildet.

Bild: © Thomas Trutschel/photothek.net

Bild {{counter}} von {{maxCount}}

Das BMZ fördert im Kosovo kleine und mittlere Unternehmen und eine praxisnahe berufliche Ausbildung, um die Perspektiven junger Menschen angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit zu verbessern.

Bild: © Thomas Trutschel/photothek.net

Bild {{counter}} von {{maxCount}}

Minister Müller bei einem Empfang der deutschen Botschaft

Bild: © Thomas Trutschel/photothek.net

Bild {{counter}} von {{maxCount}}

Besuch bei der KFOR in Pristina: Minister Müller im Gespräch mit Generalleutnant Hans-Werner Fritz, Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr.

Bild: © Thomas Trutschel/photothek.net

Bild {{counter}} von {{maxCount}}

Minister Müller eröffnet zusammen mit dem kosovarischen Minister für Arbeit und soziale Wohlfahrt, Arban Abrashi, den Deutschen Informationspunkt für Migration, Ausbildung und Karriere (DIMAK) in Pristina, Kosovo.

Bild: © Thomas Trutschel/photothek.net

Bild {{counter}} von {{maxCount}}

Eine Mitarbeiterin des Deutschen Informationspunkts für Migration, Ausbildung und Karriere (DIMAK) berät einen jungen Kosovaren im neu eröffneten Informationsbüro in Pristina.

Bild: © Thomas Trutschel/photothek.net

Bild {{counter}} von {{maxCount}}

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller wird bei seiner Ankunft auf dem Flughafen Belgrad vom deutschen Botschafter Heinz Wilhelm begrüßt.

Bild: © Thomas Trutschel/photothek.net

Bild {{counter}} von {{maxCount}}

Bundesminister Müller begrüßt Schüler der Gewerbeschule Pecinci in Serbien in der lokalen Niederlassung der Firma Bosch.

Bild: © Thomas Trutschel/photothek.net

Bild {{counter}} von {{maxCount}}

Bundesminister Müller besuchte während seiner Reise in Serbien ein Roma-Lager in Belgrad und zeigte sich schockiert von den Zuständen: "Eine Elendssiedlung mitten in Europa - Zustände, die schlimmer sind als in einem afrikanischen Flüchtlingslager, das ist inakzeptabel".

Bild: © Thomas Trutschel/photothek.net

Bild {{counter}} von {{maxCount}}

Bei einem Besuch eines Kinder- und Jugendzentrums informiert sich Bundesentwicklungsminister Gerd Müller über die Lage der Roma in Serbien.

Bild: © Thomas Trutschel/photothek.net

Bild {{counter}} von {{maxCount}}

Bundesminister Müller eröffnet zusammen mit dem serbischen Premierminister Aleksandar Vučić eine Konferenz zu 15 Jahren deutsch-serbischer Entwicklungszusammenarbeit.

Bild: © Thomas Trutschel/photothek.net

Bild {{counter}} von {{maxCount}}

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller spricht bei einer Konferenz zu 15 Jahren deutsch-serbischer Entwicklungszusammenarbeit und der Initiative für Nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung.

Bild: © Thomas Trutschel/photothek.net

Bild {{counter}} von {{maxCount}}

Zum Abschluss seiner Reise trifftf Minister Müller in Belgrad Frau Ružica Djindjić und Alumni des Zoran-Djindjić-Stipendiatenprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan.

Bild: © Thomas Trutschel/photothek.net

Bild {{counter}} von {{maxCount}}

Reise von Bundesminister Müller nach Kosvo und Serbien im Mai 2015: Ankunft auf dem Flughafen Pristina

Blick auf ein Braunkohlekraftwerk in Pristina. Einer der Schwerpunkte der deutsch-kosovarischen Zusammenarbeit ist die Modernisierung der Energieversorgung.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller trifft den Premierminister der Republik Kosovo, Isa Mustafa.

Neubaugebiet am Stadtrand von Pristina. Deutschland unterstützt ein Rückkehrerprogramm für Menschen aus dem Kosovo.

