
Vietnam
Durch eine schrittweise Erneuerungspolitik ("Doi Moi") hat Vietnam in den vergangenen 20 Jahren bemerkenswerte wirtschaftliche Erfolge erzielt. Die Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliches Engagement und internationale Investoren haben sich deutlich verbessert und die Exportwirtschaft hat sich gut entwickelt. Vietnam hat eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Durchschnittlich lag das Wachstum in den vergangenen zehn Jahren bei rund sieben Prozent. Das Land hat jedoch seit Ende 2007 mit Schwierigkeiten zu kämpfen: Der Außenhandel weist Defizite auf, Inflationsrate und Lebensmittelpreise steigen.
Die Wirtschaftskrise 2008/2009 konnte das Land darum empfindlich treffen. Inzwischen hat sich die wirtschaftliche Situation wieder etwas entspannt, die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen – wie zum Beispiel eine zunächst restriktive, ab Ende 2008 expansive Geldpolitik und ein umfangreiches Konjunkturprogramm – haben gewirkt. Das Wirtschaftswachstum 2009 wird jedoch voraussichtlich nur bei rund fünf Prozent liegen. Dennoch bleibt die Regierung bei ihrem ehrgeizigen Ziel, bis 2010 das Pro-Kopf-Einkommen auf 1.000 US-Dollar zu steigern und bis 2020 den Status eines Industrielandes zu erreichen.
Außenpolitisch bemüht sich Vietnam um eine Intensivierung der Beziehungen zu seinen Nachbarländern. So einigte sich das Land mit China Ende 2008 auf die gemeinsame Festlandsgrenze. Innerhalb der Vereinigung Südostasiatischer Länder (ASEAN) spielt Vietnam eine zunehmend aktive Rolle. Durch die Ausrichtung verschiedener internationaler Konferenzen trat Vietnam in den letzten Jahren stärker auf der internationalen Bildfläche auf. Japan, China, die EU, die USA und Südkorea sind wichtige Handels- und Investitionspartner.
Vietnamesisch-deutsche Beziehungen
Die Beziehungen zwischen Vietnam und Deutschland sind gut. Sie vertieften sich 2008 durch den Besuch des deutschen Außenministers und den Gegenbesuch von Vietnams Premierminister Dung sowie durch die Eröffnung der Vietnamesisch-Deutschen Universität in Ho-Chi-Minh-Stadt. Das Handelsvolumen der beiden Staaten ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen – innerhalb der Europäischen Union ist Deutschland schon lange der größte Handelspartner Vietnams. Wichtige Importgüter aus Vietnam sind Textilien, Schuhe, Kaffee und Fischereiprodukte. Deutschland exportiert vor allem Maschinen, Kraftfahrzeuge und Vorerzeugnisse für die Leichtindustrie nach Vietnam.
Über die guten Beziehungen der beiden Staaten hinaus, verbinden Vietnam und Deutschland intensive persönliche Kontakte: Mehr als 70.000 Vietnamesen haben in der ehemaligen DDR eine Ausbildung gemacht, studiert oder dort gearbeitet. Viele von ihnen leben inzwischen wieder in Vietnam. Sie sprechen deutsch und haben weiterhin Verbindungen zu deutschen Firmen, wissenschaftlichen Instituten oder sind eingebunden in die Entwicklungszusammenarbeit von Vietnam und Deutschland. Damit besteht eine einzigartige Brücke zwischen den beiden Ländern, was sich auch in zahlreichen wissenschaftlichen und kulturellen Kooperationsvereinbarungen widerspiegelt. 2010 jährt sich die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zum 35. Mal. Das soll in beiden Ländern gefeiert werden. Die Entwicklungszusammenarbeit von Vietnam und Deutschland konzentriert sich auf die Bereiche nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie das Gesundheitswesen.
Informationen
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Hanoi
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