Wirtschaft braucht Experten
Die äthiopische Volkswirtschaft ist in vielen Bereichen noch nicht ausreichend entwickelt. Sie leidet unter fehlender Wettbewerbsfähigkeit, einem niedrigen Leistungsniveau und weit verbreiteter Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung. Gründe dafür sind unter anderem der lange andauernde Bürgerkrieg und die bis 1991 herrschende sozialistische Zentralverwaltung. Ein nationales Programm soll jetzt mit deutscher Unterstützung den privaten Sektor stärken und die Wettbewerbsfähigkeit der Industriebetriebe verbessern.
Die äthiopische Regierung hat die Bedeutung des privaten Sektors für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes erkannt. Doch die Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln sind nach wie vor ungünstig. Zudem ist die Qualität der beruflichen Aus- und Weiterbildung unzureichend, und es herrscht ein starker Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften.
Das von Deutschland geförderte Programm zur Wirtschaftsentwicklung (Engineering Capacity Building Program, ecbp) basiert auf vier Schwerpunkten: Stärkung des Privatsektors und der Unternehmensentwicklung, Reform der technischen Studiengänge an den Universitäten, Verbesserung der beruflichen Aus- und Weiterbildung sowie Aufbau einer nationalen Qualitätsinfrastruktur.
Im Rahmen des Vorhabens sollen unter anderem kleine und mittlere Unternehmen einen besseren Zugang zu Finanzdienstleistungen erhalten. Kammern und Unternehmensverbände werden beim Aufbau interner Strukturen und bei der Bereitstellung von Beratungsdienstleistungen unterstützt. Fachschullehrer werden in Ausbildungszentren geschult und Studiengänge an den Universitäten praxisnäher gestaltet.
Parallel dazu führt das Land international anerkannte industrielle Normen und Standards ein. Um den Arbeitsmarkt für qualifizierte Arbeitskräfte zu verbessern, werden Industriebetriebe in ausgewählten Wirtschaftssektoren vom Staat gefördert. Die Bedürfnisse von privatwirtschaftlich operierenden Unternehmen sollen durch Gesetzesänderungen und wirtschaftspolitische Maßnahmen besser berücksichtigt werden.
Intensive Kooperation aller Beteiligten
Die Kosten für das Programm werden zum Teil von der äthiopischen Regierung übernommen. Die EU wird sich ab 2010 an dem Programm beteiligen. Bereits laufende Vorhaben des BMZ zur Förderung der Berufsbildung sowie zur Förderung der Bauwirtschaft wurden in den deutschen Beitrag zum ecbp integriert.
Um die anspruchsvollen Ziele des Programms zu erreichen, kooperieren die in Äthiopien aktiven deutschen Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit eng miteinander: die GTZ, die KfW Entwicklungsbank, der DED, das Centrum für Internationale Migration (CIM), InWEnt, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) und der Senior Experten Service (SES) sowie ihre Partner aus Privatwirtschaft, Kammern und Verbänden.
Deutscher Beitrag:
53 Millionen Euro (Technische Zusammenarbeit durch die GTZ) und
38,6 Millionen Euro (Finanzielle Zusammenarbeit durch die KfW-Entwicklungsbank)
Geplante Laufzeit: November 2005 bis Dezember 2011 (die ersten beiden Phasen)
Informationen
Siehe auch
- Thema: Wirtschaft
- Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ)
- KfW Entwicklungsbank
- Deutscher Entwicklungsdienst (DED)
- Centrum für Internationale Migration (CIM)
- Internationale Weiterbildung und Entwicklung (InWEnt)
- Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
- Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)
- Senior Experten Service (SES)