Bundesminister Müller auf einer Pressekonferenz mit dem Finanzminister der Republik Kosovo, Avdullah Hoti

Schild in der Berufsschule Shtjefen Gjecovi in Pristina. Die Verbesserung der beruflichen Ausbildung und die Schaffung von Arbeitsplätzen sind wichtige Themen in der deutsch-kosovarischen Zusammenarbeit.

In der Berufsschule Shtjefen Gjecovi werden mit deutscher Unterstützung Kfz-Mechanikerinnen und -Mechaniker ausgebildet.

Das BMZ fördert im Kosovo kleine und mittlere Unternehmen und eine praxisnahe berufliche Ausbildung, um die Perspektiven junger Menschen angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit zu verbessern.

Minister Müller bei einem Empfang der deutschen Botschaft

Besuch bei der KFOR in Pristina: Minister Müller im Gespräch mit Generalleutnant Hans-Werner Fritz, Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr.

Minister Müller eröffnet zusammen mit dem kosovarischen Minister für Arbeit und soziale Wohlfahrt, Arban Abrashi, den Deutschen Informationspunkt für Migration, Ausbildung und Karriere (DIMAK) in Pristina, Kosovo.

Eine Mitarbeiterin des Deutschen Informationspunkts für Migration, Ausbildung und Karriere (DIMAK) berät einen jungen Kosovaren im neu eröffneten Informationsbüro in Pristina.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller wird bei seiner Ankunft auf dem Flughafen Belgrad vom deutschen Botschafter Heinz Wilhelm begrüßt.

Bundesminister Müller begrüßt Schüler der Gewerbeschule Pecinci in Serbien in der lokalen Niederlassung der Firma Bosch.

Bundesminister Müller besuchte während seiner Reise in Serbien ein Roma-Lager in Belgrad und zeigte sich schockiert von den Zuständen: "Eine Elendssiedlung mitten in Europa - Zustände, die schlimmer sind als in einem afrikanischen Flüchtlingslager, das ist inakzeptabel".

Bei einem Besuch eines Kinder- und Jugendzentrums informiert sich Bundesentwicklungsminister Gerd Müller über die Lage der Roma in Serbien.

Bundesminister Müller eröffnet zusammen mit dem serbischen Premierminister Aleksandar Vučić eine Konferenz zu 15 Jahren deutsch-serbischer Entwicklungszusammenarbeit.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller spricht bei einer Konferenz zu 15 Jahren deutsch-serbischer Entwicklungszusammenarbeit und der Initiative für Nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung.

Zum Abschluss seiner Reise trifftf Minister Müller in Belgrad Frau Ružica Djindjić und Alumni des Zoran-Djindjić-Stipendiatenprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan.

1999 setzten die Vereinten Nationen eine Übergangsverwaltung in Kosovo ein (United Nations Interim Administration Mission in Kosovo, UNMIK). Die Provinz erhielt damit einen Autonomiestatus innerhalb der Bundesrepublik Jugoslawien (ab 2006: Republik Serbien). Vorausgegangen war ein Bürgerkrieg zwischen der albanischstämmigen Bevölkerungsmehrheit Kosovos und der Regierung in Belgrad. Er wurde 1999 durch militärisches Eingreifen von NATO-Truppen beendet.

Im November 2005 beschloss der UN-Sicherheitsrat die Aufnahme von Verhandlungen mit Kosovo. Die Gespräche sollten den völkerrechtlichen Status der Provinz abschließend klären. Doch in mehreren Verhandlungsrunden unter Leitung des UN-Sonderbeauftragten für Kosovo, des ehemaligen finnischen Präsidenten Martti Ahtisaari, konnte keine Übereinkunft erzielt werden.

Am 17. Februar 2008 erklärte das Parlament in Pristina gegen den Widerstand Serbiens die staatliche Unabhängigkeit des Landes. Am 15. Juni 2008 trat die erste Verfassung in Kraft. Einen Monat später stellte Kosovo Aufnahmeanträge beim Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank und wurde Mitte 2009 von beiden Organisationen als neues Mitglied aufgenommen.

