Phong Nha-Ke Bang Nationalpark als Weltnaturerbe erhalten
Der rund 86.000 Hektar große Nationalpark Phong Nha-Ke Bang liegt im Westen der Provinz Quang Binh in Zentralvietnam unmittelbar an der Grenze zu Laos. Wegen seiner einzigartigen Karstformationen wurde er im Jahr 2003 von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt. Der Park ist außerdem durch eine besonders reiche Biodiversität mit einer großen Anzahl endemischer (also nur in der Region vorkommender) Arten geprägt. Manche von ihnen wurden erst in diesem Jahrzehnt entdeckt. Die biologische Vielfalt des Parks ist jedoch durch illegale oder unsachgemäße Nutzung gefährdet.
Die Provinz Quang Binh gehört zu den ärmsten Regionen in Vietnam. Im Umfeld des Nationalparks leben etwa 65.000 Einwohner. Sie haben nur wenige Möglichkeiten, ihre landwirtschaftliche Produktion zu verbessern, eine Erweiterung der landwirtschaftlichen Nutzfläche ist wegen der geografischen Gegebenheiten vor Ort nicht möglich. Außerhalb der Landwirtschaft gibt es kaum Arbeitsplätze und die legalen Möglichkeiten der Waldnutzung sind gegenwärtig sehr begrenzt.
Der Druck auf die natürlichen Ressourcen des Nationalparks nimmt dadurch zu – auch, weil die Überwachung des Schutzgebietes durch die Parkbehörde bisher wenig effizient ist. Die rasante und bislang ungesteuerte Entwicklung im Tourismussektor gefährdet das fragile Ökosystem zusätzlich. Lange gab es kein abgestimmtes Entwicklungskonzept für den Nationalpark und sein Umfeld, das Naturschutzziele und Entwicklungsbedürfnisse miteinander verbindet.
Biologische Vielfalt sichern –
nachhaltige Entwicklung der Region fördern
Die Situation ist also durch illegale Nutzung, mangelnde Kontrolle und Rechtsdurchsetzung der Naturschutzbehörden und durch die ausgeprägte Armut der lokalen Bevölkerung geprägt. Diesen Problemen wirkt ein groß angelegtes vietnamesisch-deutsches Naturschutzvorhaben entgegen: Die Bundesrepublik unterstützt die Provinzregierung von Quang Binh und die Parkverwaltung Phong Nha Ke Bang dadurch technisch und finanziell.
Von Seiten der vietnamesischen Partner wurden bereits vor und
zum Projektbeginn eine Reihe von Vorleistungen erbracht. Sie sind für den Erfolg der Zusammenarbeit und die zusätzliche Anerkennung der außerordentlichen Biodiversität des Parks als Weltnaturerbe sehr wichtig:
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Die Ausweitung des Schutzgebiets um etwa 33.000 Hektar
(Forderung seitens UNESCO World Heritage). -
Die Kooperation mit namhaften Naturschutzorganisationen, zoologischen Gärten und Gesellschaften (unter anderem World Wide Fund For Nature [WWF], Fauna & Flora International [FFI], Zoo Köln, Zoologische Gesellschaft Frankfurt). Die Organisationen werden unter anderem dabei helfen, Schlüsselarten zu erfassen und Managementkonzepte zu entwickeln.
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Die Intensivierung der Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags, der Wilderei und des Handels mit illegalem Holz oder Wildfleisch.
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Der Verzicht auf den Ausbau einer Durchfahrtsstraße.
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Die Erhaltung der grenznahen Biodiversitätskorridore.
Das Projektkonzept verknüpft Naturschutz und nachhaltige Entwicklung der Projektregion und ihrer Bevölkerung. Es konzentriert sich dazu auf fünf Schwerpunkte:
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Parkmanagement und Parkschutz
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Verbesserung des Waldzustands und der Waldbewirtschaftung (unter anderem durch Nutzungsrechte für die lokale Bevölkerung)
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Förderung von alternativen Einkommensmöglichkeiten
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Tourismusentwicklung
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Ergänzende Querschnittsmaßnahmen, wie zum Beispiel strategische Umweltprüfungen, Sensibilisierungs- und Schulungsmaßnahmen, Umweltkommunikation
Gemeinsam mit den oben genannten Naturschutzorganisationen und Zoos wird die Erfassung und Beobachtung des Parkzustands und der illegalen Eingriffe professionalisiert und objektiviert.
Auch wenn das Vorhaben noch am Anfang steht und erst in einigen Jahren über den Erfolg der Kooperation sinnvoll geurteilt werden kann, sind die Vorzeichen ermutigend, dass die ehrgeizigen Ziele erreicht werden.
Diese Ziele – sie werden auch von der vietnamesischen Regierung mitgetragen – sind der Erhalt der biologischen Vielfalt des erweiterten Nationalparks und die Minderung der Armut für möglichst viele der Menschen, die hier leben.
Deutschland unterstützt Vietnam dabei, diese Ziele zu erreichen, die nicht nur im nationalen Interesse Vietnams, sondern auch im internationalen Interesse einer globalen Strukturpolitik sind.
Deutscher Beitrag: 17,6 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: 2007 bis 2016
Informationen
Siehe auch
- Thema: Biodiversität – Grundlage für nachhaltige Entwicklung
- Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (UNESCO)



