Auswahl der Partnerländer
Die Bundesrepublik arbeitet heute mit 58 Partnerländern zusammen. Einige weitere Länder werden im Rahmen thematischer und regionaler Programme gefördert, zum Beispiel bei der Bekämpfung von HIV/AIDS, beim Klima- und Waldschutz und bei der Krisenprävention.
Die Konzentration auf eine geringere Zahl von Partnerländern entspricht den Empfehlungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD/DAC Peer Review) und orientiert sich an der Erklärung von Paris. Die Bundesregierung erzielt damit eine größere Wirksamkeit ihres Engagements, bessere Gestaltungsmöglichkeiten in den Partnerländern und mehr Einfluss im Kreis der weiteren Geber eines Landes.
Bei der Auswahl der Partnerländer orientiert sich das BMZ an den übergeordneten Zielen der deutschen Entwicklungspolitik: Armut bekämpfen – Frieden sichern und Demokratie verwirklichen – Globalisierung gerecht gestalten – Umwelt schützen.
Die Entscheidung, mit welchen Ländern die Bundesrepublik entwicklungspolitisch zusammenarbeitet, hängt von verschiedenen wichtigen Kriterien ab. Berücksichtigt werden zum Beispiel
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die entwicklungspolitische Notwendigkeit,
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die Entwicklungsorientierung und Art der Regierungsführung der Partnerregierung,
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ökologische und politische Ziele,
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die Bedeutung des deutschen Beitrags im Vergleich zu anderen bilateralen und multilateralen Gebern
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sowie regionale Aspekte und gewachsene Bindungen.
Die Auswahl der Partnerländer ist nicht endgültig; sie wird regelmäßig in Abstimmung mit anderen Ressorts überprüft.
Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
Bilaterale entwicklungspolitische Zusammenarbeit im Rahmen von Länderprogrammen
| Region | Partnerland |
|---|---|
| Asien | Afghanistan, Bangladesch, China, Indien, Indonesien, Kambodscha, Kirgisistan, Laos, Mongolei, Nepal, Pakistan, Tadschikistan, Usbekistan, Vietnam |
| Südosteuropa / Kaukasus | Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Serbien, Ukraine |
| Lateinamerika und Karibik | Bolivien, Brasilien, Ecuador, Guatemala, Honduras, Kolumbien, Mexiko, Nicaragua, Peru |
| Nordafrika / Naher Osten | Ägypten, Jemen, Marokko, Palästinensische Gebiete, Syrien |
| Subsahara Afika | Äthiopien, Angola, Benin, Burkina Faso, Burundi, Ghana, Kamerun, Kenia, Demokratische Republik Kongo, Madagaskar, Mali, Malawi, Mauretanien, Mosambik, Namibia, Niger, Nigeria, Ruanda, Sambia, Senegal, Sudan (Südsudan), Südafrika, Tansania, Uganda |
Bilaterale entwicklungspolitische Zusammenarbeit im Rahmen regionaler/ thematischer Programme
| Region | Partnerland |
|---|---|
| Asien | Philippinen, Sri Lanka, Timor-Leste |
| Südosteuropa / Kaukasus | Kaukasus-Initiative (Armenien, Aserbaidschan, Georgien), Moldau |
| Lateinamerika und Karibik | Karibik-Programm (Dominikanische Republik, Haiti, Kuba), Costa Rica, El Salvador, Paraguay |
| Nordafrika / Naher Osten | Jordanien, Tunesien, Libanon, Algerien |
| Subsahara Afika | Programm "Fragile Staaten Westafrika" (unter anderem Côte d'Ivoire, Sierra Leone, Liberia, Guinea) |
Deutschland unterstützt eine Vielzahl weiterer, in der Tabelle nicht aufgeführter Länder, über die Beiträge der Bundesrepublik zur Entwicklungspolitik der Europäischen Union und den multilateralen Organisationen sowie über Beiträge im Rahmen der HIPC-Initiative. Daneben werden die Förderung regionaler Kooperationen zwischen Entwicklungsländern und die Unterstützung von Regionalorganisationen immer wichtiger.
Grundlagen der Zusammenarbeit
Wichtige Instrumente für die Verwirklichung der entwicklungspolitischen Ziele der Bundesrepublik in den Partnerländern sind die Länderkonzepte des BMZ. Entsprechende Regionalkonzepte beschreiben die Entwicklungspolitik Deutschlands in der jeweiligen Region.
Auf Regierungsebene wird ein intensiver zwischenstaatlicher Dialog mit jedem einzelnen Partnerland geführt. Dabei werden die Strategien, Schwerpunkte und Ziele der Zusammenarbeit ausgehandelt und miteinander vereinbart. Rahmen und Leitfaden für diese Verhandlungen bilden die von den Ländern erarbeiteten nationalen Armutsbekämpfungsstrategien (PRSP) und die "Schwerpunktsetzung".
Deutsche bilaterale Zusammenarbeit hat ein klares Profil: Die Zusammenarbeit konzentriert sich in jedem Partnerland auf wenige Schwerpunkte. Dadurch können die Entwicklungsmittel wirksam und effizient eingesetzt werden. Schwerpunktstrategiepapiere dokumentieren, welchen Beitrag Deutschland in den vereinbarten Themenbereichen leisten wird. Zusätzlich ist es Aufgabe der Geberländer, einen koordinierten Ansatz zu entwickeln, der die bilaterale, europäische und internationale Entwicklungszusammenarbeit sinnvoll miteinander verknüpft.
Viele Partnerländer haben bereits die Initiative ergriffen und mit der bei ihnen engagierten Gebergemeinschaft gemeinsame Länder- oder Sektorstrategien entwickelt und eine Arbeitsteilung vereinbart. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit beteiligt sich aktiv an solchen Initiativen. Sie bringt ihre Erfahrungen in solche Prozesse ein und richtet dann auch ihre Beiträge konsequent an den gemeinsamen Umsetzungsvereinbarungen aus.


