
Peru
Seit Perus Unabhängigkeit 1821 lösten sich in dem südamerikanischen Land eine Reihe autoritärer, demokratischer und militärischer Regierungen ab. Nach einer Zeit des Terrors durch maoistische Guerillabewegungen und polizeistaatliche Verhältnisse wurde 2001 in freien Wahlen Alejandro Toledo zum Präsidenten gewählt. Seine Regierung erzielte beachtliche Erfolge in der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Anerkennung verdient auch die von Toledo eingeleitete Dezentralisierung des peruanischen Staatswesens. Sie ist die grundlegendste Reform der vergangenen Jahrzehnte im peruanischen Staatsaufbau.
In den vergangenen Jahren hat sich die Menschenrechtslage in Peru erheblich verbessert. Auch die Demokratisierung und die Stärkung der Bürgerbeteiligung kommen voran. Seit Juli 2006 ist Alan Garcia Staatspräsident Perus. Er hat dieses Amt bereits von 1985 bis 1990 ausgeübt; damals brachte er Peru an den Rand des wirtschaftlichen Ruins. Heute befindet sich das Land im Aufschwung und die Peruanerinnen und Peruaner erwarten von ihm, dass er sich mehr um die Belange der armen Bevölkerung, die bislang von dem Wirtschaftswachstum kaum profitieren konnte, kümmert.
Die politischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Peru sind freundschaftlich. Das Land bildet traditionell einen Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Lateinamerika. Wichtige Arbeitsfelder der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit sind die Stärkung demokratischer und rechtsstaatlicher Strukturen, die Stärkung der öffentlichen Verwaltung und der Zivilgesellschaft, die Verbesserung der Trinkwasserversorgung und der Abwasserentsorgung sowie die Förderung der ländlichen Entwicklung und des Umweltschutzes.
Deutschland ist ein wichtiger Handelspartner Perus. 2007 hat die peruanische Wirtschaft Waren im Wert von 879 Millionen Euro nach Deutschland ausgeführt – vor allem Kupfer, Fisch- und Fleischmehl und Kaffee.
Peru ist einer der wald- und artenreichsten Staaten der Welt. Drei geografische Zonen prägen das Land: "costa" – die Küstenregion, "sierra" – das Andenhochland und "selva" – der Amazonasregenwald. Der schmale 2.520 Kilometer lange Küstenstreifen, in dem auch die Hauptstadt Lima liegt, ist der wirtschaftliche Motor des Landes. Trotz hoher Luftfeuchtigkeit regnet es dort wegen des kalten Humboldtstroms so gut wie nie. Die Sierra, das Andenhochland, ist die Heimat der indigenen Bevölkerung. Das Gebirge zieht sich wie eine Mauer von Norden nach Süden. Hier leben die Menschen in 4.000 Meter Höhe vorwiegend von der Landwirtschaft und der Viehzucht. Die Region ist aber auch vom Bergbau geprägt. Das grüne Amazonasbecken macht rund 60 Prozent der Landesfläche aus, ist aber die am dünnsten besiedelte Region von Peru.
Informationen
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