Beispiele
Strom aus Wasserkraft für die Provinzen und Kabul
Ein Vierteljahrhundert Krieg hat im afghanischen Elektrizitätssektor zu schweren Schäden geführt. Die Infrastruktur ist in einem sehr schlechten Zustand: Der Strom fällt häufig aus, die Kraftwerke sind veraltet, die Leitungssysteme sind defekt oder fehlen ganz und viele Schutzvorrichtungen weisen gefährliche Mängel auf. Außerdem kommt es zu hohen Übertragungs- und Verteilungsverlusten. Nur rund neun Prozent der Bevölkerung sind an die zentrale Stromversorgung angeschlossen – drei Prozent davon leben auf dem Land.

Projektname: Dezentrale Stromversorgung durch erneuerbare Energie / Instandsetzung von Wasserkraftwerken
Ziel: Dezentrale Stromversorgung: Wirtschaftliches Wachstum, Beschäftigung und politische Stabilisierung durch Energieversorgung gewährleisten und damit zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung in ausgewählten Projektgebieten beitragen.
Instandsetzung von Wasserkraftwerken: Schnell einen umweltfreundlichen und kostengünstigen Beitrag zur Sicherstellung der Stromversorgung von Kabul leisten. Eine wichtige Grundlage für die Steigerung der wirtschaftlichen und sozialen Aktivitäten in Kabul schaffen.
Strategie: Instandsetzung und Bau kleinerer Wasserkraftwerke im ländlichen Raum. Wiederherstellung der Kraftwerke Mahipar und Sarobi zur Sicherstellung des zukünftigen Betriebs.
Deutscher Beitrag: 51,6 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: 2004 bis 2013
Beispiele
Facharbeiter – "Made in Kabul"
Eine ganze Generation ist in Afghanistan im Krieg aufgewachsen. Die jungen Menschen hatten praktisch keinen Zugang zu Bildung und haben deshalb auch kaum beruflich verwertbare Fachkenntnisse. Dieser Missstand drückt sich beispielsweise in der Alphabetisierungsrate der 15 bis 24 Jahre alten Jugendlichen aus – sie liegt bei lediglich 34 Prozent. Damit befindet sich Afghanistan in Zentral- und Südasien an letzter Stelle. Auch das berufliche Bildungssystem ist im internationalen Vergleich schwach. Zu den vielen hemmenden Faktoren bei der Berufsbildung in Afghanistan gehört, dass die nötige Infrastruktur und kompetente Lehrkräfte fehlen. Der Lehrplan orientiert sich zu wenig an der Nachfrage, das Praxis-Theorie-Verhältnis von 1:9 ist ungünstig und die Berufsausbildung schließt sich nur mangelhaft an das allgemeinbildende Schulsystem an.

Projektname: Instandsetzung der Technischen Schule Kabul
Ziel: Verbesserung der Situation des afghanischen Berufsbildungssystems
Strategie: Grundsanierung der Technischen Schule Kabul, Erweiterung der Schule durch ein Studentenwohnheim, Ausstattung mit Lehrmaschinen. Fachliche Beratung bei der Lehrerausbildung, der Erstellung von Lehrplänen und der Verwaltung der Schule.
Deutscher Beitrag: 5,5 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: bis Ende 2009
(für die bauliche Instandsetzung)
Beispiele
Förderung der Grundbildung
Afghanistan ist noch weit von dem Millenniumsziel entfernt, allen Kindern bis 2015 eine Grundschulausbildung zu ermöglichen. Die Einschulungsraten sind niedrig. Schätzungen gehen davon aus, dass zurzeit etwa 75 Prozent der Jungen und 35 Prozent der Mädchen, die im schulpflichtigen Alter sind, eingeschult werden. Krieg und Talibanherrschaft haben in mehr als 20 Jahren die Grundlagen des afghanischen Bildungssystems zerstört. Die Schulen wurden zerbombt und viele Lehrerinnen und Lehrer vertrieben oder getötet. Mädchen wurde von den Taliban der Schulbesuch verboten. Heute sind in Afghanistan etwa 57 Prozent der Männer und 86 Prozent der Frauen Analphabeten. Ein Schwerpunkt der afghanisch-deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist deshalb die Förderung der Grundbildung.

