Selbst anpacken für ein gewaltfreies Zusammenleben
Die jahrzehntelangen Kämpfe zwischen Staat, Guerillagruppen und Paramilitärs haben zu riesigen Flüchtlings-
strömen in die Stadtrandbezirke der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá geführt. Hier stehen die – oft traumatisierten – Vertriebenen vor großen sozialen Problemen, die für neue Gewalt sorgen. Lösungen können nur unter Beteiligung der Betroffenen selbst gefunden werden.
Vor allem die Jugendlichen leiden unter den schlechten Bedingungen in den unkontrolliert wachsenden Stadtteilen, wo sie mit Arbeitslosigkeit, extremer sozialer Ungleichheit, instabilen Familienverhältnissen und schlechten Wohnbedingungen konfrontiert werden. Streit, Schlägereien und Missbrauch sind an der Tagesordnung. Dazu kommen Erfahrungen mit Korruption und Rechtsunsicherheit. Die Folge: Die Bereitschaft, Konflikte mit Gewalt zu lösen, steigt. Die Kriminalitätsrate ist in den Siedlungen am Stadtrand Bogotás besonders hoch.
Im Rahmen derFinanziellen Zusammenarbeit unterstützt die KfW Entwicklungsbank ein Vorhaben der Stadt Bogotá, das das Zusammenleben (spanisch: convivencia) der Bewohnerinnen und Bewohnern in den Stadtrandbezirken im Süden Bogotás verbessern soll. Durch soziale Programme und Investitionen in die Infrastruktur soll eine Kultur der friedlichen Konfliktbewältigung entwickelt werden. Den Jugendlichen werden Möglichkeiten geboten, der Enge ihrer Unterkünfte zu entfliehen und sich sinnvoll zu beschäftigen – statt sich Straßenbanden anzuschließen.
Zu den Maßnahmen des Convivencia-Programms zählen zum Beispiel:
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die Verbesserung des Wohnumfelds durch die Erneuerung von Fußwegen, Spiel- und Sportplätzen und Parkanlagen
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die Gründung von Jugendclubs und Musikgruppen sowie die Organisation von Workshops zu Themen wie Konfliktvermeidung, Ausbildung, Kunst, Kultur und Sport
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die friedliche Konfliktlösung in Schulen durch die Ausbildung von Jugendlichen zu freiwilligen Vermittlern
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der Aufbau von Beratungsstellen für – vor allem weibliche – Opfer familiärer Gewalt
Das Projekt bezieht die Bewohnerinnen und Bewohner der besonders armen Stadtteile direkt mit ein, denn nur so kann ein Gemeinschafts- und Selbstwertgefühl entstehen. Die Bereitschaft der Bevölkerung, Geld und vor allem eigene Arbeitsleistung einzubringen, ist groß. Außerdem hilft das Programm, das Verhältnis zwischen Anwohnerschaft und Stadtverwaltung zu verbessern.
Deutscher Beitrag: 13 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: seit 1999