Innerhalb der internationalen Staatengemeinschaft herrscht allerdings Uneinigkeit über den Status Kosovos. Insbesondere Serbien und Russland (aber auch fünf EU-Mitgliedsstaaten) halten die Unabhängigkeit für völkerrechtswidrig. Wichtige staatliche Zuständigkeiten stehen daher weiterhin unter Aufsicht der internationalen Gemeinschaft. Im Auftrag der Vereinten Nationen unterstützt die Rechtsstaatsmission der Europäischen Union (EULEX) seit Ende 2008 die kosovarischen Behörden beim Aufbau eines multiethnischen Justiz-, Polizei- und Zollwesens und bei der Einführung rechtsstaatlicher Standards. Diese Phase der "überwachten Souveränität" endete zwar offiziell am 10. September 2012, einige staatliche Kernaufgaben in den Bereichen Justiz, Polizeiwesen und Zoll werden jedoch nach wie vor von EULEX wahrgenommen.

Regie­rungs­führung und in­ter­na­ti­o­nale Einbindung

Angestellte in einer Anlage zur Versorgung mit Fernwärme in Pristina

Seit der Unabhängigkeitserklärung 2008 hat sich die parlamentarische Demokratie der Republik Kosovo gefestigt. Die Verfassung orientiert sich an den Grundwerten moderner europäischer Verfassungen und spricht den serbisch dominierten Regionen Autonomierechte zu. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Demokratisierungsprozess sind also vorhanden, bei der Umsetzung sind jedoch noch Defizite festzustellen.

Am 8. Juni 2014 fanden die zweiten Parlamentswahlen nach der Unabhängigkeitserklärung 2008 statt. Erstmals wurden diese landesweit unter Einbezug des mehrheitlich serbischen Nordens durchgeführt. Die EU wertete die Wahl als transparent, fair und frei. Allerdings konnte erst nach heftigen innenpolitischen Auseinandersetzungen und politischer Blockade eine Koalitionsvereinbarung getroffen werden. Auch das Justizsystem ist noch verbesserungswürdig. Teile der öffentlichen Verwaltung sind noch nicht ausreichend funktionsfähig, Korruption ist weit verbreitet.

Die serbische Minderheit nimmt bislang nur eingeschränkt am politischen Leben teil. Vor allem im Norden des Landes erkennt die serbische Bevölkerung die Unabhängigkeit Kosovos nicht an.

Als Schwerpunkte ihrer Politik benennt die kosovarische Regierung unter anderem die wirtschaftliche Entwicklung und Schaffung von Arbeitsplätzen, Rechtsstaatlichkeit, Bildung, Gesundheit, eine Verwaltungsreform sowie die Umwandlung der Kosovo Security Force (KSF) in reguläre Verteidigungsstreitkräfte. Außenpolitisch strebt die Regierung in erster Linie die Anerkennung Kosovos durch weitere Staaten, die Integration in euro-atlantische Strukturen und den Beitritt in die Europäische Union an.

Die EU hat Kosovo, ebenso wie den anderen Staaten des westlichen Balkans, wiederholt eine Beitrittsperspektive zugesichert. Voraussetzungen sind jedoch deutliche Fortschritte im Bereich Rechtsstaatlichkeit, bei der Stärkung von Verwaltungsstrukturen und beim Aufbau einer funktionsfähigen Marktwirtschaft.


Wiederaufbau

Alte Steinbrücke in Prizren

Kosovo war schon vor Ausbruch der Konflikte innerhalb Jugoslawiens eine strukturschwache Region – mit sehr hoher Analphabetenquote, fehlender Infrastruktur und großer Abhängigkeit von der landwirtschaftlichen Produktion. Der Krieg traf die Provinz besonders hart; weite Teile wurden stark zerstört. Die traumatisierte Bevölkerung ist bis heute nur eingeschränkt in der Lage, unter diesen schwierigen Bedingungen ihren Alltag zu bewältigen.