Projektname: Grundbildungsprogramm
Ziel: Verbesserung des Grundbildungsangebotes
Strategie: Beratung bei der Bildungsreform, Entwicklung von Inhalten für die Lehreraus- und -fortbildung, Auf- und Ausbau von Lehrerbildungszentren und Schulen
Deutscher Beitrag: 35 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: bis Juni 2010
Beispiele
Sauberes Wasser in jedem Haus
Die Wasserversorgung in Afghanistan ist nach Krieg und Taliban-Regime in einem katastrophalen Zustand. Nur ein Fünftel der Bevölkerung in den Städten hat Zugang zu sauberem Wasser. Auf dem Land ist die Lage noch schlechter. Da die Menschen auf die Nutzung von verschmutztem Brunnenwasser angewiesen sind, ist die Zahl der Magen- und Darmerkrankungen hoch. Vor allem Kinder sind betroffen. Auch die hygienischen Bedingungen in Krankenhäusern und Gesundheitsstationen, denen oft ebenfalls nur bakteriell verunreinigtes Wasser zur Verfügung steht, sind sehr schlecht. Die Verbesserung dieser Situation ist eine der zentralen Aufgaben, der sich die deutschen Durchführungsorganisationen im Auftrag des BMZ widmen.

Projektname: Programm zur Wasserversorgung Afghanistans
Ziel: Verbesserung der Trinkwasser-
versorgung in Kabul und nordafghanischen Städten, Minderung der Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung, Dezentralisierung des Wassersektors
Strategie: Sanierung und Ausbau der Versorgungsnetze in Kabul, Herat, Kunduz und – in Vorbereitung – weiteren Provinz- und Distriktstädten im Norden Afghanistans durch Vorhaben der Finanziellen Zusammenarbeit, Beratung der Regierung und örtlicher Wasserversorger durch begleitende Maßnahmen der Technischen Zusammenarbeit
Deutscher Beitrag: 57 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: 2002 bis 2012
Beispiele
Mit Mikrokrediten in ein neues Leben starten
In mehr als 20 Jahren Bürgerkrieg wurden die wirtschaftlichen Grundlagen Afghanistans weitgehend zerstört. Das 2001 gestürzte Taliban-Regime hinterließ unter anderem einen völlig zerrütteten Finanzsektor. Die Banken waren aufgelöst oder unfähig, den Wiederaufbau des Landes zu unterstützen. Besonders kleine Unternehmerinnen und Unternehmer litten darunter, dass ihnen niemand Kredite zur Verfügung stellte. Geld wurde vor allem innerhalb der Familien verliehen – oder es musste zu Wucherzinsen von privaten Geldverleihern geborgt werden. Um Handwerkern, Händlern, Dienstleistern und Privatpersonen den Schritt in eine sichere Existenz zu ermöglichen, wurde deshalb im Mai 2004 in Kabul mit deutscher Unterstützung die First Micro Finance Bank (FMFB) gegründet.

Projektname: First Micro Finance Bank of Afghanistan
Ziel: Neuaufbau des formalen Finanzsystems in Afghanistan, Schaffung von Einkommen und Beschäftigung als Beitrag zu Armutsbekämpfung und wirtschaftlichem Wiederaufbau des Landes
Strategie: Vergabe von Mikrokrediten an Privatpersonen sowie kleinste, kleine und mittlere Unternehmen, Bereitstellung von Finanzdienstleistungen wie Kontoführung, bargeldloser Geldverkehr, Spareinlagen
Deutscher Beitrag: 10,4 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: ab 2004, Ende offen


