
Bangladesch
Die Beziehungen zwischen Bangladesch und Deutschland sind schon seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1972 freundschaftlich. Die Bundesrepublik ist heute nach den USA der zweitwichtigste Exportmarkt des Landes am Golf von Bengalen. Als langjähriger und verlässlicher Partner in der Entwicklungs-
zusammenarbeit genießt Deutschland großes Ansehen. Auch die deutschen Kirchen sowie zahlreiche Nichtregierungsorganisationen setzen sich gemeinsam mit ihren lokalen Partnern für die Entwicklung des Landes ein.
Das Leben in Bangladesch bestimmen die Flüsse. Das Wasser von Ganges, Jamuna und Meghna ist die Lebensgrundlage der Menschen, es sorgt für die Fruchtbarkeit des Bodens: Das nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegende Tiefland bringt jährlich bis zu drei Ernten hervor.
Von den Flüssen geht aber auch große Gefahr aus. Monsunregen, Hochwasser und Wirbelstürme führen regelmäßig zu Überflutungen und forderten seit 1970 mehrere Zehntausend Todesopfer. Heute bieten Schutzhäuser den Menschen bei Überschwemmungen mehr Sicherheit, die Zerstörung der Infrastruktur und der Ernte können sie jedoch nicht verhindern. Im Sommer 2007 war Bangladesch von der schlimmsten Flut seit vielen Jahren betroffen. Fast zwei Drittel des Landes standen unter Wasser, Millionen Menschen wurden obdachlos.
Das politische Leben Bangladeschs wird durch die anhaltende Rivalität der beiden größten Parteien des Landes "Bangladesh Nationalist Party" und "Awami League" bestimmt. Klientelismus und Korruption sind stark verbreitet. Nach schweren Unruhen kam Anfang 2007 eine Übergangsregierung unter Fakhruddin Ahmed ins Amt, die von den Streitkräften gestützt wird. Sie verfolgt das Ziel, bis Ende 2008 freie und faire Wahlen zu organisieren und mit institutionellen Reformen die Voraussetzungen für eine nachhaltige Stabilisierung der Demokratie zu schaffen. So wurden beispielsweise die Unabhängigkeit der Justiz gestärkt und Maßnahmen gegen die Korruption im Land ergriffen.
Entwicklungszusammenarbeit
Bangladesch gehört zu den Least Developed Countries, den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Rund drei Viertel der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze, mehr als 40 Prozent gelten als extrem arm. Die Zahl der Arbeitslosen ist hoch. Laut Index der menschlichen Entwicklung nimmt Bangladesch Platz 140 von 177 Ländern (HDI 2007/2008) ein.
Die Bundesrepublik unterstützt Bangladesch vor allem im Bereich Good Governance, Menschenrechte und Kommunalentwicklung, in der Entwicklung des Gesundheitssystems, sowie bei der Verbesserung der Energieeffizienz und der Förderung erneuerbarer Energien. Außerdem wird ein Programm unterstützt, dass die Auswirkungen des Klimawandels reduzieren und die Biodiversität des Landes bewahren soll.
Informationen
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
178, Gulshan Avenue
Dhaka 1212
Bangladesch
Telefon: 00 880 / 2 / 8 85 35 21
Fax: 00 880 / 2 / 8 85 32 60


