
Kolumbien
Kolumbien hat zwei Gesichter: Auf der einen Seite ist es ein Land mit stabiler Demokratie, dynamischem Wachstum und hohem Bildungsniveau, das die meisten der Millenniumsentwicklungsziele erreichen wird. Auf der anderen Seite wird Kolumbien seit Jahrzehnten von einem bewaffneten Konflikt zermürbt, gilt als größter Kokainproduzent der Welt und ist durch Menschenrechtsverletzungen, große Armut und extreme soziale Ungleichheit geprägt.
Knapp die Hälfte der kolumbianischen Bevölkerung ist arm. Trotz der guten Wirtschaftsentwicklung hat sich dieser Anteil in den vergangenen zehn Jahren kaum verändert. Vor allem die ländliche Bevölkerung konnte vom Wirtschaftswachstum wenig profitieren. Der bewaffnete Konflikt zwischen staatlichen Sicherheitskräften, linken Guerillagruppen und paramilitärischen Gruppierungen, der seit mehr als 40 Jahren andauert, hemmt die Entwicklung des Landes. Mehr als drei Millionen Kolumbianerinnen und Kolumbianer gelten als Vertriebene im eigenen Land (sogenannte Binnenflüchtlinge), rund 400.000 Menschen sind in die Nachbarländer geflohen. Viele Gebiete sind durch Landminen unbewohnbar geworden: 2008 wurden rund 900 Menschen durch Minen getötet.
Die "Politik der demokratischen Sicherheit" des seit 2002 amtierenden Staatspräsidenten Uribe hat zu einer Verbesserung der Sicherheitslage in Kolumbien geführt. Die Aktivitäten linksgerichteter Guerillagruppen wurden eingedämmt und rund 36.000 Paramilitärs haben seit 2005 an Demobilisierungsprogrammen teilgenommen. Schwere Verbrechen wie Mord und Entführung sind deutlich zurückgegangen. Doch die Ursachen des Konflikts bestehen fort, ein Friedensschluss der beteiligten Parteien ist bislang nicht in Sicht. Alle Beteiligten legitimieren ihren Kampf weiterhin mit dem Ziel, Frieden zu schaffen. Die Verhandlungen werden durch die enge Verzahnung von politischem Kampf, Drogenhandel und organisiertem Verbrechen erheblich erschwert.
Beziehungen zu Deutschland
Deutschland und Kolumbien pflegen enge politische, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen. Seit mehr als 50 Jahren arbeitet die Bundesrepublik entwicklungspolitisch mit dem lateinamerikanischen Partner zusammen. Schwerpunkt der kolumbianisch-deutschen Zusammenarbeit ist der Bereich Friedensentwicklung und Krisenprävention.
Informationen
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