Mit der staatlichen Unabhängigkeit wurde die Hoffnung auf eine Belebung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes verbunden. Diese Hoffnung hat sich bisher nicht erfüllt, Kosovo gehört weiterhin zu den ärmsten Ländern Europas. Massive soziale und wirtschaftliche Probleme erschweren mehr als ein Jahrzehnt nach Kriegsende noch immer den Wiederaufbau. Nach Angaben der Weltbank lebten 2011 noch fast 30 Prozent der Menschen in Kosovo unterhalb der nationalen Armutsgrenze. Die hohe Arbeitslosigkeit von rund 40 Prozent bei der Gesamtbevölkerung und mehr als 70 Prozent unter Jugendlichen bis 25 Jahren, die geringe Produktivität und die Abhängigkeit von Geldüberweisungen aus dem Ausland sind weitere Herausforderungen für den jungen Staat.

Wichtige Teile der Infrastruktur Kosovos wurden zwar inzwischen erneuert oder wiederaufgebaut. Doch gehört zum Beispiel die ausreichende Energieversorgung weiterhin zu den drängenden Problemen des Landes. Obwohl in den vergangenen Jahren wirtschaftliche Wachstumsraten von drei bis fünf Prozent erzielt werden konnten, ist noch kein stabiler wirtschaftlicher Aufschwung zu verzeichnen.

Um die Lebensbedingungen der Menschen in Kosovo zu verbessern, organisierte die Europäische Kommission im Juli 2008 eine internationale Geberkonferenz. Dort bewilligte die Gebergemeinschaft Fördermittel in Höhe von 1,2 Milliarden Euro für die Jahre 2008 bis 2010. Die deutsche Bundesregierung machte nach den USA die zweitgrößte bilaterale Zusage.


Entwicklungspotenziale

Schneiderin in Pristina, die im Rahmen eines deutschen Mikrokreditprogramms für kleinste, kleine und mittlere Unternehmen einen Kredit erhalten hat

Kosovo ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort: Das Land liegt geographisch günstig im Zentrum der Balkanhalbinsel, es hat gute Aussichten auf den EU-Beitritt und die Mitgliedschaft im Zentraleuropäischen Freihandelsabkommen (CEFTA). Außerdem verfügt Kosovo über junge und motivierte Arbeitskräfte sowie über Rohstoffvorkommen (unter anderem Braunkohle, Blei, Zink und Eisennickel).

Mit einer Initiative zur Wirtschaftsförderung will die Regierung mittelfristig ein stabiles Wachstum von sieben bis acht Prozent erreichen. Dadurch sollen pro Jahr rund 30.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Durch den Bau moderner Kraftwerke könnte Kosovo zukünftig zu einem wichtigen Stromlieferanten für die gesamte Balkanregion werden.

Der kosovarische Agrarsektor ist durch familiäre Kleinbetriebe geprägt, die für den Eigenbedarf wirtschaften. Die fruchtbaren Ackerböden könnten deutlich produktiver genutzt werden und damit sowohl zur Nahrungsmittelproduktion des Landes als auch zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen. Gegenwärtig werden nur rund 30 Prozent des Lebensmittelbedarfs von der heimischen Landwirtschaft gedeckt.


Schwerpunkte der deutschen Zu­sam­men­ar­beit mit Kosovo

Die Zusammenarbeit Deutschlands mit Kosovo begann unmittelbar nach Ende der militärischen Intervention der NATO im Jahre 1999. Zuerst standen Soforthilfemaßnahmen zur Versorgung der Bevölkerung mit Wasser und Strom im Mittelpunkt. Seit einigen Jahren konzentriert sich die Zusammenarbeit auf nachhaltige Entwicklung, das heißt auf Projekte mit langfristiger Wirkung. Hauptziel ist die Annäherung Kosovos an die Standards und Strukturen der EU.

Im September 2008 gab es erstmals offizielle Regierungsverhandlungen zwischen Kosovo und Deutschland. 2014 hat die Bundesregierung gegenüber ihren kosovarischen Partnern Neuzusagen für Vorhaben der Entwicklungszusammenarbeit in Höhe von 32,6 Millionen Euro getätigt, davon 8,4 Millionen Euro für die technische und 24,2 Millionen Euro für die finanzielle Zusammenarbeit.
Über Förderprogramme der EU leistet Deutschland zudem weitere finanzielle Unterstützung. Insgesamt ist die Bundesregierung seit 1999 nach den USA der zweitgrößte bilaterale Geber Kosovos.

