
Timor-Leste
Am 20. Mai 2002 wurde in Südostasien ein neuer Staat gegründet: Timor-Leste erlangte offiziell seine Unabhängigkeit. Der Weg bis dahin war lang und schwierig.
Timor-Leste umfasst den östlichen Teil der Insel Timor, die rund 500 Kilometer nordwestlich von Australien liegt. Der restliche Teil der Insel gehört, bis auf die Exklave Oecussi-Ambeno, zu Indonesien. Bis 1974 war das heutige Staatsgebiet eine portugiesische Kolonie.
Nach dem Rückzug Portugals brach ein Bürgerkrieg aus, in dem sich die "Revolutionäre Front für die Unabhängigkeit von Timor-Leste" (FRETILIN) durchsetzte. FRETILIN rief 1975 die Unabhängigkeit des Gebietes aus. Kurz darauf besetzten indonesische Truppen das Land und machten es trotz internationaler Proteste zu einer indonesischen Provinz. Durch die Besatzung sollen in den folgenden 24 Jahren etwa 200.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Erst 1996 wurde der Konflikt von der Weltöffentlichkeit wahrgenommen. Auf Initiative der Vereinten Nationen wurde 1999 ein Referendum durchgeführt. Dabei sprach sich die große Mehrheit der Bevölkerung für die Unabhängigkeit Timor-Lestes aus. Pro-indonesische Milizen verwüsteten daraufhin das Land; wieder kamen sehr viele Menschen ums Leben, ein großer Teil der Bevölkerung flüchtete in den Westteil der Insel. Die Vereinten Nationen entsandten eine Friedenstruppe und setzten eine Übergangsverwaltung (UNTAET) ein, bis das Land 2002 endgültig unabhängig wurde und als Mitglied in die Vereinten Nationen aufgenommen wurde.
Rückschläge für die junge Demokratie
Der Prozess des Staatsaufbaus und der Vergangenheitsbewältigung ist mühevoll und die junge Republik musste dabei viele Rückschläge hinnehmen. Längst überwunden geglaubte ethnische Konflikte zwischen Bewohnern aus den östlichen und westlichen Landesteilen sind wieder aufgebrochen und haben das Land tief gespalten. Im April 2006 kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die das öffentliche Leben zum Stillstand brachten. Timor-Leste stand am Rande eines Bürgerkriegs und der Präsident sah sich gezwungen, um ausländische Unterstützung zu bitten. Mit dem Aufstocken der Polizeikräfte im Rahmen der im September 2006 eingerichteten Integrierten Mission der Vereinten Nationen in Timor-Leste (UNMIT) hat sich die Sicherheitslage verbessert, dennoch kommt es immer wieder zu Gewalt.
Die Jahrzehnte der Gewalt haben große Teile der Bevölkerung traumatisiert. Die schwierige wirtschaftliche Lage und die hohe Arbeitslosigkeit verschärfen die Situation. Einnahmen aus der Erdöl- und Gasförderung in der Timor-See, die sich das Land mit Australien teilt, geben zwar Hoffnung auf wirtschaftliche Fortschritte. Dennoch wird Timor-Leste noch einige Zeit auf die Hilfe der Vereinten Nationen und anderer Geber angewiesen sein.
Entwicklungszusammenarbeit mit Deutschland
Die Beziehungen zwischen Timor-Leste und Deutschland sind freundschaftlich. Deutschland unterstützt das Land seit 1999 beim Aufbau. In der Anfangsphase stand neben Nahrungsmittel-, Not- und Flüchtlingshilfe die Trinkwasserversorgung in den östlichen Distrikten im Mittelpunkt der Zusammenarbeit. Danach wurden die Entwicklung des maritimen Transportsektors und die Förderung der ländlichen Entwicklung als mittelfristige Schwerpunkte der Zusammenarbeit festgelegt. Künftig soll sich die Zusammenarbeit auf das Thema Krisenprävention und Konfliktbearbeitung konzentrieren.
Informationen
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Der Leiter der Vertretung in Indonesien ist zugleich als Botschafter in Timor-Leste mit Sitz in Jakarta akkreditiert.
Adresse:
Jl. M. H. Thamrin 1
10310 Jakarta
Indonesien
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00 62 / 21 / 39 85 50 00
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00 62 / 21 / 3 90 17 57


