
Südafrika
"!ke e: /xarra //ke" ist in der Khoisan-Sprache des südafrikanischen /Xam- Volkes geschrieben und heißt wörtlich "unterschiedliche Völker vereinigen sich". Als Referenz an die Urbevölkerung und als Motto für die Zukunft steht der Spruch seit dem Jahr 2000 im Wappen Südafrikas. Der Staat kehrte 1994 mit freien und allgemeinen Wahlen in die Völkergemeinschaft zurück. Erster schwarzer Präsident wurde Nelson Mandela, der zum Symbol des Kampfes gegen die Politik der Rassentrennung, die Apartheid, geworden war. Die rassistische Unterdrückung während der Apartheid kostete Tausende Menschenleben. Die Aufarbeitung dieser bitteren Vergangenheit durch eine Kommission für Wahrheit und Versöhnung fand international große Anerkennung.
Heute nimmt Südafrika eine führende politische und wirtschaftliche Rolle auf dem afrikanischen Kontinent ein und ist bedeutend für die Stabilität in seiner Region. Das Land engagiert sich für die Beilegung von innerafrikanischen Konflikten und für den Integrations- und Einigungsprozess der Länder Afrikas. Südafrika arbeitet aktiv in internationalen Organisationen mit und wirkt in Fragen globaler Strukturpolitik als Vermittler zwischen Nord und Süd. Für die Entwicklungspolitik der Bundesregierung gehört Südafrika darum zur wichtigen Gruppe der Ankerländer.
Trotz großer Fortschritte ist das Land aber noch immer durch extreme Gegensätze geprägt. Starke Einkommensunterschiede und eine hohe Arbeitslosigkeit sind Probleme, die ihren Ursprung in der jahrzehntelangen Apartheid-Politik haben. Die große soziale Ungleichheit, eine wachsende Kriminalität und die hohe HIV/AIDS-Quote wirken sich als Entwicklungs- und Investitionshemmnisse aus. Die Bundesrepublik unterstützt Südafrika dabei, die sozialen und wirtschaftlichen Verwerfungen zu überwinden. Die Entwicklungszusammenarbeit der beiden Staaten konzentriert sich vor allem auf die Bereiche Klimaschutz und nachhaltige Energien sowie Regierungsführung und öffentliche Verwaltung. HIV/AIDS ist Querschnittsthema der Entwicklungszusammenarbeit. Weiterer Kooperationsbereich ist die Berufsbildung.
Für Deutschland ist Südafrika nicht nur ein wichtiger politischer Gesprächspartner, sondern auch der bedeutendste Handelspartner auf dem Kontinent. 2006 betrug das Handelsvolumen rund 11,5 Milliarden Euro; etwa 600 deutsche Firmen haben sich in Südafrika niedergelassen. Auch auf kulturellem Gebiet besteht ein reger Austausch zwischen den beiden Staaten. Die politischen Beziehungen haben sich seit 1994 zu einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit entwickelt. Die "Deutsch-Südafrikanische Binationale Kommission" dient dabei seit 1996 als Rahmen für vielfältige Initiativen. Beide Länder arbeiten im Hinblick auf eine gemeinsame Strategie der Europäischen Union und Afrikas intensiv zusammen.
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