Die deutsch-kosovarische Zu­sam­men­ar­beit konzentriert sich auf folgende Schwerpunkte:

  • Auf- und Ausbau der öffentlichen Versorgungsinfrastruktur (Energie und Wasser)

  • Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung

  • Verwaltungsreform und De­zen­tra­li­sie­rung

  • Grundbildung und außerschulische Bildung


Auf- und Ausbau der öffentlichen Versorgungsinfrastruktur (Energie und Wasser)

Umspannstation eines Kraftwerks in Kosovo

Die Stabilisierung der Strom- und Wasserversorgung, ein verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen und die fachgerechte Entsorgung von Abfällen sind entscheidend für den wirtschaftlichen Wiederaufbau und die nachhaltige Entwicklung Kosovos.

Durch eine Verbesserung der Lebensverhältnisse steigt in der Bevölkerung auch die Akzeptanz von Demokratie und Marktwirtschaft. Am Anfang des deutschen Engagements in Kosovo stand darum ein umfangreiches Programm zur Instandsetzung und Modernisierung der Energieversorgung. Zwei Kohlekraftwerke wurden saniert sowie Investitionen zur Ausweitung und Sicherstellung der Braunkohleförderung getätigt. Diese Maßnahmen haben dazu beigetragen, die Stromversorgung für Bevölkerung, Industrie und Handel zu verbessern. Sie könnten künftig auch dem Ausbau des Stromexports zugutekommen, denn Kosovo besitzt das fünftgrößte Braunkohlevorkommen weltweit.

Ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung der regionalen Versorgung ist die Einbindung Kosovos in den südosteuropäischen Strommarkt. Dabei kooperiert die Bundesrepublik eng mit der EU. 2011 wurde mit dem Bau einer Stromübertragungsleitung zwischen der Hauptstadt Pristina und dem Nachbarland Albanien begonnen. Zu den geförderten Maßnahmen zählen auch die Verbesserung des Hochspannungsübertragungsnetzes in Kosovo sowie die Ausweitung der Nutzung von Fernwärme.


Pumpstation Burnallek 2 zur Wasserversorgung der Stadt Prizren

Der zweite Schwerpunkt der Zusammenarbeit im Bereich Versorgungsinfrastruktur ist die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Deutschlands Unterstützung trägt dazu bei, eine nachhaltige Trinkwasserversorgung, eine umweltschonende Abwasserentsorgung und eine betriebswirtschaftliche Führung der Versorgungsbetriebe in Kosovo zu erreichen. Im Mittelpunkt stehen dabei Kommunen im Südwesten Kosovos sowie die Region der Hauptstadt Pristina.

Vom Programm für städtische Wasserversorgung profitieren elf Gemeinden und 500 Dörfer. Für über 400.000 Menschen konnte die Wasserversorgung deutlich verbessert werden. Zehn Gemeinden werden nun 24 Stunden am Tag mit Trinkwasser versorgt. In Pristina wurde die Wasserversorgung um 10 Prozent auf 94 Prozent erhöht, während Wasserverluste von 73 auf 49 Prozent reduziert wurden.


Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung

Blick in eine Unterrichtswerkstatt der Berufsbildungsschule Shtjefen Gjecovi in Pristina

Unmittelbar nach Beginn der deutsch-kosovarischen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit wurde unter Beteiligung der KfW Entwicklungs­bank eine auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ausgerichtete Mikrofinanzbank, die "ProCredit-Bank", aufgebaut. In den ersten Jahren war die ProCredit-Bank die einzige leistungsfähige Bank in Kosovo. Nur hier konnten Überweisungen aus dem Ausland eingehen, auf die die Bürger dringend angewiesen sind. Inzwischen hat sich die ProCredit-Bank zur größten Bank in Kosovo entwickelt.

