
Die Kartendarstellung trifft keine Aussage über die jeweils umstrittenen Territorialansprüche.
China
Die Volksrepublik China und die Bundesrepublik Deutschland haben 1972 diplomatische Beziehungen aufgenommen. Seither sind die Kontakte zwischen den beiden Staaten immer vielfältiger und enger geworden. Heute ist China Deutschlands wichtigster Wirtschaftspartner in Asien und Deutschland ist Chinas wichtigster Handelspartner in Europa.
China ist der bevölkerungsreichste Staat der Erde. Hier leben mehr als 1,3 Milliarden Menschen – fast 20 Prozent der Weltbevölkerung. Über Jahrtausende hinweg war das Land eine Monarchie, 1912 wurde China zur Republik. In den 1930er Jahren besetzte Japan große Teile des Landes. Während dieser Phase schlossen sich die rivalisierenden Kommunisten und Republikaner in China zu einer anti-japanischen Front zusammen und China trat auf der Seite der Alliierten in den Zweiten Weltkrieg ein. Ab 1946 flammte der Bürgerkrieg zwischen Kommunisten und Republikanern wieder auf. Er endete 1949 mit dem Sieg der Kommunisten und der Gründung der Volksrepublik China. Die Nationalisten zogen sich auf die Insel Taiwan zurück, wo sie eine eigene Regierung bildeten.
Deutschland vertritt, so wie die überwiegende Mehrheit der Völkergemeinschaft, eine Ein-China-Politik und erkennt Taiwan nicht als unabhängigen Staat an. Darum unterhält die Bundesrepublik keine diplomatischen Beziehungen zu Taiwan; die kulturellen und wirtschaftlichen Kontakte sind jedoch eng und gut.
Entwicklungspolitische Zusammenarbeit
Die Volksrepublik China und die Bundesrepublik arbeiten seit 1981 zusammen. Seitdem hat sich das Land stark verändert. Dennoch hat China weiterhin strukturelle Probleme, die nicht kurzfristig gelöst werden können. Dazu gehören die weit verbreitete Armut, Korruption und eine Umweltverschmutzung, die auch globale Auswirkungen hat. China ist derzeit neben den USA der größte Emittent von Kohlendioxid. Die Volksrepublik hat damit maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung des weltweiten Klimas.
Die chinesisch-deutsche Zusammenarbeit konzentriert sich auf die Unterstützung von Reformprozessen, insbesondere in den Bereichen Recht, Gesellschaft und Klimaschutz. Die klassische Finanzielle Zusammenarbeit wurde bereits 2008 zugunsten eines Dialogprozesses beendet. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel erklärte im Oktober 2009, dass nun auch die Technische Zusammenarbeit auslaufen wird. Am Rechtsstaatsdialog wird die Bundesregierung aber festhalten.
Hilfe für Erdbebenopfer
Nach dem verheerenden Erdbeben in der zentralchinesischen Provinz Sichuan im Mai 2008 hat Deutschland China 20,1 Millionen Euro Hilfe zugesagt. Bei dem Erdbeben kamen mehr als 60.000 Menschen ums Leben und mehr als 5 Millionen sind obdachlos geworden. Die chinesische Regierung hatte die internationale Gebergemeinschaft sowie einheimische zivilgesellschaftliche Organisationen und freiwillige Helfer um Unterstützung gebeten.
Informationen
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