Das BMZ leistet nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Förderung des KMU-Sektors, sondern auch zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für ausländische Investitionen und zur Entwicklung des Finanzsektors allgemein. Ein nachhaltiger Strukturwandel – unter anderem durch die Privatisierung der Wirtschaft, unternehmerische Eigeninitiative und den Aufbau des Mittelstandes – ist entscheidend für die weitere Entwicklung Kosovos. Die wirtschaftliche Erholung des Landes geht in erster Linie von den in jüngster Zeit entstandenen kleinen Betrieben aus: im Handel, in der Landwirtschaft, im Handwerk und im produzierenden Gewerbe. Um die Wettbewerbsfähigkeit dieser Firmen zu verbessern, bietet die deutsche Entwicklungszusammenarbeit branchenspezifische Beratung an. Dazu zählt auch die Förderung der Wirtschaftsentwicklung in ländlichen Regionen.

Ein weiterer Arbeitsbereich ist der Aufbau von berufsbildenden Schulen sowie die Unterstützung von Kammern, Verbänden und Gemeinden. Zusammen mit dem kosovarischen Bildungsministerium werden nationale Kompetenzzentren für berufliche Bildung eingerichtet. Die Zentren sind zentraler Bestandteil der Modernisierung des Arbeitsmarkts: Neben Bildungsmaßnahmen und Karriereberatung für Arbeitnehmer erfassen sie auch den Bedarf von privaten Unternehmen und beraten Gemeinden bei der lokalen Wirtschaftsförderung.


Verwaltungsreform und Dezentralisierung

Laut Verfassung Kosovos sind eine nachhaltige, soziale und marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung sowie eine stabile Geld- und Steuerpolitik Ziele des Regierungshandelns. Die dafür notwendigen Reformen stehen jedoch gegenwärtig noch am Anfang. Gleiches gilt für die Koordinierung der Aktivitäten zur Annäherung an EU-Standards sowie die Dezentralisierung der Verwaltung.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit engagiert sich daher für den Aufbau einer transparenten, leistungsfähigen und bürgernahen Verwaltung. So wird unter anderem das kosovarische Parlament dabei unterstützt, seine Kontrollfunktion gegenüber der Regierung zu stärken, um die Verwaltung öffentlicher Mittel zu verbessern. Deutsche Experten beraten zudem die Ministerien für europäische Integration, für lokale Verwaltung und für öffentliche Dienste, den Verband der Kommunen, ausgewählte Gemeinden sowie weitere staatliche Institutionen.

Rund die Hälfte der Kosovaren sind jünger als 25 Jahre. Die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen bis 25 ist mit mehr als 70 Prozent extrem hoch. Damit sich die Jugendlichen besser am politischen und gesellschaftlichen Leben beteiligen können, engagiert sich Deutschland daher im Bereich der Jugendarbeit. Durch die Ausbildung von Jugendreferenten in den Gemeinden soll es künftig qualifizierte Ansprechpartner für Jugendbelange geben. Eine besondere Initiative ist die „Jugendbegegnungsstätte Mitrovica“. Sie soll von Jugendlichen aus beiden Teilen der Stadt genutzt werden und zur Verständigung zwischen der kosovarischen und der serbischen Bevölkerung beitragen.


Grundbildung und außerschulische Bildung

Der Bildungssektor ist seit 2007 einer der Schwerpunkte der bilateralen Zusammenarbeit der Bundesrepublik mit Kosovo. Ziel ist, die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit einer abgeschlossenen Grund- und Berufsausbildung zu erhöhen und die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen zu senken. Außerdem müssen die Trennung des albanischen und des serbischen Bildungssystems überwunden und der Bedarf von Minderheiten wie der Roma-Bevölkerung berücksichtigt werden.

Dazu unterstützt Deutschland die Reform des kosovarischen Bildungswesens. Zu den Maßnahmen in diesem Sektor zählen die Dezentralisierung des Bildungssystems, die Modernisierung von Lehrplänen, Fortbildungsmaßnahmen für Lehrer, die Beratung beim Aufbau von spezialisierten Kompetenzzentren der Berufsbildung sowie die stärkere Anpassung der Berufsausbildung an lokale Arbeitsmarktbedingungen und EU-Standards.


Weitere Informationen

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen